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Gesundheit

Psychisch gesund bleiben

Dr. Matthias Dobmeier referiert über Resilienz. Zahlreiche Interessenten kamen zu dem Vortrag.
Anton Feigl

Dr. Matthias Dobmeier sprach vor zahlreichen Zuhörern zum Thema
Dr. Matthias Dobmeier sprach vor zahlreichen Zuhörern zum Thema "Resilienz". Foto: Anton Feigl

Falkenstein.Dr. Matthias Dobmeier, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt aus seinem Fachgebiet zu dem Thema „Resilienz –oder: wie bleibe ich psychisch gesund?“ im Gasthof zur Post einen Vortrag. Die bis auf den letzten Platz besetzte Räumlichkeit unterstrich das rege Interesse an dem Thema.

„Lange haben wir gefragt, was macht uns krank. Heute fragen wir, was hält uns gesund?“, so der Facharzt, dessen Antwort darauf lautete: Resilienz, sprich: die Fähigkeit, Krisen, schwere Schicksalsschläge und weitere Unwägbarkeiten des Lebens verarbeiten und meistern zu können.

In Bayern leide jedes fünfte Schulkind in der Grundschule bereits unter psychischen Problemen, jedes zehnte werde schon behandelt. Wie kommt es dazu? Dobmeier erläuterte zunächst den grundsätzlichen Aufbau des menschlichen Gehirns in der Zeit der Pubertät, deren Phase etwa vom zehnten bis zum 26. Lebensjahr dauere. Sie beginne dann, wenn die Kinder ihre Eltern peinlich finden und plötzlich bis mittags schlafen.

Unter dem Einfluss von Hormonen verliere der Spaßgenerator etwa ab dem zehnten Lebensjahr seine Sensibilität und entkoppele sich vom Zusammenspiel mit der Angst, Impulsivität und so weiter, was auch wichtig sei, denn schließlich solle der Jugendliche neue Erfahrungen lernen können. Plötzlich würden andere Dinge für die Jugendlichen interessant. Sie streiten und fühlen sich ungerecht behandelt, gehen höhere Risiken ein, seien aber gleichzeitig häufig sehr sensibel und stressanfällig. Als fiktives Beispiel wählte Dobmeier einen Jugendlichen, der in der Schule immer gut war, vielleicht auch ein passabler Sportler. Frustrationen musste er daher nie ertragen. Als er die Härte der Arbeitswelt kennenlernt, den Druck spürt, vielleicht schief angeschaut wird, bricht er zusammen. Weil er nie gelernt habe, mit Frustrationen, die das Leben so mit sich bringt, umzugehen.

Daher sei es wichtig, Kinder zwar an die Hand zu nehmen, jedoch nicht jedes Problem aus dem Weg zu räumen. Denn nur so würden sie zu mental resilienten (widerstandsfähigen) Persönlichkeiten werden.

Deshalb sein Appell: Kinder und Jugendliche von möglichen Niederlagen fernzuhalten, sei der falsche Weg. Gerade solche Erfahrungen könnten einen im Leben weiterbringen. Man sollte Krisen lieber als Chance sehen, nicht als Geißel, die einen trifft.

Am Ende des Vortrags bedankte sich Bürgermeisterin Heike Fries unter dem Applaus der Anwesenden mit einem Präsent bei Dr. Matthias Dobmeier. (rto)

Resilienz

  • Stärken:

    Resiliente Menschen - das zeigten laut Dobmeier Studien - nutzen die ihnen in die Wiege gelegten Stärken besser. Sie hätten häufig auch Humor, Kreativität und ein Wertesystem, zum Beispiel der Glaube.

  • Lernen:

    Während manche die innere Widerstandsfähigkeit von Haus aus besäßen, lasse sie sich aber auch trainieren, so wie sich das Gehirn formen und trainieren lasse.

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