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Zukunft

Rodinger stimmen für Ganzjahresbad

Das Ergebnis des Bürgerentscheides ist deutlich – die Stichfrage somit nicht nötig. Die Wahlbeteiligung liegt bei 50 Prozent.
Von Bastian Schreiner

Die Mehrheit der Bürger stimmte für den Bau eines Ganzjahresbades. Modell: Städtische Betriebe
Die Mehrheit der Bürger stimmte für den Bau eines Ganzjahresbades. Modell: Städtische Betriebe

Roding.Der Sonntagabend ist mit großer Spannung erwartet worden. Um kurz vor 20 Uhr verkündete Wahlleiter Josef Köppl dann das Ergebnis: 63,5 Prozent votierten für den Neubau eines Ganzjahresbades – 36,5 Prozent dagegen. Der Bürgerentscheid 1 bekam also eine klare Mehrheit. Von den 10 161wahlberechtigten Rodingern stimmten 5038 ab, das entspricht einer Wahlbeteiligung von 49,6 Prozent. Die Mehrheit für das Ratsbegehren kann durchaus als Erfolg für Bürgermeister Franz Reichold gewertet werden. „Das Ergebnis ist eindeutig“, betonte er in einer ersten Reaktion.

Für den Bürgerentscheid 2, der eine Sanierung der Freibades vorsah, gab es folglich keine Mehrheit. 49,6 Prozent stimmten für Ja und 50,4 Prozent für Nein. „Auch wenn ich ein knapperes Ergebnis erwartet hatte, sind wir froh, dass 50 Prozent für uns gestimmt haben“, sagte Alfred Stuiber, Mitinitiator des FDP-Bürgerbegehrens am Sonntag im Gespräch mit dem Bayerwald-Echo.

117 Bürger kamen ins Wahllokal

Das Auszählen in der Stadthalle lief gestern reibungslos. Auch das Quorum wurde erreicht, so dass der Bürgerentscheid gültig ist. Foto: Bastian Schreiner
Das Auszählen in der Stadthalle lief gestern reibungslos. Auch das Quorum wurde erreicht, so dass der Bürgerentscheid gültig ist. Foto: Bastian Schreiner

Die Stichfrage ist somit hinfällig. Um eine höhere Wahlbeteiligung beim Bürgerentscheid zu erzielen, wurden den Wahlberechtigten die Briefwahlunterlagen gleich nach Hause geschickt. Mit der Wahlbeteiligung von knapp 50 Prozent könne man zufrieden sein, meinte der Bürgermeister. Ohne die Briefwahl wäre es wohl fraglich gewesen, ob man überhaupt das Quorum schafft. 117 Stimmen waren im Laufe des Sonntages im Wahllokal, dem Rathaus, abgegeben worden. Am Abend waren dann die Wahlhelfer im Einsatz, die beim Auszählen in der Stadthalle fleißig waren. Es gab auch etliche ungültige Stimmen.

„Leider ist die Stadt nun pleite.“

Alfred Stuiber, FDP

„Ich bin den Wählern dankbar, dass sie sich mit dem Thema beschäftigt haben“, so Reichold. Jetzt gehe es an die Arbeit. Mit Planungsphase 3 und 4 würden nun die schwierigen Aufgaben folgen. Stuiber ist überzeugt, dass sich der Einsatz der FDP gelohnt habe. Die Bürger hätten dadurch eine echte Wahl gehabt und selbst entscheiden können. Nun dürfe sich später keiner beschweren, so Stuiber. „Leider ist die Stadt nun pleite“, sagte er und spielte auf die hohen Kosten an. Dass es eine weitreichende Entscheidungen für die Stadt ist, war allen bewusst. Wagt man den Neubau eines Ganzjahresbades oder setzt man auf eine Freibad-Sanierung? Die Bürger haben sich nun für die erste Variante entschieden.

Freizeit

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Wir erläutern das Konzept der vom Stadtrat favorisierten Variante ohne Saunabereich. Kommt ein Bürgerentscheid zur Bad-Frage?

Die Bad-Zukunft hat Stadt seit Jahren bewegt – und insbesondere seit der Sitzung des Stadtrates im Mai hat die Debatte hohe Wellen geschlagen. Eine Zwei-Drittel-Mehrheit des Gremiums stimmte für den Bau eines Ganzjahresbades. Zuvor hatte der Stadtrat eine Vertagung auf 2020 und ein Ratsbegehren – beides von den Freien Wählern ins Spiel gebracht – mehrheitlich abgelehnt.

Rat beendet „Schwebezustand“

Wenige Tage nach der Entscheidung im Stadtrat hat der Kreisverband der FDP ein Bürgerbegehren für den Erhalt und die Renovierung des Freibads gestartet. Das Bürgerbegehren war schließlich der Grund, dass sich der Stadtrat doch zu einem Ratsbegehren durchringen konnte. Dieses war vor allem von der CSU-Fraktion zunächst abgelehnt worden. Jedoch sei durch die FDP-Aktion eine andere Situation entstanden. Mit dem Ratsbegehren, für das es bis auf eine Gegenstimme grünes Licht gegeben hat, sollte der „Schwebezustand“ beendet werde. Die FDP hatte das nötige Quorum Anfang September erreicht – und so kam es zum Bürgerentscheid mit zwei Fragestellungen.

Diskussion

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Dass am Nanzinger Weg gehandelt werden muss, darüber waren sich alle einig. Denn das in die Jahre gekommene Freibad ist sehr reparaturanfällig, die Bausubstanz marode. 2018 musste das Nichtschwimmer-Becken wegen eines Defekts zwei Wochen vor Saisonende gesperrt werden. Laut Städtischen Betrieben sei es jedes Frühjahr ein Glücksspiel, ob das Bad nach dem Winter überhaupt wieder zum Laufen gebracht werden kann.

Lesen Sie hier: So lief die Bürgerversammlung zum Bad

Ziel der Stadt sei die Weiterentwicklung vom nur 120 Tage zu nutzenden Freibad zu einem ganzjährig geöffneten Bad. Gleichzeitig biete sich die Chance, für das ebenfalls sanierungsbedürftige Kreishallenbad Ersatz zu schaffen. Mit dem Erhalt und der Sanierung des 50-Meter-Beckens bleibe die Einrichtung für Sportler und Schwimmer attraktiv. Obwohl für den Neubau die Schuldenbremse gelöst werden muss, sollen laut Reichold keine Pflichtaufgaben – wie Schulen, Kindergärten oder dringende Straßensanierungen – vernachlässigt werden. Die Investitionskosten belaufen sich samt der Sanierung des 50-Meter-Beckens auf 19,8 Millionen Euro. Die Fördermittel sollen 4,1 Millionen Euro betragen. Das jährliche Betriebskostendefizit wird sich bei rund 755 000 Euro einpendeln. Die Wasserfläche des Ganzjahresbades beträgt 1900 Quadratmeter, davon sind 640 überdacht.

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