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Freizeit

Rodinger Ideen für Stadt und Umland

Eine Kneipp-Plattform und ein Lehrpfad sind zwei Leader-Projekte, die Roding wieder ein Stück attraktiver machen sollen.
Von Christoph Klöckner

Die fertiggestellten Leader-Projekte präsentierten die Stadt Roding und die Gemeinde Pösing am Mittwoch. Der Naturlehrpfad wurde mit Hilfe von Pösing erstellt .Foto: Klöckner
Die fertiggestellten Leader-Projekte präsentierten die Stadt Roding und die Gemeinde Pösing am Mittwoch. Der Naturlehrpfad wurde mit Hilfe von Pösing erstellt .Foto: Klöckner

Roding.Auch, wenn sie die Stadt und auch die Gemeinde Pösing als beteiligte Kommune einiges kosten – unterm Strich braucht keiner die Ausgaben für Leaderprojekte bereuen. Sie bringen der Stadt und dem Umland die „weichen“ Standortfaktoren, die die Menschen zum Bleiben veranlassen und für die Heimat begeistern sollen. Und das dank Förderung zu einem annehmbaren Preis, der sonst nicht zu haben wäre.

So hat es auch der Stadtrat gesehen und im Herbst 2016 dem „Nat(o)ursinn – Umweltbildung mit allen Sinnen im Naturraum am Regen“, wie die Überschrift der europageförderten Projekte heißt, zugestimmt. Seit dem Entstehen immer wieder neue, attraktive Anziehungspunkte ganz unterschiedlicher Couleur – zuerst das Kneippbecken mit Badeplattform und Quiz zum Leben im Fluss am Esper, dann der Kletter- und Seilpark hinter dem Rodinger Fußballplatz. Jetzt hat die Stadt gemeinsam mit der Gemeinde Pösing am Mittwoch den dritten Teil der vierteiligen Leader-Projekte vorgestellt: Ein neuer Naturlehrpfades am „Rodinger Weg“, dem etwa zwei Kilometer langen Wanderweg zwischen Roding-Oberkreith und Pösing lockt jetzt mit Wissen und Aufgaben rund um Tier und Wald.

Die Zielgruppe: Kinder

Ein neuer Naturlehrpfad soll zwischen Roding und Pösing die Gäste anlocken – bald wieder bei besserem Wetter. Foto: Klöckner
Ein neuer Naturlehrpfad soll zwischen Roding und Pösing die Gäste anlocken – bald wieder bei besserem Wetter. Foto: Klöckner

Rodings Bürgermeister Franz Reichold sowie Pösings Gemeindechef Edmund Roider machten sich mit Regenschirmen bewaffnet und in Begleitung der Planer des Weges auf den Weg zur ersten Pösinger Station, wo Rosa Rotfuchs, die Leitfigur der Leader-Projekte, informiert und auch Aufgaben verteilt.

Wie alle Leader-Projekte sind vor allem Kinder die Zielgruppe der Ideen, die hier verwirklicht wurden. Vor allem Kindergärten und Schulen sollen die umgesetzten Ideen nutzen, etwa zum Biologieunterricht die Plattform am regen, wo die Funktion des Wasserrads erläutert wird oder ein großes Wassermikroskop bereits steht für Einblicke ins Leben unter Wasser. Beim Lehrpfad ist es ähnlich, nur hier wird der Lebensraum Wald und Wiese in den Blick genommen. Die Krönung ist dann das grüne Klassenzimmer, wo Unterricht rund um die Natur anhand der Praxis vor Ort anschaulich möglich ist.

Beide Bürgermeister betonten, dass sie gerne Patenschaften von Kindergärten oder Schulen für die einzelnen Projekte hätten. Dies auch, damit die Kinder und Jugendlichen ein Auge auf die Dinge haben und nicht der Vandalismus zum Zuge kommen könne, so Reichold. Reichold dankte dem Pösinger Bürgermeister fürs Mitmachen und das Herrichten des Rodinger Wegs.

„Ohne die Gemeinde wäre das nicht möglich gewesen.“

Rodings Bürgermeister Franz Reichold

„Ohne die Gemeinde wäre das nicht möglich gewesen“, so Rodings Stadtoberhaupt, zumal die Leaderbetreuer am liebsten solche interkommunalen Projekte fördern würden. Er gebe den Dank gerne zurück und auch weiter, so Bürgermeister Edmund Roider. Denn nur ein Teil des Weges, der extra naturbelassen worden sei, um wilde Autofahrten hier zu vermeiden, sei in öffentlichem Besitz. Er danke deshalb besonders Thomas Kerscher, dem der Wald gehöre und der nichts gegen die Nutzung für das Projekt gehabt habe. Er selbst sei den neuen Lehrpfad auch schon mit den Kindern gefahren – er sei toll geworden. Und es gebe schon einige Nutzer, die den Weg als Radweg zur Arbeit ins Industriegebiet in Roding befahren.

Grünes Klassenzimmer

Die Wassser-Erlebnisplattform mit Kneippanlage ist von der Stadt eingerichtet worden. .Foto: Klöckner
Die Wassser-Erlebnisplattform mit Kneippanlage ist von der Stadt eingerichtet worden. .Foto: Klöckner

Nur eines fehlt jetzt noch in Sachen „Flora plus Fauna“, der Neubau des naturnahen Klassenzimmers beim Schützenheim in Oberkreith. Doch auch das grüne Klassenzimmer ist bereits fertig und soll bei der offiziellen Einweihung am 23. September vorgestellt werden.

Nach dem die Stadt vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten 2016 den Zuschlag zur Förderung der Maßnahme „Nat(o)ursinn–Umweltbildung mit allen Sinnen im Naturraum am Regen“ erhalten hatte, machte sich das Büro quadrat45° von Architekt Florian Brunner an die Detailplanungen. Die Gesamtkosten für das Projekt betragen rund 750 000 Euro. Die Gemeinde Pösing zahlte daran 30 000 Euro als Beteiligung. Die Projekte erhalten Fördergelder aus EU-Töpfen in Höhe von 200 000 Euro.

„Eine gute Chance“

Architekt Florian Brunner stellte dem Stadtrat 2016 die Kostenschätzung vor. So war bei der ersten Station mit dem Thema „Wasser“ mit Kosten in Höhe von 57 000 zu rechnen, der Hochseilgarten würde mit 255 000 Euro zu Buche schlagen, der Part Flora plus Fauna mit 392 000 Euro und das Projekt „Wald und Wiese“ mit noch einmal 42 000 Euro. So sei mit Gesamtkosten von circa 746 000 Euro zu rechnen, hieß es bei Vorstellung.

Bürgermeister Franz Reichold ließ damals wissen: „Dieses Projekt ist eine gute Chance, vor allem können Schulen in unserem Raum dieses Projekt nutzen. Zudem wertet man mit solchen Projekten unseren Raum enorm auf, denn in der Vergangenheit hat man gerade in solchen Bereichen schon sehr viel richtig gemacht“. Die Umsetzung des Projekts war für die Jahre 2017 und 2018 geplant – nun ist pünktlich zum Projektende alles fertig.

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