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Fusion

Realschulen kommen sich digital näher

Das einheitliche Erscheinungsbild der Homepages ist ein weiterer Schritt zu einer Chamer Realschule. Die ist schon spürbar.
Von Petra Schoplocher

Ein weiterer Schritt in Richtung gemeinsamer Schule: Die Homepages von Gerhardingern und Maristen wurden umgestaltet – gleich so, dass eine Zusammenlegung am Tag x technisch leicht möglich ist. Schuldirektor Josef Maier (links) und die Konrektoren Johannes Dieckmann und Christian Haringer (rechts) sind sehr angetan von dem frischen Auftritt und den neuen Möglichkeiten. Foto: Schoplocher
Ein weiterer Schritt in Richtung gemeinsamer Schule: Die Homepages von Gerhardingern und Maristen wurden umgestaltet – gleich so, dass eine Zusammenlegung am Tag x technisch leicht möglich ist. Schuldirektor Josef Maier (links) und die Konrektoren Johannes Dieckmann und Christian Haringer (rechts) sind sehr angetan von dem frischen Auftritt und den neuen Möglichkeiten. Foto: Schoplocher

Cham.Dass auf Josef Maiers Schreibtisch zwei Bildschirme stehen, kommt nicht von ungefähr. Schließlich ist der Pädagoge seit eineinhalb Jahren Direktor zweier Realschulen. Dass sich aber die Darstellungen links und rechts ähneln, hie wie da fröhliche Jugendliche zeigen und das Design der beiden Homepages seit vergangenem Dienstag einheitlich daherkommt, ist der neueste Clou von Gerhardingern und Maristen.

Was im ersten Moment „nur“ nach einer technischen Aufwertung klingt – gerade der Internetauftritt der Mädchen-Realschule war in die Jahre gekommen – ist für Josef Maier und seine Konrektoren Johannes Dieckmann und Christian Haringer weit mehr. Weil es wieder ein Schritt in Richtung der neuen, einen Schule ist. Und, weil es wieder ein Projekt war, das im Miteinander entstanden ist – auch unter Einbeziehung der Schüler.

Immer mehr Verknüpfungen

„Wir nutzen die Zeit bis zum tatsächlichen Zusammenschluss, das auf den Weg zu bringen, was auf den Weg gebracht werden kann“, erklärt Christian Haringer. Das entschlacke die Arbeiten zum Fusionszeitpunkt und helfe, das Ziel „Aus zwei mach eins“ als Prozess zu gestalten. Dazu gehört neben der Parallelschaltung der Homepage, dass Lehrer an beiden Schulen unterrichten, sich Sekretärinnen austauschen und dass Wahlfächer wie Mediengruppe, Schulband oder CAD schulübergreifend angeboten werden.

Montag nach den Ferien, erste Stunde: Die 8 b der Gerhardinger wirft einen ersten Blick auf die neue Homepage. Die ist „voll schön“ und auch nützlich. Foto: ps
Montag nach den Ferien, erste Stunde: Die 8 b der Gerhardinger wirft einen ersten Blick auf die neue Homepage. Die ist „voll schön“ und auch nützlich. Foto: ps

Das Schulforum tagt längst miteinander, der Schulfasching wurde in diesem Jahr erstmals als eine Party veranstaltet. In der Anmeldung einiger Gerhardinger-Mädchen für die Romfahrt der Maristenfreunde, sehen die Verantwortlichen, dass gegenseitige Anknüpfungspunkte immer mehr und damit die Verzahnung enger wird. Neben der praktischen Zusammenführung arbeiten die Schulvertreter aber auch an der ideologischen. So wird derzeit der Frage nachgegangen, wie sich die neue Schule ihr religiöses Leben vorstellt. „Das funktioniert alles sehr, sehr gut“, betont Josef Maier, der von seinen beiden Mitstreitern als „den Besten, die mir passieren konnten“, spricht. Die großen Themen behandeln die Drei miteinander, dafür ist jeden Montagmorgen ein „Jour fixe“ angesetzt.

Fragen rund um den Neubau

Wer sich intensiver um ein Projekt kümmert, muss nicht abgesprochen werden, das ergibt sich meist aus dem Alltag. Christian Haringer etwa, der bei den Maristen die Stellung hält, ist schon alleine räumlich am nächsten dran, wenn es ums Bauen geht. „Klar kommen da Fragen“, sagt er.

Überhaupt, das neue Schulhaus. Bei den Informationsveranstaltungen zum Übertritt hören die Eltern immer besonders aufmerksam zu, er die Pläne vorstellt, hat Haringer festgestellt. Im Gegensatz zum Großteil der derzeit 469 Mädchen und 295 Jungen wird die gemeinsame Schule für die zukünftigen „Fünften“ Realität. „Wir bauen die Schule von unten auf“, streicht Josef Maier heraus.

Klassen: Jungen, Mädchen, gemischt?

Bedeutet: Die bestehenden Klassenverbände sollen möglichst bleiben, künftige Schülergenerationen sollen dann die Wahl zwischen reinen Mädchen- und Jungen- oder gemischten Klassen haben. In einem vertretbaren, vernünftigen Rahmen, trotz der größeren Spielräume einer kirchlichen Schule muss die Verhältnismäßigkeit schließlich gewahrt bleiben. „Das wird ein spannender Prozess“, ist Johannes Dieckmann überzeugt.

Gerhardinger und Maristen

  • Fusion:

    Die Entscheidung, die beiden Chamer Realschulen zu einer koedikativen Schule zu vereinen, fiel vonseiten der Schulstiftung der Diözese Regensburg im Juli 2015.

  • Architektenwettbewerb:

    Für den Neubau der Schule wurde im Dezember 2016 ein Wettbewerb gestartet, der Siegerentwurf wurde im März 2017 präsentiert. Das denkmalgeschützte Studienheim wird in die Planungen einbezogen. Bezugsfertig soll die Schule im Jahr 2021 sein.

  • Schulleitung:

    Seit August 2017 leitet Josef Maier beide Schulen. Diese bleiben eigenständig, arbeiten aber verstärkt zusammen.

  • Namensfindung:

    Ein weiterer Wettbewerb hat die Namensfindung zum Inhalt: Wie soll die neue Schule heißen?

  • Homepage:

    Im Team und unter Einbeziehung von Lehrern und Schülern wurden die Internetauftritte neu gestaltet. (ps)

Spannend ist auch die Frage, welchen Namen die neue Schule tragen wird. Ein Ideenwettbewerb ist abgeschlossen, die Resonanz war „erstaunlich hoch“. Einen klaren Favoriten gibt es nicht, allerdings trifft die Entscheidung letztlich ohnehin die Schulstiftung, erklärt Josef Maier, der aber fest damit rechnet, dass die Katze in den kommenden Wochen aus dem Sack gelassen wird.

Noch einmal zur Homepage, die neben der strategischen Ausrichtung auch ganz handfeste Vorteile für Eltern, Schüler und Lehrer hat. Die Funktion „Schulmanager“ erlaubt es den Fünft- bis Zehntklässlern unter anderem, den Vertretungsplan einzusehen, Eltern können Sprechstunden online buchen, Krankmeldungen und Beurlaubungen abgeben und Elternbriefe abrufen. Letzteres habe neben dem größeren Komfort auch Papiersparcharakter, unterstreicht Johannes Dieckmann.

Einladung, sich selbst ein Bild zu machen

Wer sich nicht nur virtuell, sondern auch wirklich und atmosphärisch in die Welt der beiden Realschulen eintauchen will, hat zeitnah an zwei Freitagen die Gelegenheit dazu. Am 22. laden Gerhardinger, am 29. März Maristen zum Tag der Offenen Tür ein. Mit Informationen zu Übertritt und Neubau, Schulhausführungen und Kennenlernen des jeweiligen Schulalltags.

Der neue Internetauftritt kann über die Funktionalität hinaus auch optisch punkten, stellen Maier, Dieckmann und Haringer gleich am ersten Tag „Ernstfall“ fest. Die Schülerinnen der 8 b jedenfalls sind begeistert. Als sie nach ihrer (www.grs-cham.de) die Seite der Maristen (www.maristen-realschule.de) aufrufen, sticht sofort das gleiche helle, freundliche und moderne Erscheinungsbild ins Auge. Zufall oder Absicht? „Absicht natürlich“, kontern die Mädchen beinahe empört. „Schließlich gehören wir doch irgendwie zusammen.“

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