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Gericht

Prügelei vorm Familienrichter

Als der Kindsvater das Sorgerecht beantragte, ist ist eine Frau ausgerastet und mit den Fäusten auf ihn losgegangen. Sie muss 500 Euro zahlen.

Cham. Am 5. September war um 10.30 Uhr beim Familiengericht in Cham ein Verhandlungstermin angesetzt. Gegenstand der Verhandlung war unter anderem die elterliche Sorge für ein Kind. Anwesend waren neben Richter Erich Vogl eine 40-jährige geschiedene Hausfrau aus Cham und der leibliche Vater des betroffenen Kindes, ein 40-jähriger Straßenbauer aus dem Landkreis Altötting.

Frau war ohnehin in Rage

„Ich war ohnehin schon in Rage“, gestand die Hausfrau am Donnerstag als Angeklagte vor Strafrichter Andreas Lecker, „der Kindsvater hatte dem Gericht lauter Lügengeschichten aufgetischt. Als er dann aber sogar die elterliche Sorge für das Kind beantragte, bin ich ausgerastet“. Seit Geburt habe sich der Vater nämlich nicht im Geringsten um das Kind gekümmert und keinerlei Interesse an ihm gezeigt.

Laut Anklageschrift ist die Frau dann mit beiden Fäusten auf den Mann losgegangen. Vergeblich hatte noch ihr Anwalt versucht, sie zurückzuhalten. Der Mann konnte die Schläge aber abwehren und obwohl er nicht verletzt wurde, erstattete er Strafanzeige wegen versuchter Körperverletzung. Und wegen dieses Vorwurfs musste die Frau sich nun vor dem Strafrichter verantworten.

In der damaligen Sitzung des Familiengerichts war die Angeklagte bereits von Richter Vogl mit einer Ordnungshaft von drei Tagen belegt worden. Weil sie aber auch eine Geldstrafe aus einer früheren Verurteilung nicht bezahlt hatte, musste sie neben dieser Ordnungshaft auch gleich noch einige Wochen Ersatzfreiheitsstrafe verbüßen. Erst seit wenigen Tagen sei sie wieder in Freiheit, berichtete sie. Die Angeklagte, die neben dem genannten Kind noch drei weitere Kinder hat, die aber alle nicht von ihr betreut werden, hatte schon wiederholt „Kontakte“ mit der Strafjustiz. In ihrem Register finden sich acht Einträge, hauptsächlich wegen Verfehlungen auf dem Verkehrssektor, aber auch wegen Unterschlagung und Betäubungsmitteldelikten.

Deutliche Strafe: 50 Tagessätze

Für ihre „Unbeherrschtheit“ forderte Staatsanwalt Christian Späth für die Angeklagte, welche von Hartz-IV lebt, eine Geldstrafe von 50 Tagessätze zu je zehn Euro. Richter Lecker hielt der Angeklagten ihre „damalige emotional angespannte Situation“ zugute und entsprach in seinem Urteil voll dem Antrag des Staatsanwaltes. (cog)

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