MyMz
Anzeige

Bildung

Reitmeier-Lovric verlässt Förderschule

Seit 2000 ist die Pädagogin am Chamer Förderzentrum. Nun steht die Rektorin vor einem neuen Kapitel in ihrem Leben.
Von Claudia Peinelt

Eine Rektorin mit Leib und Seele inmitten der Schüler Fotos: Peinelt
Eine Rektorin mit Leib und Seele inmitten der Schüler Fotos: Peinelt

Cham.Aus dem Klassenzimmer gegenüber dem Büro von Marianne Reitmeier-Lovric ertönt Lachen. Die Rektorin holt sich gerade noch einen Kaffee und setzt sich dann an den Tisch. Gemütlich ist ihr Büro eingerichtet. An der Wand hängt, eine aus Ton hergestellte Kette mit der Aufschrift SVE, eine Postkarte, die ihr jemand aus dem Urlaub geschrieben hat und ein Foto, auf dem Störche zu sehen sind. Auf dem Tisch steht eine Vase mit ein paar Blümchen darin. Ja, jetzt ist es bald soweit und der letzte Arbeitstag naht.

Der richtige Ruhestand ist es für Reitmeier-Lovric eigentlich noch nicht. Sie hat sich vor zwei Jahren für das Freistellungsmodell entschieden. Das bedeutet, dass die Rektorin in den vergangenen zwei Jahren ihre Arbeitszeiten erhöht hat und in den nächsten zwei Jahren eine Freistellung vom Dienst bewilligt wurde. Anschließend tritt sie in den eigentlichen Ruhestand ein.

Seit 2000 am Chamer Förderzentrum

Einer ihrer Lieblingsplätze: Der Garten der Schule
Einer ihrer Lieblingsplätze: Der Garten der Schule

Marianne Reitmeier-Lovric sieht dieser Zeit mit gemischten Gefühlen entgegen. „Natürlich ist ein weinendes Auge mit dabei. Sonst würde es ja bedeuten, dass mir meine Arbeit hier an der Schule, mit den Kindern und Kollegen nichts bedeutet hätte“, sagt sie. Und diese Arbeit habe ihr sehr wohl, sehr viel bedeutet. Die Nähe zu ihren Schülern wollte sie immer behalten und hat auch in den Klassen mit unterrichtet. Die Nähe zu ihren Kollegen wird ihr bestimmt auch fehlen. „Die Arbeit hier im Team, das war schon etwas besonderes.

Zur Person

  • Lebenslauf:

    Geboren wurde Marianne Reitmeier-Lovric in Traunstein und ist in München aufgewachen. Dort studierte sie Grundschullehramt.

  • Schullaufbahn:

    Sie bildete sich zur Sonderschullehrerin in einem Aufbaustudium weiter und wurde dann nach Cham versetzt. Seit 2000 ist sie Rektorin am Förderzentrum.

Als Sonderschullehrer muss man ein Teamplayer sein. „Es ist dringend erforderlich, dass wir viel und klar miteinander kommunzieren“, sagt sie. Gerade an dieser Schule ist das Motto: Fördern und fordern. Und den Schüler in seiner Persönlichkeit und Ganzheit sehen. „Und ich glaub, ich kann von mir behaupten, dass ich Lehrerin mit Leib und Seele bin“. Seit 1984 ist die sympathische Rektorin in Cham als Sonderschullehrerin tätig. Die Bildungsstätte St. Gunther gehörte erstmals zur ihrem Wirkungskreis, bis sie schließlich 2000 an das Sonderpädagogogische Förderzentrum in Cham wechselte. Dort war sie anfangs kommissarische Leiterin der Schule und wurde die Nachfolgerin von Gerhard Friedl.

Slideshow

Die Chamer Schullandschaft in Zahlen

Im Landkreis Cham gibt es 69 Schulen und 64 Kindergärten. Alleine 2290 Schüler besuchen die drei Gymnasien im Landkreis.

Am 31. Juli schließt sich die Türe

Und na klar, gibt es auch ein lachendes Auge, wenn Lovric am 31. Juli die Türe der Schule zuschließt. „Aufwachen und nicht gleich aufstehen müssen. Keine Termine haben und ganz viel Zeit für mich. Ein wunderschöner Gedanke“,sinniert Reitmeier-Lovric vor sich hin. Natürlich muss man auch vielleicht lernen, dass man Zeit zum Nichtstun hat. „Einfach mal zur Ruhe kommen, lesen können, wann und wo ich möchte, spazieren gehen, Klavier spielen und vielleicht einfach ganz spontan eine Wanderung mit meinem Mann unternehmen“.

„Ich freue mich auf meine freie Zeit.“

Marianne Reitmeier-Lovric, Rektorin

Der Alltag wird spannend werden, für die Vorruheständlerin. Sie freut sich auf ihre große Terrasse, für die übrigens ihr Mann zuständig ist. Er sorgt für die Wohlfühloase. „Trotzdem wäre es naiv, wenn ich jetzt sagen würden, dass mir die Schule nicht abgehen wird“. Den privaten Kontakt zu den Kollegen würde die Rektorin schon gerne aufrecht erhalten. „Einmischen in den Schulalltag werde ich mich ganz bestimmt nicht. Das ist nicht gut“, weiß sie zu berichten. Gerne wird sie, sollten Fragen anstehen, darauf antworten, keine Frage. Doch sie ist sich sicher, dass ihre Nachfolgerin Tanja Dünne, die die Leitung des Förderzentrums bis auf weiteres kommissarisch führen wird, ziemlich gut machen wird. Für ihre Schüler wünscht sie sich, dass jeder seinen Weg in den anschließenden Berufsalltag gehen wird. „Ich habe sehr viel von den Schülern zurückbekommen, auch wenn die Arbeit auch manches Mal grenzwertig war“.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht