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Donnerstag, 19. Juli 2018 27° 1

Debatte

Roßberger streitet mit UFB-Frauen

Lamer Bürgermeister weist Vorwürfe über Trägheit und Informations-Vorenthalt zurück. Friedhofsmauer bereitet Kopfzerbrechen.
Von Maria Frisch

Mangelnden Informationsfluss und Untätigkeit werfen UFB-Frauen Bürgermeister Paul Roßberger vor. Der weist das zurück. Foto: Weber
Mangelnden Informationsfluss und Untätigkeit werfen UFB-Frauen Bürgermeister Paul Roßberger vor. Der weist das zurück. Foto: Weber

Lam.Äußerungen von Markträtinnen in der UFB-Jahresversammlung stießen Bürgermeister Paul Roßberger sauer auf, so dass er sich veranlasst sah, in der Sitzung des Marktrates am Mittwochabend der Kritik zu begegnen. Er empfahl den fünf Markträtinnen, sich kundig zu machen, bevor sie Vorwürfe äußerten, die den Eindruck erweckten, „im Rathaus würde man nur Däumchen drehen“.

Neue Banner für das Osserbad und Geschenke für Gästeehrungen, die die UFB-Damen auf ihrer Jahresversammlung moniert hatten, seien bereits in die Wege geleitet worden.

Alles nur Behauptungen?

Weiterhin wehrte sich Paul Roßberger dagegen, in Fraktionssprechersitzungen würden Informationen vorenthalten oder gar Falschinformationen gegeben. Beides seien Behauptungen der UFB, „die an den Haaren herbeigezogen sind“. Zum Vorwurf, Sachverhalte stellten sich in der Sitzung anders dar, als zuvor angekündigt, sagte Roßberger: „Es kommt durchaus vor, dass sich bis zum Sitzungstermin neue Fakten ergeben. Das liegt in der Natur der Sache“. Der Rathauschef wertete die Äußerungen als persönlichen Angriff gegen sich und Geschäftsleiterin Susanne Amberger. „Ihr solltet euch eure Wortwahl genauer überlegen“, empfahl er den UFB-Mitgliedern, die ihn mehrmals unterbrachen.

Das wiederum störte dritten Bürgermeister Franz-Josef Brandl: „Überlege Dir Deine Wortwahl in Zukunft,“ sagte er in Richtung von Marietta Hutter. „In der Sitzung ist der Bürgermeister der Versammlungsleiter. Ich finde es eine Frechheit, ihn ständig zu unterbrechen.“ Auf die Einladung zu einem ungewöhnlichen Marktrat-Sitzungstermin zu antworten: „Sagt mal, geht’s noch?“, wie Markträtin Marietta Hutter per Mail zurückgeschrieben habe, sei in der Wortwahl nicht zu tolerieren, so Roßberger. Er allein entscheide über den Sitzungstermin. Susanne Amberger sah eine Ladungsfrist von fünf Tagen als ausreichend an. Bei einer längeren Frist ändere sich in der Zwischenzeit erfahrungsgemäß vieles. Marietta Hutter erklärte, dass eine Sitzungs-Verschiebung in den Wochentagen kein Dauerzustand sein sollte – entschuldigte sich aber für die Anrede in besagtem Mail.

Die Kritik der UFB-Frauen

  • Petra Pritzl

    Der UFB werden bei der Fraktionssprechersitzung stets Informationen vorenthalten.

  • Steffi Obermeier-Frisch

    Steffi Obermeier-Frisch vergleicht die Marktratsarbeit mit einer nicht gut funktionierenden Ehe, in der jeder Partner tue, was er wolle. „Manchmal kommt es zum Eklat“.

  • Emmi Kollross

    „Unsere Fragen und Anträge werden von einzelnen Marktratskollegen mit Augenverdrehen und Kopfschütteln begleitet.“ Fragen sollten aber erlaubt sein. Wünschenswert wäre ein Sitzungskalender. Zu lange dauerten die Genehmigung der Ehrung der Einserschüler und die Schulrenovierung.

  • Die UFB-Forderungen

    ein Stundentarif für das Osserbad, Schild zum Bahnhof, barrierefreier Wanderweg, Zeltmöglichkeiten vom Arber zum Eck, Onlinemanager gemäß dem Leitbild zur Digitalisierung des Kreises, ein Fahrer für Einkaufsfahrten, Begleitung zum Arzt, Friedhof, Wohnungsbetreuung, etc.

Um Sachthemen ging in der Sitzung auch, so in der Debatte um eine kostengünstigere Sanierung der Friedhofsmauer. Die Errichtung einer Steilböschung schlägt mit 55 000 Euro zu Buche und erhielt den Zuschlag. Die beiden Alternativen hätten die Marktgemeinde 111 200 Euro bzw. 72 000 Euro gekostet. Paul Roßberger schlug dem Gremium vor, dem Ingenieurbüro Posel den Auftrag für die Steilböschung zu erteilen. Trotz Aufforderung von Gemeinderat und Kirchenpfleger in Personalunion, Gerd Paulus, hatte Architekt Anton Landgraf davon abgesehen, den Markträten seine Maßnahme näher zu erläutern. Er hatte angekündigt, auf dem schmalen Grad einen Bagger graben zu lassen, wobei die lose Steinmauer dadurch angeblich keinen Schaden nehmen sollte.

Starke Bedenken

Marktrat Gerd Paulus hatte dagegen starke Bedenken. Es sei seiner Ansicht nach zu befürchten, dass die Kosten steigen würden. Die Befreiung der Trockenmauer von Wurzeln, Gebüsch und Stauden hätte nach Meinung von Fachleuten deren Instabilität zur Folge. Paulus war der Ansicht, dass die Gemeinde den unteren Teil der Mauer sanieren und sich die Pfarrei mit ihrem Part noch in Geduld üben solle. Sollte das 2018 nicht mehr klappen, werde man das Ganze nächstes Jahr anpacken. Da sich der Architekt gegen eine Aufspaltung der Arbeiten ausgesprochen hat, werde sich die Pfarrei einen anderen Planer suchen, falls Landgraf seinen Auftrag zurückgibt. (kli)

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