MyMz
Anzeige

Politik

Richard Seidl kehrt CSU den Rücken

Der Rodinger Stadtrat (65) ist mit der Situation unzufrieden – und wird bei der Wahl 2020 für die Freien Wähler kandidieren.
Von Bastian Schreiner

Dr. Reinhold Schoierer, Alexandra Riedl und Erwin Bauer (v. li.) freuen sich auf die Zusammenarbeit mit Richard Seidl (3. v. li).  Foto: Bastian Schreiner
Dr. Reinhold Schoierer, Alexandra Riedl und Erwin Bauer (v. li.) freuen sich auf die Zusammenarbeit mit Richard Seidl (3. v. li). Foto: Bastian Schreiner

Roding.In der Gerüchteküche war das Thema bereits seit einigen Tagen am Köcheln. Nun ist es offiziell: Stadtrat Richard Seidl wechselt von der CSU zu den Freien Wählern. Vorerst wird er dem Gremium als fraktionsloses Mitglied angehören. Das hat der 65-Jährige am Freitagnachmittag gemeinsam mit der Spitze der Freien Wähler beim Pressegespräch in der Rodinger Stadthalle bekanntgegeben.

Für viele mag es ein Paukenschlag sein, für manche eine Überraschung. Doch Richard Seidl ist seit einiger Zeit mit Entscheidungen der CSU und Entwicklungen innerhalb des Ortsvereins nicht glücklich. Das hat er auch offen kundgetan – wie beispielsweise im Mai, als er die Stadtratssitzung zum Bad-Thema vorzeitig verlassen hatte.

„Ich sage auch, was ich denke.“

Richard Seidl

Generell sieht er sich jedoch nicht als Parteipolitiker. Denn vor allem auf kommunaler Ebene sollten alle zum Wohl der Bürger an einem Strang ziehen. „Der Weg zum Ziel ist aber oftmals unterschiedlich“, sagt Seidl. Um zu einem guten Beschluss zu kommen, brauche es den Diskurs. Er habe seit jeher den Grundsatz, seine Meinung offen zu kommunizieren und diese auch zu begründen.

Eine neue Herausforderung

Doch in der Politik sei es wie beim Sport – wenn es jemanden im Verein nicht mehr gefällt, müsse man nach Alternativen suchen. Entweder mache man unzufrieden weiter, höre auf oder wechsle, erklärt Seidl, der Fußballer mit Leib und Seele war. Der 65-Jährige hat sich für Letzteres entschieden. „Ich nehme nun eine neue Herausforderung an“, betont er. Bei der Wahl 2020 wird der ehemalige CSU-Ortsvorsitzende und Fraktionssprecher für die Freien Wähler auf dem zweiten Platz der Liste „Gemeindewohl“ kandidieren.

„Wir freuen uns, dass wir einen sehr erfahrenen und kompetenten Stadtrat für uns gewinnen konnten“, erklärt Alexandra Riedl, Ortsvorsitzende und Bürgermeister-Kandidatin der Freien Wähler.

Mensch

Richard Seidl: 65 und kein bisschen müde

Am Montag feiert der bekannte Rodinger Geburtstag. Er spricht über Politik, seine Zeit als Sportler und die Vereinsarbeit.

Was passiert mit Sitz im Bauausschuss?

Zum Parteiweichsel nimmt CSU-Ortsvorsitzender Dr. Michael Jobst Stellung: „Es handelt sich um eine persönliche Entscheidung von Richard Seidl, die wir respektieren. Wir haben ihm einen Platz auf der CSU-Liste angeboten.“ Er habe jedoch mitgeteilt, dass er nicht mehr für den Stadtrat kandidieren will. „Somit haben wir die Listenplanung ohne ihn abgeschlossen“, schreibt Jobst. Seidl habe ihm am Donnerstag mitgeteilt, dass er die Stadtratsfraktion von CSU, Landunion und Junger Liste verlassen werde. Wie die neue Zusammensetzung des Bauausschusses, dem Seidl aktuell angehört, aussieht, bleibt abzuwarten.

Weitere Nachrichten aus Roding lesen Sie hier.

Aktuelles aus der Region und der Welt gibt es über den Facebook Messenger, Telegram und Notify direkt auf das Smartphone.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht