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Rat schafft Platz für Urnen

Gut 100000 Euro kostet der Umbau des nördlichen Friedhofteils. Bei der Gestaltung setzte sich der Vorschlag des Pfarrers durch.

Die Umsetzung der Urnengrabanlage erfolgt im nördlichen Teil des alten Friedhofs. Der Bestand an sechs Erdurnengräbern mit Pflanzfläche an der Staatsstraße wird integriert, die Gräber im Übergang zum neuen Friedhof können erhalten bleiben.
Die Umsetzung der Urnengrabanlage erfolgt im nördlichen Teil des alten Friedhofs. Der Bestand an sechs Erdurnengräbern mit Pflanzfläche an der Staatsstraße wird integriert, die Gräber im Übergang zum neuen Friedhof können erhalten bleiben. Foto: csa

Schorndorf.Bei der jüngsten Sitzung am Mittwochabend hat der Gemeinderat im nichtöffentlichen Teil mit den Auftragsvergaben endgültig die Um- und Neugestaltung des alten nördlichen Friedhofteils zur Urnengrabanlage auf den Weg gebracht. Das Kostenvolumen liegt insgesamt bei gut einhunderttausend Euro. „Die gesamte Urnengrabanlage wird ein Vorzeigeobjekt“, sagte Bürgermeister Max Schmaderer.

Mit der Maßnahme soll der verstärkten Nachfrage nach Urnengräbern entsprechend Rechnung getragen werden. Den eigentlichen Beschluss hatte noch das vorherige Ratsgremium bereits im Herbst 2017 getroffen und in den Haushalt 2018 die geschätzt benötigten Mittel von 100000 Euro eingestellt. Es folgten entsprechende Gestaltungsentwürfe von Seiten des Chamer Ingenieurbüros Brandl & Preischl sowie von Steinmetz Norbert Hofinger aus Roding-Oberkreith, der drei Entwurfsvarianten zur Diskussion stellte. Daraus angepasst entstand nun durch das Ingenieurbüro für Bauwesen Brandl & Preischl der endgültige Plan.

Dem Vorschlag von Pfarrer Martin Schöpf, auch bei den Urnen eine normale Erdbestattung zu favorisieren („Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staub“), schloss sich der Gemeinderat an. Es wird also zum Beispiel keine Urnen in einem oberirdischen Kolumbarium geben. Ansonsten wird den verschiedenen Bestattungsformen entsprechend Rechnung getragen und es sind Erdurnengräber, Urnenboxen, Urnengräber mit Urnenröhren und Pflanzfläche, Erdurnengräber mit Pflanzfläche und Grabstein, Baumgräber mit Urnenröhren, ein Gemeinschaftsgrab (für Urnen und Schriftplatten) sowie ein anonymes Erdgrab für circa 60 Urnen zur namenlosen Beisetzung berücksichtigt.

Urnen müssen abbaubar sein

Für die Urnen sollen nur auflösende beziehungsweise biologisch abbaubare Materialien zugelassen werden, also zum Beispiel aus Holz, Granulat oder Ton. Diese Frage und viele mehr gilt es für die Urnengrabanlage noch in einer entsprechenden Satzung festzuhalten.

Urnengrabanlage

  • Planung:

    Die Umbaumaßnahme soll bereits in Kürze beginnen und bis spätestens Ende September umgesetzt sein. Beauftragt sind die Firma Mandl Bau GmbH in Schorndorf-Neuhaus und Steinmetz Norbert Hofinger aus Roding-Oberkreith.

  • Plätze:

    Urnenbestattungen sollen wie bisher auch weiterhin im restlichen alten Teil sowie im neuen Friedhof möglich bleiben. (csa)

Steinmetz Norbert Hofinger machte von Anfang an klar, dass bei einer Umsetzung mit ihm nur nachhaltige und einheimische Materialien in Frage kommen und nicht etwa billigere Varianten aus China oder Indien. Erdarbeiten und Wegeführung werden in einem Zug erfolgen, ebenso eine Grundstruktur der Fundamente für die künftige Anordnung. Die Anzahl der verschiedenen Gräber kann entsprechend dem Bedarf erweitert werden. Die Kommune muss zunächst die Vorfinanzierung der Investitionssumme von rund 100000 Euro übernehmen, ehe die Unkosten über die Gebühren wieder Schritt für Schritt zurückfließen. Die Auftragsvergaben erfolgten bei der Sitzung am Mittwochabend an die wirtschaftlichsten Anbieter. Die Erdarbeiten, wie Auskoffern und Unterbau herstellen, wird die Baufirma Mandl GmbH aus Neuhaus zum Angebot von 38841,50 Euro netto vornehmen. Den Zuschlag für die Gestaltung der Urnengrabanlage an sich erhielt die Steinmetz-Firma Hofinger aus Roding-Oberkreith für 55591,50 Euro netto. Der Auftrag umfasst insbesondere circa 215 Meter Granitgroßpflasterstreifen, 72 Stück Stahleinfassungen als Abgrenzung zwischen den einzelnen Erdurnengräbern, 14 Gedenksteine, sechs Stelen und drei Sitzbänke. Der Steinmetz wird den Bereich bei der Friedhofsmauer zur Staatsstraße beziehungsweise Ortsdurchfahrt hin gleich mit verschiedenen, möglichen Urnengrabsteinen zur Auswahl anlegen.

Drei Firmen arbeiten an Kreuz

Ebenfalls an Hofinger ging der Auftrag für ein Friedhofskreuz aus einer Stahl-Glas-Konstruktion, das 8135 Euro netto kostet. Die Rahmenkonstruktion aus Stahl wird verzinkt und pulverbeschichtet sein, die Herstellung erfolgt durch die Metallbaufirma Lugbauer aus Falkenstein. Die Füllung aus Buntglas wird das Glaszentrum Weinfurtner aus Arnbruck, ausführen. Der Sockel wird aus Kaltrumer Granit sein. Ein großes Kompliment sprach 1. Bürgermeister Max Schmaderer dem Bauhof-Team aus, das bereits im Vorfeld die Friedhofsmauer im Bereich der künftigen Urnengrabanlage in Eigenregie zur vollsten Zufriedenheit wiederinstandgesetzt hat. (csa)

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