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Mittwoch, 26. September 2018 16° 1

Neuerung

Radrundfahrt goes Gelände

Zum Jubiläum werden ab Waldmünchen erstmals zwei Mountainbike-Touren angeboten – auch, um neue Mitfahrer zu gewinnen.
Von Petra Schoplocher

Einer der schönsten Momente der Radrundfahrt für Mountainbiker, sind Markus Plötz (links) und Franz Kistler überzeugt. Allerdings bekommt diese Aussicht am Sonntag, 8. Juli, nur zu sehen, wer über 65 Kilometer auf dem Tages-Tacho hat. Fotos: Schoplocher
Einer der schönsten Momente der Radrundfahrt für Mountainbiker, sind Markus Plötz (links) und Franz Kistler überzeugt. Allerdings bekommt diese Aussicht am Sonntag, 8. Juli, nur zu sehen, wer über 65 Kilometer auf dem Tages-Tacho hat. Fotos: Schoplocher

Waldmünchen.Was für eine Aussicht! Eine, die sich zumindest am 8. Juli die Mountainbiker bei der zehnten Waldmünchener Radrundfahrt hart erarbeiten müssen. Denn der Blick auf Waldmünchen von der Treffenkapelle aus liegt ganz am Ende der 67-Kilometer-Tour, die es mit über 1500 Höhenmetern durchaus in sich hat.

Mit zwei Mountainbike-Touren möchten die „Macher“ die traditionelle Waldmünchner (Renn)Radrundfahrt neuen Schwung verleihen – und neue Mitfahrer gewinnen, denn zuletzt hatte sich die Teilnehmerzahl bei um die 90 eingependelt. „In den Anfangsjahren waren wir schon mal bei 170“, berichtet Franz Kistler, einer der Organisatoren, dem die Veranstaltung sehr am Herzen liegt. Nicht zuletzt deshalb, weil von den vielen Radgruppen im Umkreis nicht mehr viele geblieben sind und in Folge dessen die Auswahl an „Rennen“ weggebrochen ist. Dabei sei die Gegend hervorragend, man kenne sie oft nur nicht und bemerke folglich nicht, „wie schön es hier ist“.

Eine Menge (Vor)Arbeit

Eines ist klar: Schon hinter den Straßenstrecken und der Familientour steckte in den vergangenen neun Jahren eine Menge Arbeit. Für das neue Angebot mussten 19 große Holzschilder angefertigt werden, hinzukommen die kleinen Wegweiser als Richtungspfeile.

Dass die Ski- und Radsportabteilung des TV Waldmünchen die Mountainbike-Strecken überhaupt anbieten kann, liegt zu einem großen Teil an Markus Plötz. Er hat die Routen ausgearbeitet. Erst am Computer – Vorgaben waren etwa 70 und etwa 40 Kilometer und im Falle der kürzeren Strecke „nicht allzu schwer“ – und dann im Gelände. Dort habe sich dann nämlich erst gezeigt, ob die Wege überhaupt befahrbar waren. „Ein paar Mal haben wir die Computerstrecke dann verändert“, erzählt Plötz. Etwa am Zwirenzl, wo ein Teilstück eine 32-prozentige Steigung aufgewiesen hätte.

Markus Plötz (links) und Franz Kistler mit der Karte, auf der Touren und Wegmarkierungen eingetragen sind.
Markus Plötz (links) und Franz Kistler mit der Karte, auf der Touren und Wegmarkierungen eingetragen sind.

„Für einen durchschnittlichen Mountainbiker ist die 36-Kilometer-Runde gut machbar“, sind Plötz und Kistler überzeugt. Für die große Tour hingegen sollte man hingegen schon gut trainiert sein, es warten anspruchsvolle Abfahrten, ein technisch und konditionell schwieriger Anstieg zum Bleschenberg und „hinten raus“ noch einmal zwei heftige „Bergaufbrocken“ auf die Sportler.

Ähnlich wie bei der Rennradtour – die als Radtouristikfahrt deklariert ist und somit auf Zeitmessung verzichtet – sind die ersten Kilometer gleich. Was für alle Mountainbiker bedeutet, dass sie erst einmal zum Gibacht „hoch“ müssen. Dort trennen sich die Strecken, die Ambitionierteren nehmen gleich das Glaskreuz am Reißeck noch mit.

180 Wegweiser als Richtungspfeile wird das rund 40-köpfige Helferteam aufstellen, für die Strecken im Wald setzen die TV-ler zusätzlich rot-weiße Flatterbänder ein. Mit der Ausschilderung wird üblicherweise schon am Freitag und Samstag begonnen, ehe die ersten Sportler starten, werden die Strecken noch einmal abgefahren.

Sorge tragen müssen die Ausrichter auch für die Verpflegung an den Kontrollstellen, in diesem Jahr sieben statt vier. „Das Schöne ist: Egal, wen du anredest, der hilft“, schwärmt Franz Kistler vom Zusammenhalt der radfahrenden „Truppe“, von denen sich der Großteil mittwochs zur gemeinsamen Ausfahrt aufmacht (Treffpunkt immer um 18 Uhr am Waldmünchener Jahnplatz).

Auch wenn Franz Kistler eher zum Rennrad neigt: das Naturerlebnis mit dem Mountainbike beeindruckt ihn.
Auch wenn Franz Kistler eher zum Rennrad neigt: das Naturerlebnis mit dem Mountainbike beeindruckt ihn.

Was aber motiviert das Team um Franz Kistler, für vermeintlich Wenige diesen Aufwand zu treiben? „Wir sind mit Leib und Seele Radfahrer und möchten etwas anbieten für die Leute, damit sich hier was rührt“, unterstreicht Kistler. Der TV-ler würde sich wünschen, dass diese Bemühungen auch die Waldmünchener honorieren würden –schließlich sind auch alle ehrenamtlich unterwegs.

Das ist in diesem Jahr noch einfacher als bisher: Ab 11.30 Uhr spielen die Gibacht-Grainer auf dem Marktplatz, die eintrudelnden würden sich sicher über ein Empfangskomitee im Zielbereich freuen, rührt Franz Kistler die Werbetrommel.

Für die zehnte Auflage haben die Organisatoren die Startgebühren leicht gesenkt, nachdem sie gehört hatten, dass zehn Euro für die große Tour manchen Radler aus dem Nachbarland abgehalten hätte. So sind nun maximal acht Euro fällig, Kinder, die die Familientour mitmachen, sind ganz frei.

Den Perlsee dürfen alle genießen

Diese führt – wie sämtliche Strecken – am Perlsee vorbei, je nach gebuchter Tour liegen die Thurauer Mühle, neu Muschenried oder Herzogau am Wegesrand. Ausdrücklich willkommen sind auch E-Bike-Fahrer, „schließlich ist das keine Wettfahrt“, betonen die beiden Radfahrbegeisterten unisono.

Franz Kistler und Markus Plötz werden sich am 8. Juli nicht in den Sattel schwingen können, dafür ist zu viel zu tun. „Macht aber nichts“, sagt der Ältere. An dem Tag der Rundfahrt gehe es darum, den anderen das schöne Radlland zu zeigen. „Ich genieße es wann anders wieder“.

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