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Rodinger Weltenbummler erkunden Sibirien

Die Charly Hollinger und Heike Hornig sind in Russland angekommen. Dort beeindrucken Dampfbäder und Architektur der Häuser.
Von Heike Hornig

Bei Igor in Taischet stellten die Weltenbummler ihr Fahrzeug ab. Danach ging es in die Banja ... Foto: chn
Bei Igor in Taischet stellten die Weltenbummler ihr Fahrzeug ab. Danach ging es in die Banja ... Foto: chn

Roding.Wenn von Russland die Rede ist, denken die meisten Menschen wahrscheinlich zuerst an Moskau und St. Petersburg. Im Sommer hat in Russland ja auch die Fußballweltmeisterschaft stattgefunden. Wir allerdings werden fortan Russland immer erst mal mit zwei großen „B“ – für Birken und Banjas – assoziieren. Da wir die „Südroute“ über die Türkei, Georgien, Armenien, Iran und die Stan-Staaten durch Zentralasien in die Mongolei genommen haben, findet unsere erste Begegnung mit Russland in Sibirien statt. Und auch auf unserem Rückweg, von der Mongolei kommend, gilt es zuerst Sibirien von Ost nach West zu durchqueren, bevor wir ins geografische Europa zurückkehren.

Laut Wikipedia umfasst „Sibirien rund drei Viertel des russischen Staatsgebiets und ist etwa 13,1 Millionen Quadratkilometer groß. Im weitesten Sinne wird der gesamte nordasiatische Teil der Russischen Föderation als Sibirien bezeichnet.“ Rund 6000 Kilometer reisen wir durch Sibirien – und soweit unser Auge reicht sehen wir Birken.

Reich verzierte Holzhäuser

Die Holzhäuser in Sibirien sind reich verziert. Foto: chn
Die Holzhäuser in Sibirien sind reich verziert. Foto: chn

An manchen Stellen können wir durch die lichten Birkenwälder hindurch einen Blick auf die Transsibirische Eisenbahn werfen, deren Route zum Großteil parallel zum transsibirischen „Highway“ verläuft, den wir befahren. Unterbrochen werden die Birkenwälder von kleinen und größeren Ortschaften, die durch die einzigartige sibirische Architektur mit ihren reich verzierten Holzhäusern beeindrucken.

Birken soweit das Auge reicht ... Foto: chn
Birken soweit das Auge reicht ... Foto: chn

Der Birke wird in Sibirien eine magische Wirkung zugesprochen. Ob magisch oder nicht, in jedem Fall wirkt sich die Birke positiv auf die Gesundheit aus. Der Saft der Birke wirkt entwässernd und reinigend. Das Holz hat antiseptische Eigenschaften. Dies haben die Menschen in Sibirien schon früh erkannt und fertigen unter anderem wunderschöne Dosen aus Birkenholz an, in denen sie Lebensmittel aufbewahren, die vor Feuchtigkeit und Schimmel geschützt werden sollen. An einem Straßenstand kaufen auch wir eine handgefertigte Birkenholz-Brotbox als nutzvolles Souvenir.

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Die Birkenzweige stellen auch ein wichtiges Utensil für den Banja-Besuch dar. Banja heißt übersetzt Badehaus und bezeichnet das russische Dampfbad, das ähnlich heiß oder zum Teil sogar heißer als eine finnische Sauna zelebriert wird. Auf dem Weg durch Sibirien besuchen wir so oft es möglich ist eine Banja, da wir diese uralte Tradition zu schätzen wissen.

Kultur

Eine Weltreise mit Hund und Kegel

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Das allererste Mal sind wir 2012 mit einer russischen Banja in Kontakt gekommen, als wir zum zehnjährigen Jubiläum unseres Vereins OiMi einen Banja-Besuch im Aquacur in Bad Kötzting gebucht hatten. Wir waren gespannt, inwiefern sich eine originale Banja in Sibirien von dieser unterscheiden würde.

In Taischet war es soweit. Der Hausherr eines Gästehauses, bei dem wir unseren Klappwohnwagen im Hof aufstellen durften, weihte uns in die Abläufe ein. Im Garten hinter seinem Haus stand die selbstgebaute Banja, die traditionell aus Holz errichtet und mit einem Holzofen beheizt wurde. In diesem Fall gab es einen Schwitz/Dampfraum und einen Erholungsraum. Gewaschen wurde sich direkt auch im Dampfraum.

Das „Quästen“ gehört dazu

Die Birkenzweige hatte Igor bereits eine Stunde vor unsrem Banja-Besuch in Wasser eingeweicht. In der Banja ist das Quästen laut Wikipedia üblich; sich selbst oder gegenseitig mit Bündeln von eingeweichten Birkenzweigen, den Körper abzuschlagen. Das erfrischt angenehm und die Blutzirkulation wird anregt. Beim Quästen entsteht zudem ein angenehmer Geruch nach Birke. Das Wasser aus dem Kübel, in dem zuvor die Birkenzweige eingeweicht wurden, ergibt gleichzeitig einen Birken-Aufguss.

Heike Hornig und Charly Hollinger mit Hündin Pepsi Foto: chn
Heike Hornig und Charly Hollinger mit Hündin Pepsi Foto: chn

Im Anschluss an den Banja-Besuch oder in den Pausen gibt es Tee mit süßen Früchten. Wir sind froh, dass wir beim ersten Besuch in Russland genau erklärt bekommen, wie das Prozedere abläuft, und dass wir Igor unsere Fragen stellen können. Es gibt nämlich doch einige Fettnäpfchen, in die wir nicht unbedingt hineintreten möchten. Dürfen Männer und Frauen gemeinsam in die Banja? Wird komplett unbekleidet „gebanjat“ oder wird Badekleidung getragen?

In den vergangenen drei Wochen waren wir fünfmal in einer Banja und hoffen, dass wir auf den restlichen 900 Kilometer bis Moskau noch mindestens einmal diese wunderbare Wärme und Erfrischung erfahren dürfen.

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