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Agrarpolitik

Protest in Berlin: „Wir haben es satt“

Die Demonstranten brechen eine Lanze für die Landwirtschaft. Auch Chamer war dabei vertreten.

Am Samstag haben an der Demo „Wir haben es satt“ in Berlin auch zahlreiche Verbraucher und Landwirte aus dem Landkreis Cham teilgenommen.  Foto: Robert Kurzmann
Am Samstag haben an der Demo „Wir haben es satt“ in Berlin auch zahlreiche Verbraucher und Landwirte aus dem Landkreis Cham teilgenommen. Foto: Robert Kurzmann

Cham.Verbraucher und Landwirte aus dem Landkreis Cham haben sich am vergangenen Samstag mit dem vom BN Regensburg organisierten Bus auf den Weg nach Berlin gemacht, um an der gleichzeitig zur Grünen Woche stattfindenden Großdemonstration „Wir haben es satt“ teilzunehmen.

Mit dabei war auch der ÖDP-Landratskandidat, Sönke Siebold, der seine Teilnahme so begründete: „Diese Demonstration ist mir deshalb so wichtig, da hier Bauern und Konsumenten gemeinsam ein Signal an die Bundesregierung senden.“ Die aktuelle Agrarpolitik führe zu ungesundem Essen, Tierleid, Resourcenverschwendung und einem dramatischen Rückgang an kleinbäuerlicher Landwirtschaft.

„Und gerade diese kleingliedrige Landwirtschaft ist essenziell wichtig für den Erhalt von Kulturlandschaft und Artenvielfalt und sichert damit unsere Lebensgrundlage. Ein Wechsel der Agrarpolitik ist dringend erforderlich“, betonte der ÖDP-Landratskandidat.

Nach der Auftaktkundgebung am Brandenburger Tor machte sich der Demonstrationszug, angeführt von hunderten Bäuerinnen und Bauern und 170 Traktoren auf den Weg durch das Regierungsviertel der Hauptstadt. Beim Landwirtschaftsministerium forderten die rund 27 000 Teilnehmer mit Pfeifkonzerten, Trommeln und Kochtöpfen eine Kehrtwende in der Agrarpolitik.

Elisabeth Fresen, 29-jährige Bäuerin, brachte es bei der Abschlusskundgebung auf den Punkt: „Wenn Landwirtschaft und Gesellschaft jetzt an einem Strang ziehen, können wir der bauern- und umweltfeindlichen Politik ein Ende machen. Mit einer enkeltauglichen Agrarpolitik und fairen Preisen sind Tierwohl, Insektenschutz und gesundes Essen für alle machbar.“

Laut Bündnissprecherin Saskia Richartz trägt die Bundesregierung die Verantwortung für das Höfesterben und den Frust auf dem Land. Seit 2005, als Angela Merkel Kanzlerin wurde, mussten 130 000 Höfe schließen – im Schnitt gab ein Familienbetrieb pro Stunde auf. Als weitere Redner traten Vandana Shiva aus Indien, Trägerin des alternativen Nobelpreises, Professor Antonio Andrioli, Brasilien, sowie der Ehrenpräsident des BUND Naturschutz, Professor Hubert Weiger auf.

Die Fahrt

  • Diskussion:

    Auf der Heimfahrt wurden noch rege Diskussionen geführt, unter anderem über die Aussage von Professor Andrioli, dass in Brasilien der Urwald auch abgebrannt wird, um Zuckerrohrplantagen für Biosprit anzulegen. Der Anbau ist mit einem hohen Pestizideinsatz verbunden, die Spritzmittel werden in Deutschland hergestellt – sind hier allerdings verboten – und führen in Brasilien dazu, dass jeden zweiten Tag ein Mensch an den Folgen des Einsatzes stirbt.

  • Demo:

    In den letzten zehn Jahren haben über eine Viertelmillion im Januar demonstriert – für eine enkelgerechte Landwirtschaft mit mehr Tier-, Umwelt- und Klimaschutz. „Dranbleiben und weiter Druck auf die Politik machen, damit aus Ankündigungen endlich Taten werden“, sagen die Organisatoren.

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