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Radiofreunde hoffen auf Stadt Cham

Rundfunkmuseum stellt Antrag auf finanzielle Unterstützung. Jürgen Kögler bleibt Vorsitzender des Fördervereins.

Die neue Vorstandschaft des Trägervereins erhielt einstimmig das Vertrauen der Mitglieder. Foto: fdp
Die neue Vorstandschaft des Trägervereins erhielt einstimmig das Vertrauen der Mitglieder. Foto: fdp

Cham.Die Freude stand den Verantwortlichen mit Museums-Chef Michael Heller und dem Fördervereinsvorsitzenden Jürgen Kögler ins Gesicht geschrieben, als sie am Samstag zur Jahresversammlung auf ein volles Haus blicken konnten. Zugleich stand auch die Neuwahl der Vorstandschaft auf der Tagesordnung. Das Ergebnis: 1. Vorsitzender: Jürgen Kögler, 2. Vorsitzender: Tilman Betz, Schriftführer: Daniel Paul, Kassenwart: Hans Schweiger, Kassenprüfer: Maria Haimerl und Otto Hudl, Beisitzer: Eckhard Kull, Jürgen Putzer und Zbynek Suchy

Vorsitzender Kögler spannte einen Bogen von der Herkunft der vielen Museumsfreunde bis hin zu den Altersschichten. Aus der gesamten Bundesrepublik, aus Österreich, aus Tschechien und gar aus weit entfernten Ländern kommen mittlerweile die Fördervereinsmitglieder mit einem Alter zwischen 15 und 90 Jahren.

Rund 3000 Gäste und 100 Gruppen wurden bis dato durch die Räume geführt, eine besondere Ehre sei es, dass auch der Generaldirektor des Deutschen Museums München, Professor Dr. Wolfgang Heckl seit kurzem zu den Mitgliedern zähle, freute sich Kögler. Das Chamer Rundfunkmuseum sei zweifelsohne ein Alleinstellungsmerkmal in ganz Deutschland geworden. Kögler dankte dafür allen Freunden, Gönnern und den vielen fleißigen Händen. Schatzmeister Hans Schweiger stellte fest, dass der Förderverein auch finanziell auf gesunden Beinen stehe. Dank vieler neuer Mitglieder habe sich der Kassenbestand positiv entwickelt. Schwerpunkte im Ausgabenbereich seien die Museumszeitschrift sowie die Beteiligung am Eröffnungsfest im September 2017.

Gibt‘s Geld von der Stadt?

Zum Tagesordnungspunkt „Quo vadis Rundfunkmuseum – Perspektiven“ befasste sich Michael Heller ausführlich mit der Zukunft und der nächsten Generation des Museums. Er berichtete zunächst vom Besuch des stellvertretenden Leiters der Landesstelle für nichtstaatliche Museen, Georg Waldemer, der dem Museum gute Noten gab, aber die Notwendigkeit einer soliden Finanzierung betonte. Dieser empfahl für die Sicherstellung des laufenden Betriebes eine Beteiligung Dritter, zum Beispiel der Stadt Cham. Dies sei auch Voraussetzung für die Förderung investiver Maßnahmen auf Bezirks-, Landes- oder Bundesebene. Am 22. Februar werde es dazu eine Abstimmung im Chamer Stadtrat mit hoffentlich positivem Ausgang geben, so Heller.

Immer mehr Anmeldungen zu Führungen, auch von großen Gruppen, erforderten den vor kurzem abgeschlossenen und bestens gelungenen Umbau von sechs Räumen im Museum. Jetzt müssten zusätzliche Führer gewonnen und ausgebildet werden. Heller betonte auch, dass die ehrenamtliche Tätigkeit Vieler Voraussetzung für den Betrieb sei und appellierte an die versammelten Mitglieder, sich weiter für diese großartige Sache zu engagieren.

Zum Zweck des Rundfunkmuseums betonte er, dass ein Museum kein Vergnügungspark sei. Es werde Bildung, Kultur und Unterhaltung an alle Bevölkerungsschichten vermittelt. Das Museum sei aber auch Heimat der Radiosammler, der Idealisten, der Enthusiasten, der Interessierten. Das Museum bewahre edles Kulturgut und gebe es an die nächsten Generationen weiter. Es müsse aber auch eine Bildungsstätte sein, die Lust an Technik vermittle – vor allem der Jugend. Um dem Ruf als „außerschulischer Lernort der Superlative“ (Schulamtsdirektor Utz) gerecht zu werden, müssten Ideen und Konzepte für Schulen und Schüler entwickelt werden. Das erste Projekt dafür, der Bau eines Radiogerätes durch Schüler, sei bereits in vollem Gange. Die beiden Chamer Gymnasien sind Piloten. Bereits Anfang April werde das Projekt mit Begleitung von Fachleuten des Museums, an den Schulen starten, so der Museumschef.

Heller übergab danach die Präsentation an das Vorstandsmitglied Jürgen Putzger, von Beruf Physiker, tätig an der Uni Regensburg. Dieser stellte in seinem Fachvortrag ausführlich die Details zur Entwicklungsgeschichte des „Mittelwellen-Schülerradios“ vor, das nun ausgereift in Produktion gehen kann.

Das Projekt „Schüler-Radio“

Dies sei alles nur möglich, da in Cham der letzte Mittelwellen-Großsender des Bayerischen Rundfunks auf der allseits bekannten Frequenz 801 kHz eine neue Heimat gefunden hat und wieder offiziell stundenweise in Betrieb ist. Über diesen Sender sollen auch von den Schülern selbst produzierte Sendungen laufen, die mit dem selbst gebauten Radio zu empfangen sind.

Michael Heller hatte schließlich noch eine frohe Kunde mitgebracht. Der Bayerische Rundfunk trenne sich von vielen hochwertigen Studiogeräten und überlasse diese dem Rundfunkmuseum. Ab Dienstag, 27. Februar, werde wöchentlich um 14 Uhr eine offizielle Führung angeboten, gab Heller abschließend bekannt. (fdp)

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