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Raabs Cousin wird Vizebürgermeister

Neben Armin Prommersberger als Stellvertreter hat der Gemeinderat am Mittwoch Josef Riedl zum Dritten Bürgermeister gewählt.

Michelsneukirchen.Gleich ein starkes Zeichen des „Miteinander im Gemeinderat“ stellte der neue Bürgermeister Christian Raab nach der eigenen Vereidigung unter Beweis und schlug seinen knapp unterlegenen Gegenbewerber und Cousin Armin Prommersberger zum Vizebürgermeister vor: „Er hat es verdient, auch aufgrund des Wahlergebnisses.“ Die Zahl der Stellvertreter wurde auf zwei erhöht, neuer 3. Bürgermeister ist Josef Riedl.

Leicht zugunsten der CSU verändert hat sich im Gemeinderat die Situation mit 7:5 Sitzen im Vergleich zur CWG (Christliche Wählergemeinschaft). Doch diese Mehrheit spielte in der konstituierenden Sitzung des neuen Ratsgremiums für die Periode 2020 bis 2026 keine Rolle, sondern war gekennzeichnet von großer Harmonie.

Nach dem erstmaligen Läuten des Glöckchens durch das neue Gemeindeoberhaupt Christian Raab war es Josef Popp als ältestem Mitglied des Ratsgremiums vorbehalten, dem neuen Ersten Bürgermeister den Amtseid abzunehmen. „Viel Erfolg im neuen Amt und ein gutes Auskommen mit der Bürgerschaft“, so Popps Wunsch an Raab im Anschluss an die Eidesformel.

Sechs neue Räte vereidigt

Beim zweiten Tagesordnungspunkt durfte Raab erstmals selbst zur Tat schreiten und die sechs neuen Ratsmitglieder vereidigen: Andrea Fischer, Martin Himmelstoß und Alois Maier von der CSU-Liste sowie Marion Bräu, Hans Piendl und Richard Schießl von der CWG-Wählergruppe. Damit besteht genau die Hälfte des Gemeinderats aus neuen Gesichtern, das Gremium zeigt sich jünger und auch etwas weiblicher (jetzt zwei Frauen statt bisher eine).

Raab sprach sich für künftig zwei Stellvertreter aus, diesem Vorschlag folgte das Gremium uneingeschränkt. Er ließ es sich auch nicht nehmen, Armin Prommersberger selbst als 2. Bürgermeister zur Wahl zu stellen. Es gab keine weiteren Vorschläge, und Prommersberger wurde bei einer Enthaltung mit 12 von 13 Stimmen das uneingeschränkte Vertrauen ausgesprochen.

Beim neuen Amt für den Dritten Bürgermeister votierte Raab für Josef Riedl. „Er ist bereits sechs Jahre im Gemeinderat, ein Urgestein von Michelsneukirchen und in den Vereinen sehr aktiv“, so Raabs Begründung. Auch hier brachte die geheime Wahl unter der Leitung des VG-Geschäftsleiters Stefan Jobst das gleiche Ergebnis: zwölf Ja-Stimmen und eine Enthaltung. Sowohl Prommersberger als neuer Vize als auch Josef Riedl als neuer Dritter wurden von Raab vereidigt. Die beiden neuen Bürgermeister-Stellvertreter bedankten sich für das klare Votum.

„Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit mit Euch allen, der Wahlkampf ist vorbei, nun gilt es, miteinander anzugreifen, um die Probleme unserer Gemeinde zu lösen“, so Raabs erste Worte bei seiner Antrittsrede. Der Gemeinderat sei gewählt worden, um die Interessen aller Bürger zu vertreten, die getroffenen Entscheidungen würden sich meist über Jahre hinweg auswirken. Entsprechend sollten alle Ratsmitglieder mit bestem Wissen und Gewissen entscheiden, „da darf es keinen Parteizwang geben.“ Jeder solle zu den Entscheidungen stehen, selbst wenn das Abstimmungsergebnis einmal nicht die eigene Meinung widerspiegle. „Da darf man nicht enttäuscht sein, das ist nun einmal Demokratie“. Diese bestehe auch aus Kompromissen, nicht immer könne alles 1:1 umgesetzt werden, so wie man es sich vielleicht vorstelle. Ratsmitglied bedeute mit Sicherheit auch Ehrenamt in der Freizeit, ganz nach dem Motto der Bürgerschaft: „Weil i di grod dawisch“. Doch auch dafür sei man gewählt worden.

Corona-Krise wird Folgen haben

Die Corona-Pandemie werde wohl einige Unwägbarkeiten mit sich bringen, wie es für die Kommunen finanziell weitergehe. Manche Ausgaben müssten eventuell überdacht bzw. verschoben oder gar neue Prioritäten gesetzt werden. Ziel sei es, den neuen Haushalt im Juni zu beschließen. Dazu werde der gesamte Gemeinderat Anfang Juni in Klausur gehen. Raabs abschließend: „Ich wünsche Euch allen ein gutes Nervenkostüm beim Einsatz für die Belange unserer Gemeinde und unserer Bürger.“

Weitere Tagesordnungspunkte waren u.a. die Bestellung der Ausschüsse und deren Mitglieder, die Ernennung von Vertretern für die Gemeinschaftsversammlung innerhalb der VG mit Falkenstein und Rettenbach, die Festlegung von Beauftragten für Jugend, Familie, Senioren und Tourismus, der Erlass einer Satzung zur Regelung des örtlichen Gemeindeverfassungsrechts und Regelungen zur neuen Geschäftsordnung mit Erlass. Der Vorschlag auf zusätzliche Ernennung eines Kultur-Beauftragten wurde vertagt. Eventuell soll ein Kulturkreis aus den Reihen der Bürger sowie mit zwei Personen von Seiten des Ratsgremiums gebildet werden. Das Thema wird bei der Klausur diskutiert. Das Sitzungsgeld wird von 20 auf künftig 25 Euro angehoben.

Zu Beginn der Sitzung erhob sich der Gemeinderat zum Gedenken für Alfons „Schindler“ Bräu. Bürgermeister Raab würdigte postum die Verdienste des Verstorbenen für die Gemeinde und die Vereine. Bräu war 24 Mitglied des Ratsgremiums (1972 bis 1996) und fungierte in seiner letzten Amtsperiode als 2. Bürgermeister. Außerdem zeichnete er sich in vielen Vereinen als Mitglied, Gönner und Kamerad aus. (csa)

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