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Protest gegen Corona-Maßnahmen in Roding

Rund 100 Menschen kamen zur Veranstaltung der Gruppe IBAM an das Regenufer. Dort wurde etwa der Mundschutz abgelehnt.

Zur zweiten Veranstaltung der Gruppe IBAM kamen am Samstag rund 100 Zuhörer an den Esper. Foto: Schreiner
Zur zweiten Veranstaltung der Gruppe IBAM kamen am Samstag rund 100 Zuhörer an den Esper. Foto: Schreiner

Roding.Die Regenuferpromenade war am Samstag erneut Schauplatz für eine Kundgebung der Bürgerbewegung IBAM (Ich bin anderer Meinung), die anlässlich der Corona-Krise entstanden ist. „Bei deutschlandweit über 150 demokratischen Veranstaltungen gleichgesinnter Gruppen werden aktuelle Themen friedlich, sachlich und ohne politische Meinung behandelt“, sagte Versammlungsleiter Ralph Schwarzfischer zu Beginn vor über 100 Zuhörern.

IBAM sei ein basisdemokratisches Bürgerbegehren, für dessen Inhalte die lokale Gruppe nicht verantwortlich sei, aber das Konzept für gut befinde, so Schwarzfischer. Viele Menschen und auch die lokale IBAM-Kerngruppe hätten den Wunsch „zurück zur Zeit vor acht Wochen“.

Ablehung des Mundschutzes beim Einkaufen

Und weiter: Jeder solle zu Wort kommen, die Meinung anderer hören und mit gesundem Menschenverstand entscheiden. Dann leitete er auf die Gastrednerin Dr. Gerlinde Laeverenz-Foti über. In ihrem Redebeitrag versuchte sie, Wege aufzuzeigen, wie man zurück zur eigenen Stärke und Macht finde. Dazu müsse man etwas bewegen wollen – und es sei an der Zeit, dass man etwas bewegen müsse, ohne gegen das System zu sein.

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„Jeder muss sich für sich selbst einsetzen und seinem Gefühl vertrauen, um in die eigene Kraft zu kommen“, sagte die Medizinerin. Das könne durchaus anderes ein, als es die Wissenschaft darstelle. Die Gesellschaft dürfe sich nicht spalten, man müsse sich für die Wahrheit einsetzen und mit Gefühl und Herz in Kontakt treten, so Laeverenz-Foti.

Sie berichtete, dass sie beim Einkaufen keine Maske trage. Man sollte selbst entscheiden, welche Maßnahme sinnvoll und welche nur ein „Pseudoschutz“ sei. „Wir sollten nicht in Kontrolle leben, sondern frei sein“, meinte sie. Es sei an der Zeit, mit eigener Präsenz zu handeln und die Grundrechte – ein selbstbestimmtes Leben führen zu dürfen – unbedingt in Anspruch zu nehmen, betonte sie und erntete dafür Applaus.

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Die Rednerin hat nach eigenen Angaben keine Angst vor Krankheit, denn „wer lebt, der riskiert den Tod“. Man solle ein Risiko eingehen, ansonsten führe man ein Leben auf niedrigem Niveau. Dinge, die aus Angst entspringen, seien nicht gut für das Leben. Abschließend forderte sie, sich nicht von der Angst einvernehmen zu lassen und im Gottvertrauen zu bleiben. Schwarzfischer ging noch kurz auf Informationsquellen ein und riet den Zuhörern, sich mit Daten und Grafiken selbst ein Bild zu machen.

Bürgermeisterin hat kein Problem mit Demo

Das Bündnis für Toleranz und Menschenrechte im Landkreis Cham, das die Corona-Maßnahmen für sinnvoll hält, verfolgt die aktuellen Versammlungen, wie Marius Brey vom Sprecherkreis wissen lässt. Die Demo in Roding sei „eher in das esoterische Spektrum einzuordnen“. In anderen Städten wie Weiden oder Schwandorf mischten sich aber auch AfD-Funktionäre unter die Teilnehmer. Das Bündnis rät, dass sich „die Leute nicht von Verschwörungstheoretikern instrumentalisieren lassen sollten“. Bürgermeisterin Alexandra Riedl sieht kein Problem, solange die Demos friedlich bleiben. Denn das Recht auf Meinungsfreiheit sei ein hohes Gut. (bs/rsr)

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