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Region Cham
Donnerstag, 19. Juli 2018 27° 1

Pfarrei

Rodinger Erfolgsrezepte zum Auftakt

Von Asylpolitik bis Digitalisierung: Zum Start in die Themenwoche diskutierten sechs Hoffnungsmacher aus dem Landkreis.

Regionaldekan Holger Kruschina im Gespräch mit Barbara Plötz, U-18-Vizemeisterin über 800 Meter Foto: cia
Regionaldekan Holger Kruschina im Gespräch mit Barbara Plötz, U-18-Vizemeisterin über 800 Meter Foto: cia

Roding.Als ersten Höhepunkt der Themenwoche „Einfach mal Hoffnung tanken“ ging am Sonntagabend eine stets faire Podiumsdiskussion im Rodinger Pfarrheim über die Bühne. Die sechs Protagonisten stammten aus dem ganzen Landkreis und spiegelten unterschiedliche Lebensbereiche – von Sport über Politik bis Wirtschaft – wider. Pfarrer Holger Kruschina moderierte die Gesprächsrunde, zu der Pfarrgemeinderatssprecher Martin Kellermeier 130 Gäste begrüßte.

Er ermutigte die Anwesenden, die für sich passenden Hoffnungsquellen aus dem Gesagten zu ermitteln. Laut Kellermeier wird in der heutigen Gesellschaft zu wenig miteinander geredet, so dass ihm das Zusammentreffen unterschiedlicher Gesellschaftsmitglieder Hoffnung bereite. Dass Hoffnung viele Farben hat, sei nicht nur ein Spruch des Autors Tobias Liminski, sondern treffe perfekt auf die Rodinger Themenwoche zu. In der Tat hat es bereits zu Beginn einen Einblick in die Vielfalt der Menschen gegeben, die später ihre Ansichten schilderten. Kurze Videoeinspieler von Rudolf Heinz stellten die Teilnehmer vor.

Florian Werner (Firmengründer der Werbeagentur Dreibein) und Beate Weichs (Auszubildende in der Altenpflege) Foto: cia
Florian Werner (Firmengründer der Werbeagentur Dreibein) und Beate Weichs (Auszubildende in der Altenpflege) Foto: cia

Nachwuchspolitikerin Rebecca Rinkl versucht nach dem Motto „Party and Politics“, junge Menschen für die Politik zu begeistern. „Es ist nicht immer leicht, sich zu engagieren, aber wir bewegen etwas“, sagte sie. Für Firmengründer Florian Werner gehört Durchhaltevermögen zum Erfolgsrezept. Auch in schwierigen Zeiten dürfe man nicht die Hoffnung verlieren, ist der 28-Jährige überzeugt.

Traumberuf verleiht Hoffnung

Die Altenpflege war schon immer ihr Berufswunsch. Eine Umschulung in einem Bereich, in dem es viele Schwierigkeiten zu bewältigen gibt, macht Beate Weichs aus Arnschwang keine Angst. Im Gegenteil: Altenpflege ist ihr Traum, und dass sie ihn sich nun erfüllen kann, verleihe ihr Hoffnung.

Christoph Jobst ist Labor-Ingenieur am Technologie-Campus Cham, Jurastudentin Rebecca Rinkl ist JU-Kreisvorsitzende (v. l.) Foto: cia
Christoph Jobst ist Labor-Ingenieur am Technologie-Campus Cham, Jurastudentin Rebecca Rinkl ist JU-Kreisvorsitzende (v. l.) Foto: cia

Christoph Jobst sieht im Landkreis Cham viel Potenzial. Der Absolvent des Technologie-Campus sieht die Entwicklung der Region positiv. Zwar ziehe es viele Leute in die Großstadt, dennoch sei die Zukunft des Landkreises voller Hoffnung. Allerdings brauche Cham ein größeres Freizeitangebot, wolle man künftig mehr junge Leute halten. Barbara Plötz aus Bad Kötzting ist Leistungssportlerin und schaffte mit der Deutschen Vizemeisterschaft im U18-Jahrgang über 800 Meter Außergewöhnliches. Sie schwankt noch zwischen Ausbildung und Studium, wünscht sich für die Zukunft aber einen stärkeren Ausgleich zwischen Akademie und Handwerk.

Ahmad Faheem Uriakhiel stammt aus Kabul – und ist jetzt in der Kreisstadt zuhause. Der 18-Jährige ist Auszubildender im Einzelhandel. Foto: cia
Ahmad Faheem Uriakhiel stammt aus Kabul – und ist jetzt in der Kreisstadt zuhause. Der 18-Jährige ist Auszubildender im Einzelhandel. Foto: cia

Ahmad Faheem Uriakhiel spricht fünf Sprachen. Der Afghane lebt seit 2015 in Deutschland und absolviert aktuell eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann in Cham. Er versteht und spricht Deutsch mittlerweile sehr gut, lediglich der bayerische Dialekt bereite ihm noch Probleme.

Nach den Einführungsstatements äußerte jeder Teilnehmer seine Sichtweisen zu gesellschaftlichen Aspekten. Für Rebecca Rinkl ein schwieriges Thema, versucht sie in ihrem Amt als Nachwuchspolitikerin, mit den Leuten statt über sie zu reden. Als der Moderator die Frage stellte, wie Hoffnung gestaltet werden könne, wurde Hilfe für die Mitmenschen häufig genannt. Sowohl Weichs als auch der junge Flüchtling Uriakhiel sehen Hoffnung in der Hilfe für die ältere Generation.

Nachdem die Problematik des Weggangs junger Leute aus der Heimatregion erneut angerissen wurde, rückte das Thema Digitalisierung in den Mittelpunkt. Der Pfarrer zeigte sich überrascht, dass gerade die „Generation Digital“, doch so viel Wert auf analoge Kommunikation lege. Einige Aspekte verteidigte die junge Generation, andere Verhaltensweisen hinterfragte sie durchaus kritisch. Wünsche von Älteren an die Jüngeren waren in einem weiteren Einspieler zu sehen. Dass das Gesagte ausschließlich positiv ausfiel und den jungen Menschen nur Gutes gewünscht wurde, war klischeebedingt so nicht zu erwarten.

Ein Beispiel für Integration

Dass gerade viele Ältere ihre Hoffnung in den Glauben setzen, schlug die Brücke zum nächsten Thema. Über die Integration und das Leben von behinderten Menschen ging es auch wieder in den gesellschaftlichen Bereich. Es war festzustellen, dass sämtliche Aspekte aus den verschiedenen Feldern stark miteinander verknüpft waren. Das aufmerksame Publikum war besonders gespannt, als der Moderator den Flüchtling Uriakhiel nach seinen Eindrücken und Wahrnehmungen in Deutschland fragte. Der Azubi erklärte, dass oft falsche Eindrücke von Flüchtlingen entstehen. Viele seiner Landsleute dürfen gar nicht arbeiten, weshalb die oft schwierige Situation nichts mit Faulheit zu tun habe. Er selbst darf zwar die Ausbildung machen – über seinen Asylantrag wurde aber noch nicht endgültig entschieden. Für die anderen Protagonisten des Abends ist Uriakhiel schon jetzt ein gelungenes Beispiel an Integration.

Die Erwartungen und Hoffnungen an die Zukunft wurden zum Ende der Runde beleuchtet. Hier gab es durchaus angeregte Diskussionen und unterschiedliche Auffassungen. Werner sieht die Situation heute sehr positiv. „Der Welt geht es unglaublich gut.“ Rinkl entgegnete daraufhin: „Man darf nicht nur das Materielle sehen!“ (cia)

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