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Auszeichnung

Ralph Wenzel ist im Glasolymp angekommen

Der kreative und engagierte Gibacht-Galerist und Künstler ist der erste Träger des Glasstraßenpreises aus dem Landkreis Cham.
Von Petra Schoplocher

Strahlende Gesichter auch beim Interview: Der frischgebackene Glasstraßenpreisträger Ralph Wenzel mit Moderator Martin Gruber und Bundesminister a.D, Helmut Brunner (rechts), der zusammen mit Ex-Staatssekretär Ernst Hinsken die gläseren Auszeichnungen überreichte. Foto: Schoplocher
Strahlende Gesichter auch beim Interview: Der frischgebackene Glasstraßenpreisträger Ralph Wenzel mit Moderator Martin Gruber und Bundesminister a.D, Helmut Brunner (rechts), der zusammen mit Ex-Staatssekretär Ernst Hinsken die gläseren Auszeichnungen überreichte. Foto: Schoplocher

Waldmünchen.Es war das vielleicht größte Kompliment des Abends und es dürfte den frischgebackenen Glasstraßenpreisträger Ralph Wenzel nicht im Geringsten gestört haben, dass Ernst Hinsken in diesem Moment kein Mikrofon hatte: „Großartig. Sie dürfen stolz sein auf das, was Sie da geschaffen haben“, sagte der Staatssekretär a. D., nachdem er wie alle anderen im Saal zuvor vom Wirken und Engagement des Gibacht-Wirts und -Künstlers gehört hatte.

Dieses hatte nicht nur den Politiker und früheren Preisträger Hinsken, sondern im Vorfeld auch die Jury beeindruckt. Offenbar sehr, denn immerhin bescheinigte diese allen 14 Bewerbern – Institutionen, Vereine, Unternehmen und Personen – „großes Engagement und Herzblut“, wie Dr. Michael Braun, Geschäftsführer des Tourismusverbands Ostbayern verriet.

 Bürgermeister Markus Ackermann ließ es sich nicht nehmen und besuchte den Festakt in Viechtach. „Eine ganz tolle Sache!“, gratulierte er dem Gibacht-Wirt und Künstler zu der bedeutsamen Auszeichnung.Foto: ps
Bürgermeister Markus Ackermann ließ es sich nicht nehmen und besuchte den Festakt in Viechtach. „Eine ganz tolle Sache!“, gratulierte er dem Gibacht-Wirt und Künstler zu der bedeutsamen Auszeichnung.Foto: ps

Seit 20 Jahren vergibt dieser alle zwei Jahre den Glasstraßenpreis, Ralph Wenzel ist der erste Preisträger aus dem Landkreis Cham. Dass er ihn bekam, lag laut Jury in seiner Kreativität als Glasschaffender begründet, aber auch in seinem Engagement bei der Vermittlung der „Faszination Glas“ an Kinder, Einheimische, Urlauber und Flüchtlinge. Wenzel helfe, das Glaserbe der Heimat zu bewahren und das Bewusstsein für Glas zu fördern.

Kurze Filme brachten dem Publikum die Preisträger näher. In Ralph Wenzels Clip kam nicht nur sein kreatives Schaffen, sondern auch sein Engagement für Flüchtlinge und im Kinderferienprogramm vor.Foto: ps
Kurze Filme brachten dem Publikum die Preisträger näher. In Ralph Wenzels Clip kam nicht nur sein kreatives Schaffen, sondern auch sein Engagement für Flüchtlinge und im Kinderferienprogramm vor.Foto: ps

Besondere Erwähnung fanden das Gläserne Gipfelkreuz am Reißeck und sein Leuchtturm der Menschlichkeit. Beides sind beliebte Ausflugsziele und passten somit perfekt in das diesjährige Glasstraßenpreis-Kriterium: Gäste sollten bei den Gewinnern ihre Kreativität und Individualität während ihres Urlaubs entlang der Glasstraße ausleben können. Der Berghof Gibacht mit Glasstudio und Galerie stelle mit seinen Aktionen, seiner Kunst und dem Kulturprogramm eine Bereicherung für den nördlichen Teil der Glasstraße bei, lobte die Jury, bestehend aus an Hans Wudy (Leiter der Glasfachschule Zwiesel), Bernd Kellermann (Journalist beim Bayerischen Rundfunk), Alexandra Beier (Tourismusreferentin des Landkreises Schwandorf) und Monika Häuslmeier (Marketingleiterin Stadt Viechtach).

Sichtlich gerührt

Die Rührung über die lobenden Worte und den Preis war Ralph Wenzel anzusehen, der – gefragt von Moderator Martin Gruber – gerne zugab, dass ihm die Auszeichnung sehr viel bedeute. „Das ist schon etwas ganz Besonderes“, sagte der Waldmünchener, der die Auszeichnung als „seinen ersten Preis“ bezeichnete, wenngleich er in seinem früheren beruflichen Leben durchaus die ein oder andere Auszeichnung einheimsen konnte.

„Glas ist einfach das Schönste, die Faszination hält mich nach wie vor gefangen“, sagte er, dessen Familien seit mehr als acht Generationen untrennbar mit dem Werkstoff verbunden ist.

 Ehrenpreisträger Willi Steger gab sein Glaskunstwerk postwendend an seine Frau Christa weiter, die „mich immer unterstützt hat“ und die trotz Fußverletzung dem großen Moment im Leben ihres Mannes beiwohnte.Foto: ps
Ehrenpreisträger Willi Steger gab sein Glaskunstwerk postwendend an seine Frau Christa weiter, die „mich immer unterstützt hat“ und die trotz Fußverletzung dem großen Moment im Leben ihres Mannes beiwohnte.Foto: ps

Die Faszination Glas war den ganzen Abend über spürbar. Bei den Beiträgen über Wenzels Mit-Preisträger, dem Waldmuseum Zwiesel und „Glas-Methusalem“ Willi Steger – Experte und jahrzehntelang in Sachen Glas, Ausbildung, Fachschule und der Verzahnung mit dem Tourismus engagiert – , ebenso wie in den kurzen Gesprächsrunden mit unterschiedlichen Schwerpunkten, natürlich rund ums Glas und seine Bedeutung.

 Die Viechtacher Stadthalle bot einen wunderbaren Rahmen. Zum zehnten Mal vergab der Tourismusverband Ostbayern den Glasstraßenpreis. Erstmals reihte sich in die namhafte Liste der Preisträger einer aus dem Landkreis Cham ein. Foto: ps
Die Viechtacher Stadthalle bot einen wunderbaren Rahmen. Zum zehnten Mal vergab der Tourismusverband Ostbayern den Glasstraßenpreis. Erstmals reihte sich in die namhafte Liste der Preisträger einer aus dem Landkreis Cham ein. Foto: ps

„In keiner anderen Region in Deutschland und Europa ist Glas in dieser Kreativität, Vielfalt und Vielschichtigkeit erlebbar wie bei uns“, rückte Dr. Michael Braun die Maßstäbe zurecht. Die 27 Preisträger der vergangenen zwei Jahrzehnte – die Vergabe erfolgt nur alle zwei Jahre – und die drei „Neuen“ hätten gezeigt, dass Glas zugleich Fantasie, Kunst, Technik, Kultur, Geschichte und Moderne versinnbildliche.

Immer wieder kam das Thema auf die namengebende, 250 Kilometer lange Glasstraße im Bayerischen und Oberpfälzer Wald. Deren Bekanntheit zu steigern und Menschen (weiter) zu animieren und zu inspirieren, Tolles aus und mit Glas zu schaffen, sei einst Idee für den Preis gewesen, strich Dr. Braun heraus.

Bewerbung in letzter Minute

Dass Ralph Wenzel den Preis bekommen hat, beziehungsweise überhaupt eine Bewerbung abgab, ist einer spontanen Kehrtwende einen Tag vor Einsendeschluss zu verdanken. Ursprünglich hatte der Glaskünstler und Galerist das nämlich nicht vor. Umso mehr freut er sich nun über die Bestätigung seiner Arbeit der vergangenen 15 Jahre. Einer „seiner“ Gäste, die er zur Preisverleihung mitbringen durfte, formulierte das so: „Endlich hat Ralph den verdienten Lohn für seine Aktivitäten bekommen.“

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