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Nostalgie

Rodings Faschingsglanz vor 40 Jahren

Ball um Ball frönten die Rodinger anno 1978 dem Fasching. Und als Regenten agierten die Tollitäten Emmi I. und Gangerl I.
Von Jakob Moro

Eine Garde ist gestern wie heute ein Hingucker –hier jene aus dem Jahr 1978.
Eine Garde ist gestern wie heute ein Hingucker –hier jene aus dem Jahr 1978.

Roding.Höhepunkt des Faschings 2018 ist wohl dieses Jahr wieder der Rodinger Burschenball. Er ist mittlerweile ausverkauft. Bei vielen Rodingern kommt sicher Wehmut auf, wenn sie sich an frühere Zeiten erinnern, als rauschende Ballnächte bereits kurz nach Neujahr viele Besucher anzogen.

Wir haben für Sie, liebe Leserinnen und Leser, in früheren Echos geblättert und aussagekräftige Fotos und Berichte von vor 40 Jahren gefunden. Das Bayerwald-Echo begleitete damals wie heute den Rodinger Fasching und deren Höhepunkte. In der Wochenendausgabe am 7./8. Januar 1978 ist unter anderem zu lesen: „War der Hof- und Bürgerball der glanzvolle Auftakt, so wird für die gesamte Bevölkerung der Höhepunkt des Faschings wohl das Gardetreffen aus der gesamten Oberpfalz und Niederbayern sein.

Vier Mark Eintritt

Berühmt und einfach klasse – das Tanzorchester Hugo Strasser Fotos: rjm
Berühmt und einfach klasse – das Tanzorchester Hugo Strasser Fotos: rjm

Zwölf Faschingsgesellschaften aus der gesamten Oberpfalz und Niederbayern kamen mit Hofstaat, Prinzenpaaren und Garden nach Roding und stellten sich in der Dreifachturnhalle vor. Ab 11.30 Uhr trafen die Garden ein, Faschingstreiben war auf dem Postplatz, Spielmannszüge und das Rodinger Jugendbläserkorps gaben ein Standkonzert. Anschließend formierte sich ein Zug durch die Stadt, Ziel war die Dreifachturnhalle, wo sich die Faschingsgesellschaften vorstellten. Der Eintritt kostete für Erwachsene vier Mark (heute ein „Zwickl“, bzw. 2 Euro). Karten gab es im Vorverkauf im Reisebüro Lösl. Das Bayerische Fernsehen war vor Ort und berichtete in der Sendung „Bayern heute“.

Garde unterwegs

  • Ehre:

    Am Sonntag, 8. Januar 1978, fand im Übrigen das ostbayerische Gardetreffen statt.

  • München:

    Ehre wurde der Rodinga am 22. Januar in München zuteil.

  • Parade:

    In der Olympia-Halle war internationalen Gardeparade, mit den besten Prinzengarden aus Europa.

  • Bus:

    Für die Rodinger „Schlachtenbummler“ wurde ein Bus eingesetzt.

Vier volle Säle in Roding

Jupp Brantl (r.) & Co. feierten im Fasching fröhliche Urständ. Fotos: rjm
Jupp Brantl (r.) & Co. feierten im Fasching fröhliche Urständ. Fotos: rjm

Die Schwarzweiß-Bälle von Kolping im Haus Ostmark und der Zieringer Feuerwehr im Blümelhuber-Saal und der traditionelle Maskenball im Cafe Ernst Zeitler waren am Vortag (7. Januar 1978) gut besucht, so wie der Hof- und Bürgerball in Dreifach-Turnhalle, wo zwei Spitzenkapellen, das berühmte Tanzorchester Hugo Strasser und die „Lazy Bones“ aus Regensburg, zum Tanz aufspielten. Mit zahlreichen Höhepunkten wurde der Hof- und Bürgerball der „Rodingia“ zu einem glanzvollen Auftakt des Rodinger Faschings. Den Ballbesuchern wurde ein spritziges Programm serviert, bei dem Langeweile niemals aufkommen konnte. Absoluter Höhepunkt war der Auftritt von Prinzenpaar und Garde, die schon zum Auftakt der närrischen Saison zur Bestform fanden. Jupp Brantl, der Präsident der Rodingia, hieß dazu neben der örtlichen Prominenz, wie Landrat und Bürgermeister, auch eine Reihe Persönlichkeiten des ostbayerischen Faschings willkommen, darunter auch den 84-jährigen Präsidenten Sepp Gürtler aus Amberg.

Gangerl I. und Prinzessin Emmi I.

Gangerl I. und Prinzessin Emmi I. Fotos: rjm
Gangerl I. und Prinzessin Emmi I. Fotos: rjm

Nach einigen Tanzrunden wurde es dann offiziell. Die Tollitäten des Jahres 1977, Prinz Rüdiger und Prinzessin Hannelore, übergaben die Insignien der Würde an ihre Nachfolger, Prinz Gangerl I. und Prinzessin Emmi I., ein Prinzenpaar, mit dem Roding Staat machte und tolle Tage erlebte. In seiner „Regierungserklärung“ forderte Gangerl I. Toleranz und Heiterkeit, während die Lieblichkeit Emmi I. die Ballbesucher zu Applaus, Stimmung, Tanz und Flirt aufrief. Dass die nächsten Wochen ganz dem Fasching gehörten, wurde auch mit der Übergabe des Stadtschlüssels durch Bürgermeister Bäumel dokumentiert.

Der begehrteste Junggeselle

Bürgermeister Bäumel waltete seines Amtes. Fotos: rjm
Bürgermeister Bäumel waltete seines Amtes. Fotos: rjm

„Ein kühner Traum ist wahr geworden: Hof- und Bürgerball mit Hugo Strasser in der Dreifach-Turnhalle“, sagte unter anderem Bürgermeister Bäumel. Bäumel weiter: „Die Rodingia habe auch der Gebietsreform ein Schnippchen geschlagen“, das Unterzentrum Roding sei zum Oberzentrum des ostbayerischen Faschings aufgestiegen, wofür besonders Jupp Brantl, dem „begehrten Junggesellen Rodings“ Dank gebühre.

„Die Prinzengarde ist Rodings Exportartikel Nr. 1“, meinte Bäumel unter Beifall. Die Rodingia stelle eine Besonderheit dar, sie habe Immunität gezeigt gegen „kreisliche Zentralisierungsgelüste“ und ihren Sitz in Roding behalten. Gangerl sagte nach der Übernahme des Stadtschlüssels an den Bürgermeister gewandt: „Was wir in der närrischen Zeit anrichten, werden sie am Aschermittwoch schon wieder ausbügeln.“ Komplimente gab es von Sepp Gürtler, dem 84-jährigen Senior des ostbayerischen Faschings. Ein wahrer Ordensregen prasselte auf die Ballbesucher nieder und sorgte für „Schönwetter“ in der Kasse der Rodingia.

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