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Drachensticheleien

Recht stiller Beginn beim Drachenstich

Die kleinen Pannen bei der zweiten Generalprobe führten zu einem tonlosen Chamerauer und einem verpassten Start.

Wenn dem Chamerauer einfach der „richtige Ton“ fehlt ... Foto: Tschannerl
Wenn dem Chamerauer einfach der „richtige Ton“ fehlt ... Foto: Tschannerl

Furth im Wald.Recht still ist es am Donnerstagabend zu Beginn der zweiten Generalprobe auf dem Stadtplatz gewesen. Bürgermeister Sandro Bauer, im Kostüm des Chamerauers, war gerade mitten in der Begrüßung des Publikums, als ihm auf einmal die Stimme wegblieb. Das lag nicht daran, dass er sich bereits heiser gespielt hatte bei den Proben, sondern am Ton, der plötzlich nicht mehr funktionierte. Bauer wartete kurz ab, als sich nichts tat, redete beziehungsweise schrie er ohne Mikrofon weiter. Dafür gab es anerkennenden Applaus vom Publikum, und die Vorstellung konnte beginnen. Tat sie aber nicht. Es passierte – gar nichts. Die Zuschauer warteten gespannt und wurden schließlich unruhig. Da kam der Chamerauer noch einmal auf die Bühne. Die Probleme hätten nicht nur sein Mikro betroffen, der Ton funktioniere gerade gar nicht, man werde aber alles tun, um das Problem schnell zu lösen, versicherte er.

Und beim Warten begannen die Zuschauer natürlich zu spekulieren. Die Kinder im Stehplatzbereich waren überzeugt, der Regen am Tag zuvor hätte den Lautsprechern sicher nicht gutgetan. Das hätten sie sich gleich schon gedacht. Und weil es trotzdem immer einen Schuldigen braucht – und sie bislang nur einen Menschen auf der Bühne gesehen hatten, endeten die Diskussionen in der Stille schließlich mit dem Satz „Der Chamerauer ist wirklich nicht meine Lieblingsperson“.

Mehr oder weniger freiwillig musste sich Hussit Jan bei der Vorstellung am Donnerstagabend fast von einer Lanze aufspießen lassen. Eigentlich hätten zwei Chamerauer-Gefolgsmänner Jan als Drohung hochheben und über die stehende Lanze halten sollen. Die waren hinter der Bühne aber in gute Gespräche vertieft und verpassten ihren Einsatz – so dass der Hussit über der Lanze ein wenig aussah wie einer, der sich selbst opfern möchte.

Auf geopfert werden hatte wohl auch Drache Fanny keine Lust beim Spiel am Donnerstagabend. Als sie zum Stich in die Arena gehen sollte, machte ihr das sichtlich Probleme, sie kam kaum voran. Schließlich musste sie auf ihr Wagerl aufgesetzt und gefahren werden. (ep)

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