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Krankenhäuser

Rodinger Patienten werden weniger

Bilanz der Sana-Kliniken für 2016: Das Ergebnis ist gewachsen, doch Rodinger Abwanderungen machen Sorgen. Cham gleicht aus.
Von Christoph Klöckner

Auch die Sana-Fahne weht im Wind der Gesundheitspolitik – derzeit sei es schwierig, Gewinne im Krankenhausbereich zu machen, sagte Geschäftsführer Oliver Bredel.
Auch die Sana-Fahne weht im Wind der Gesundheitspolitik – derzeit sei es schwierig, Gewinne im Krankenhausbereich zu machen, sagte Geschäftsführer Oliver Bredel.

Die Zahlen der Sana-Bilanz

  • Die Ertragslage

    der drei Sanakliniken des Landkreises Cham für das Jahr 2016 (im Vergleich zu 2015 in Klammern):

  • Jahresgewinn:

    1,532 Mio. Euro (2015: 1,077 Mio. Euro)

  • Umsatz:

    56,868 Mio. Euro (2015: 56,651 Mio. Euro)

  • Personalaufwand: 33,864 Mio. Euro (2015: 33,473 Mio. Euro)

  • Materialaufwand:

    15,955 Mio. Euro (2015: 15,981 Mio. Euro)

  • Abschreibungen:

    3,425 Mio. Euro (2015: 3,403 Mio. Euro) (ck)

Cham.Es ist der richtige Weg, den Sana im Landkreis geht. Davon sind Geschäftsführer Oliver Bredel und der Ärztliche Direktor Dr. Florian Stadler überzeugt. Und die Zahlen für das Jahr 2016 geben den beiden Recht: Gut 1,5 Millionen Euro Gewinn weist die Bilanz aus. Das sind fast 500000 Euro mehr als im Vorjahr. Auch, wenn es in den nächsten Jahren mehr werden soll, wie Bredel sagt, habe der Landkreis hier gut gegen den derzeitigen Trend gearbeitet. Denn viele Krankenhäuser seien 2016 in die Roten Zahlen gerutscht – es sei schwieriger geworden, ein Plus zu erwirtschaften.

„Wir setzen den Erfolgskurs fort!“, so Bredel. Die Gründe des Erfolgs nannte er auch: Man habe die Fallzahlen von 2015 praktisch genauso wiederholt – 2015 gab es 20042 stationäre Behandlungen, 2016 waren es 20033. Ein Wachstum gab es im ambulanten Bereich – hier wurden im vergangenen Jahr 25308 Patienten gezählt – gut 750 mehr als 2015. Dazu seien Altlasten aus Vorbesitzerzeiten wie etwa Fördergelder, die teils zurückgezahlt werden mussten und zum Teil noch flossen, und Versicherungsfälle abgeschlossen, teilte Bredel mit. Auf diesen Einmaleffekten beruhe ein Gutteil des Gewinns.

Rodinger gehen woanders hin

Geschäftsführer Oliver Bredel, Ärztlicher Direktor Dr. Florian Stadler und der Leiter der Unternehmenskommunikation Alexander Schlaak (v. li.) präsentierten am Mittwoch die Jahresbilanz der Chamer Krankenhäuser. Fotos: Klöckner
Geschäftsführer Oliver Bredel, Ärztlicher Direktor Dr. Florian Stadler und der Leiter der Unternehmenskommunikation Alexander Schlaak (v. li.) präsentierten am Mittwoch die Jahresbilanz der Chamer Krankenhäuser. Fotos: Klöckner

Die gute Bilanzbotschaft wird jedoch etwas eingetrübt durch Entwicklungen im Landkreis-Westen, die eigentlich so nicht erwartet wurden. Zwar gab es gleich viele stationäre Fälle, doch sackten im Krankenhaus Roding die Zahlen ab. Deutlich weniger Patienten aus Roding und Umgebung ließen sich 2016 im dortigen Krankenhaus behandeln als im Vorjahr. 2015 wurden in Roding noch 4571 Patienten stationär behandelt – 2016 waren es nur mehr 4357 Patienten. „Wir glauben nicht, dass es am Angebot liegen kann“, sagte Oliver Bredel. Da jetzt Chefarzt Dr. Ernst als Chirurg vor Ort sei, hoffe man auf eine Besserung der Patientenzahlen. Ausgeglichen wurde das Rodinger Minus durch ein sattes Plus im Chamer Haus und durch das Erreichen des Vorjahresergebnisses in Bad Kötzting.

Ein Plus bei den Patientenzahlen im Rodinger Raum von gut zehn Prozent wäre erreichbar, meinte Bredel. Mit dieser anvisierten Steigerung hätten die Sana-Kliniken eine Auslastung von dann 65 Prozent aller Patienten im Landkreis. Damit wäre er zufrieden, sagte Oliver Bredel. Zur Zeit erreiche man unter 60 Prozent der Chamer Patienten. Alle könne man nicht bekommen, da bestimmte Spezialmedizin hier nicht geboten werde.

Der Ärztliche Direktor Dr. Stadler hofft auf mehr positive Mundpropaganda, um die Sana-Kliniken weiter im Aufwind zu halten. „Die Menschen müssen wissen, dass es nicht so ist wie es früher war“, sagte er. Er habe sich in Regensburg damals immer gewundert, warum sich Chamer bei ihm operieren ließen und nicht in Cham selbst.

„Wir müssen die Bevölkerung und die Hausärzte viel mehr überzeugen, dass wir hier wieder eine gute Medizin haben“, fügte er an. Eine Verbesserung des Images und auch der Zahlen versuche Sana auch durch Ärzte aus der Region, wie er selbst, oder auch Frau Dr. Breu zu erlangen. Bei den Pflegekräften, die zuletzt am Marktplatz auf bundesweite Personalnot in den Krankenhäusern aufmerksam machten, sieht Bredel wenig Nachholbedarf. Man stehe hier nicht schlecht da – im Bundesvergleich gesehen. Es habe auch keine Reduzierung gegeben, wie behauptet. Ein Teil der Mitarbeiter sei in Service-Dienste ausgelagert. In den drei Häusern seien 2016 genau 631,5 Stellen besetzt, im Vorjahr seien es 628 gewesen.

Messplatz rund um die Uhr

Ein wichtiges, medizinisches Ziel sei es, den Linksherzkatheder-Messplatz künftig rund um die Uhr einsatzbereit zu halten. Derzeit sind Untersuchungen nur tagsüber möglich. Sana suche für den 24-Stunden-Einsatz entsprechendes Personal, was jedoch schwierig zu bekommen sei. Man müsse heute grundsätzlich mehr investieren, um Fachpersonal zu bekommen. Die Zahlen für die Untersuchungen am Herzen seien bereits jetzt auf einem Niveau, mit dem Sana erst bei einem Rund-um-die-Uhr-Dienst gerechnet habe, erklärte Bredel.

Große Investitionen seien zur Zeit nicht geplant, sagte er. Und auch keine Ausweitung des medizinischen Leistungsspektrums – das zahle sich heute unterm Strich nicht mehr aus. Zeiten, in denen Häuser etwa ganz auf Orthopädie setzten, seien vorbei. Wer frühere Fallzahlen überschreite, werde nach dem geltenden Krankenhausstrukturgesetz bestraft, so Bredel: „Fallzahlensteigerungen sind hier unerwünscht.“ Andererseits würden sich Steigerungen langfristig auszahlen.

Man wolle weiter optimieren, etwa bei der Notaufnahme, bei der die Strukturen und die Räumlichkeiten verbessert werden sollten und die bildgebende Diagnostik näher ranrücken sollte. Ziel sei es, die die Medizin in den Häusern weiter zu verbessern. Er danke den engagierten Mitarbeitern für ihren Einsatz und den Patienten für ihr Vertrauen.

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