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Rechtliche Tücken im Netz

Beim Online-Einkauf müssen die Käufer achtsam sein. Unsere Expertin verrät, auf was man unbedingt achten sollte.
Von Nicole Bräu

Online einkaufen schont oft die Nerven. Es gibt jedoch ein paar Regeln, die Käufer beachten sollten. Foto: picture alliance/Jens Büttner
Online einkaufen schont oft die Nerven. Es gibt jedoch ein paar Regeln, die Käufer beachten sollten. Foto: picture alliance/Jens Büttner

Cham.Sofa statt überfüllte Innenstadt – so lautet mittlerweile die Devise vieler Menschen vor Weihnachten. Sie bestellen ihre Geschenke im Internet und lassen sie bequem nach Hause liefern. Doch worauf muss man beim Online-Kauf achten?

Ein Preisvergleich ist schnell und unkompliziert über Suchmaschinen oder Vergleichsportale möglich. Bei besonders günstigen Schnäppchen lohnt sich ein genauer Blick auf die Gesamtkosten und die Bewertungen anderer Käufer. Seriöse Unternehmen geben im Impressum verständlich Auskunft über Firmensitz, Anschrift, Steuernummer, Erreichbarkeit und allgemeinen Geschäftsbedingungen (ABG`s). Orientierung für sichere Einkäufe bieten auch Gütesiegel wie „Trusted Shops“, „TÜV Süd“ und „EHI“. Prüfen Sie auf der Seite des Siegelgebers, ob der Shop dort tatsächlich aufgelistet ist, denn auch Siegel sind fälschbar.

Für Online-Händler gilt die Verpflichtung, im Warenkorb die Gesamtpreise einschließlich Mehrwertsteuer und Versandkosten klar darzustellen. Beim Bestellvorgang ist nach Vorgabe des §312j BGB eine Schaltfläche anzuklicken, die durch Formulierung wie „zahlungspflichtig bestellen“ auf einen kostenpflichtigen Vertragsabschluss hinweist.

Achten Sie unbedingt auf die Zahlungsmethoden. Die sicherste Form stellt das Bezahlen nach Erhalt der Ware, also Kauf auf Rechnung dar. Kaufen Sie per Vorkasse nur bei bekannten und vertrauenswürdigen Online-Händlern. Spätestens wenn es an den Bezahlvorgang und um die Eingabe der Daten geht, ist eine verschlüsselte Übertragung empfehlenswert. In der Adresszeile des Browsers steht dann nicht mehr „http“ sondern „https“. Oftmals optisch hervorgehoben durch eine farbige Unterstreichung oder das Schloss-Symbol.

Unsere Expertin

  • Autor:

    Nicole Bräu ist Betriebswirtin und als Verbraucherberaterin beim VerbraucherService Bayern im KDFB in Cham tätig.

  • Kontakt:

    Beratungsstelle Cham, Obere Regenstraße 15, Tel. (0 99 71) 67 53, Fax (0 99 71)7 68 2047, E-Mail: n.braeu@verbraucherservice-bayern.de

  • Öffnungszeiten:

    Der Verbraucherservice ist am Montag von 13 bis 17 Uhr, am Dienstag von 9 bis 13 Uhr und am Freitag von 9 bis 13 Uhr geöffnet.

Großer Vorteil beim Online Shoppen ist das gesetzliche Widerrufsrecht. Nach §355 BGB sind Kunden bis zu zwei Wochen nach Erhalt der Ware berechtigt, diese ohne Angabe von Gründen wieder an den Händler zurückzuschicken. Doch Vorsicht: Der Widerruf muss ausdrücklich erklärt werden. Am besten geschieht dies schriftlich per Post, E-Mail, Fax oder mit Hilfe eines vom Händler mitgeschickten Musterformulars.

Es gibt allerdings ganze Warengruppen, die nach §312g BGB vom Widerruf ausgenommen sind: Alle persönlichen oder individuell gefertigten Sachen wie zum Beispiel ein selbstgestalteter Fotokalender. Das gleiche gilt bei online erworbenen Tickets sowie Veranstaltungen mit festem Termin. Bei digitalen Inhalten erlischt – nach eindeutigem Hinweis – noch vor Ablauf der 14-Tage-Frist das Widerrufsrecht ab Beginn des Downloads von E-Books, Musik oder Filmen sowie bei der Entfernung des Siegels an der Ware selbst wie bei CDs/DVDs und Spielen.

Auch ohne die Originalverpackung darf der Händler die Rücknahme per Gesetz nicht verweigern. Anderslautende Bedingungen sind unwirksam. Trotz der eindeutigen Gesetzesvorlage ist zu raten, die Verpackung eine Weile im ordentlichen Zustand aufzubewahren. Denn viele Verkäufer bieten gerade in der Advents- und Weihnachtszeit verlängerte Rücksendezeiträume an, die über das 14-tägige Widerrufsrecht hinausgehen. Für dieses Rückgaberecht kann es dann eine legitime Forderung sein, die Ware im original verpackten Zustand zurückzufordern.

Die 15 Beratungsstellen des VerbraucherService Bayern im KDFB e.V. helfen Verbraucherinnen und Verbrauchern immer gerne weiter.

Alle Teile unserer Serie finden Sie hier.

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