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Übergabe

Rettung von Heros ist perfekt

Gläubiger stimmen dem Verkauf an Simba-Dickie zu. Investitionen sollen die Arbeitsplätze in Lam langfristig sichern.
Von Alois Dachs

Statt in China und Bulgarien soll das Holzspielzeug für die Simba-Dickie-Group in Zukunft auf dem bayerischen Lam kommen.

Lam. „Wir sind zu 100 Prozent ein mittelständisches Familienunternehmen in der dritten Generation, und was wir sagen, das meinen wir auch so“, das war ein Kernsatz von Michael Sieber, Geschäftsführer der Simba-Dickie-Group mit Stammsitz in Fürth, gestern bei der offiziellen Übernahme des Heros-Betriebes in Lam.

Die „sehr starke Kompetenz in der Herstellung von Holzspielzeug“ wollen sich die Käufer des seit April in Insolvenz stehenden Betriebes sichern und damit Produktionen aus dem Ausland wieder nach Bayern zurückverlagern, erklärte Sieber. Dazu bedurfte es nicht nur der Zahlung des Kaufpreises: Dem Unternehmen stehen millionenschwere Investitionen bevor, um den überalterten Maschinenbestand in Lam zu aktualisieren und mit einem schlüssigen Marketingkonzept, das auf dem Know-how eines der Weltmarktführer im Spielzeugbereich basiert, das hochwertige Holzspielzeug aus Lam international zu vermarkten.

Auf „70 Mitarbeiter plus X“ soll nach Übernahme des Heros Werkes die Belegschaft im Lamer Betrieb kommen. Die Zahl der Heimarbeiter, die bei Bedarf wieder beschäftigt werden, ist noch nicht abzuschätzen. Die Heimarbeiter machten bisher bei Heros ungefähr die gleiche Stärke aus wie die Stammbelegschaft.

Produktion läuft voll weiter

Insolvenzverwalter Dr. Harald Schwartz berichtete gestern zu Beginn der Pressekonferenz im Hotel „Bayerwald“ in Lam, dass am Vormittag die Gläubigerversammlung einstimmig den Verkauf der Firma Heros und der Firma Lorenz an die Simba-Dickie-Group befürwortet hatte. Die Belegschaft sei in einer Betriebsversammlung informiert worden, dass die Produktion auf vollen Touren weiterläuft und ab 1. Dezember das Fürther Unternehmen den Betrieb übernimmt.

Die Geschäftsführer Manfred Duschl und Uwe Weiler werden gemeinsam mit Dirk Panaye, der seit drei Jahren in dem Lamer Betrieb tätig ist, das Unternehmen Heros GmbH & CO. KG führen, das durch zusätzliche Produktlinien ergänzt werden soll, die aus China und Bulgarien zurückgeholt werden, wo Qualitätsprobleme und (in China) drastisch steigende Herstellungspreise Sorgen bereiten, wie geschäftsführender Gesellschafter Michael Sieber erklärte. Sein weltweit agierendes Unternehmen habe Niederlassungen in allen Erdteilen und könne so die Vermarktung besser steuern als ein kleines Unternehmen.

Wichtiger Tag für die Gemeinde

Lams Bürgermeister Klaus Bergbauer zeigte sich sehr zufrieden mit dem Geschäftsabschluss, der nicht nur einen Großteil der Arbeitsplätze sichere, sondern auch Hoffnung mache, dass die Belegschaft in Zukunft noch aufgestockt werden kann. „Das ist der Tag auf den wir lange gewartet haben, mit Bangen und Hoffen“, sagte der Bürgermeister. Für Lam sei auch sehr wichtig, dass sowohl das für eine günstige Energiegewinnung notwendige Kraftwerk bei Heros bleibt, als auch der Werksverkauf weitergeht.

Insolvenzverwalter Dr. Schwartz zeigte sich erfreut, dass sich auch für die Liegenschaften von Heros in Schrenkenthal, wo ein großes Lager betrieben wurde, Interessenten abzeichnen. Der zuletzt von der Firma Lorenz betriebene Ableger in Bad Kötzting sei dagegen industriell schwierig zu nutzen.

Großes Lob zollten sowohl Bürgermeister Bergbauer als auch Landrat Franz Löffler und Michael Sieber dem Insolvenzverwalter für seine konsequenten Bestrebungen, die Arbeitsplätze in Lam zu erhalten, die für die Marktgemeinde von enormer Bedeutung sind. Für Landrat Franz Löffler ist es eine absolut positive Botschaft, dass einer der Marktführer der Spielzeugbranche in den Lamer Betrieb investiert, dessen größtes Kapital zweifellos seine hoch motivierten und kompetenten Arbeitskräfte seien. Die Simba-Dickie-Group könne auch auf ein funktionierendes Netzwerk im Landkreis Cham bauen und sollte dessen Synergieeffekte künftig nutzen, riet der Landrat.

Konzept mit Hand und Fuß

Werner Hasenbank von der IG Metall, der sich ebenfalls seit Monaten für die Arbeitsplätze einsetzte, sieht bei dem Käufer ein Konzept, das „Hand und Fuß hat“. Ihm sei es nach den Erfahrungen früherer Jahre ein großes Anliegen, dass die Arbeitnehmer „gerecht behandelt werden“, was Michael Sieber zusicherte. Sein Ziel sei, mit Investitionen und der Stärkung der Belegschaft wieder an das Umsatzvolumen von rund 15 Millionen Euro anzuknüpfen, das Heros vor Jahren hatte, ehe die Jahresumsätze auf acht bis neun Millionen schrumpften.

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