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Immobilie

Raiffeisenbank kauft Brantl-Areal

Auf dem 3400 Quadratmeter großen Grundstück in der Rodinger Innenstadt ist eine Wohnbebauung inklusive Tiefgarage geplant.
Von Bastian Schreiner

Die ehemalige Brauerei an der Regensburger Straße wird in naher Zukunft einem Objekt mit Wohnungen samt Tiefgarage weichen. Foto: Bastian Schreiner
Die ehemalige Brauerei an der Regensburger Straße wird in naher Zukunft einem Objekt mit Wohnungen samt Tiefgarage weichen. Foto: Bastian Schreiner

Roding.In der Gerüchteküche war das Thema bereits seit einiger Zeit am Köcheln. Nun gibt es die offizielle Nachricht: Die Raiffeisenbank Chamer Land hat das Grundstück der ehemaligen Brauerei Brantl gekauft. Darüber geben die beiden Vorstände Reinhard Paulus und Thomas Koch, Konrad Fuchs als Leiter der Immobilienvermittlung sowie Jupp und Doris Brantl Auskunft. Auf dem Areal im Zentrum von Roding soll Wohnraum entstehen. Mit dem Abriss des Brauereigebäudes verliert die Stadt ein Stück Geschichte.

Aus Sicht der beiden Vorstände der Raiffeisenbank habe sich mit dem Erwerb des ehemaligen Brauereigeländes der Familie Brantl eine hervorragende Perspektive eröffnet, um unmittelbar und nachhaltig die Entwicklung der Rodinger Innenstadt mitzugestalten. „Geplant ist, dass auf dem Grundstück Eigentumswohnungen mit Tiefgarage geschaffen werden“, sagt Paulus. Die Familie Brantl habe sich mit dem Gedanken gespielt, das Areal zu verkaufen, wenn eine vernünftige Nutzung erfolgt.

Einzelhandel ist ausgeschlossen

Besiegelten den Verkauf (v. l.): Vorstand Reinhard Paulus, Jupp und Doris Brantl sowie Vorstand Thomas Koch und Abteilungsleiter Konrad Fuchs Foto: Bastian Schreiner
Besiegelten den Verkauf (v. l.): Vorstand Reinhard Paulus, Jupp und Doris Brantl sowie Vorstand Thomas Koch und Abteilungsleiter Konrad Fuchs Foto: Bastian Schreiner

„Die Lage ist interessant für uns. Schon nach zwei Gesprächen haben wir uns geeinigt“, berichtet Paulus. Die Bank hat sich das rund 3400 Quadratmeter große Grundstück mittlerweile gesichert, die Tinte unter dem Kaufvertrag ist getrocknet. Wie die beiden Bankvorstände weiter informieren, würden die Planungen aber noch ganz am Anfang stehen, so dass momentan noch keine konkreten Angaben zur konzeptionellen Umsetzung gemacht werden können. Neben Wohnungen – vorwiegend zur privaten Nutzung – könnten bei entsprechender Nachfrage aber auch Büro- und Gewerbeflächen errichtet werden. Paulus denkt dabei an Räume für Anwälte, Steuerberater oder Zahnärzte. Einzelhandel sei allerdings ausgeschlossen.

Kommune

Der Kampf gegen Leerstände in Roding

Leere Schaufenster und Verkaufsräume – diese Ansicht gehört auch in der Altstadt zum Alltag. Noch herrscht aber Zuversicht.

Die Vermarktung werde übrigens die hauseigene Immobilienabteilung der Bank übernehmen. Deren Leiter Konrad Fuchs bezeichnet das Areal als Edelstück in Roding. Reinhard Paulus nickt und ergänzt: „Unser Ziel ist es, mit einem attraktiven Objekt den Innenstadt-Bereich aufzuwerten.“ Nach dem Erwerb des Grundstückes werde die Bank nun in die Planungen entsteigen. Der Baubeginn soll im ersten Halbjahr 2020 erfolgen. Laut Vorstand Thomas Koch soll ein Architektenwettbewerb initiiert werden. Es sei nicht das erste Mal, so Koch, dass die Raiffeisenbank neben ihrer Hauptaufgabe als Finanzdienstleiter zukunftsorientierte Projekte vor Ort anpackt. Zwischen zehn und elf Millionen Euro seien in den vergangen Jahren bewegt worden. Man habe sowohl die Immobilienabteilung als auch einen Bausachverständigen im Haus.

Objekt im Herzen der Stadt

Auch die ehemalige Normal-Filiale im Brantl-Hof soll abgerissen werden. Foto: Bastian Schreiner
Auch die ehemalige Normal-Filiale im Brantl-Hof soll abgerissen werden. Foto: Bastian Schreiner

Wie viele Baukörper das Objekt haben wird, sei ebenso offen wie die Zuschnitte der Wohnungen. „Das hängt von den Architekten ab“, weiß Fuchs. Vorstellbar sei, Teile der Wohnungen als Eigenbestand zu sichern. Möglich sei, die Wohnungen als Kapitalanlage zu nutzen. Bürgermeister Franz Reichold begrüßt das Vorhaben, da die Nachfrage nach Wohnraum in Roding weiter ungebrochen sei. Ziel müsse sein, dass sich das Objekt ins Stadtbild einfügt, so Reichold.

Die Familie Brantl

  • Brauerei:

    Großvater Joseph Brantl, der von 1933 bis 1937 und von 1948 bis 1963 ehrenamtlicher Bürgermeister von Roding war, löste sich aus der Kommunbraugesellschaft und baute 1954 eine eigene Braustätte mit Sudhaus in der Regensburger Straße. Vater Sepp Brantl baute Brauerei und Vertrieb aus. Bier gebraut wurde dort bis 2012.

  • Hotel:

    1981 wurde in der Schulstraße den Hotelgasthof eröffnet. Nach dem Tod von Vater Sepp 1982 führten Mutter Frieda und später Schwester Edith den Gasthof, ehe ihn 2014 das City Hotel übernommen hat.

  • Handel:

    Den Getränkefachgroßhandel mit Zeltverleih (Schorndorfer Straße) führt Jupp Brantl weiter.

Zum Grundstück zählt auch der Parkplatz an der Lilienhöhe, der derzeit an die Stadt Roding vermietet ist, sowie die ehemalige Norma-Filiale, die dort 22 Jahre ansässig war. Die Halle wurde immer wieder kurzzeitig als Lager vermietet. Da die Verkaufsfläche dort zu gering und nicht mehr zeitgemäß gewesen war, mietete der Discounter die freiwerdende Fläche in der Falkensteiner Straße. Unberührt vom Verkauf bleiben das seit einigen Jahren geschlossene Rodinger Kino, das Cinema, und davor das ehemalige Bürgermeisterhäuschen.

Lesen Sie hier: Das City Hotel übernimmt das Gasthaus Brantl

Jupp Brantl zeigt sich erleichtert, mit der Raiffeisenbank einen guten Partner gefunden zu haben. Sein Großvater Joseph Brantl errichtete die Braustätte mit Sudhaus und Füllerei in der Regensburger Straße. Vater Sepp Brantl baute Brauerei und Vertrieb aus. Bier gebraut wurde dort bis 2012. „Unter dem Gebäude sind tiefe Keller, Bier lagert dort aber keines mehr“, erzählt Jupp Brantl. Der Braumeister und langjährige Festwirt möchte vor dem Abriss noch ein paar alte Andenkensstücke retten. Was bleibt sind viele Erinnerungen an Brauerherrlichkeit.

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