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Region Cham
Donnerstag, 16. August 2018 27° 1

Landwirtschaft

Rudi ist Isabellas bester Freund

Auf dem Troidlhof ist ein Stierkalb geboren. Es ist ein „Rotes Höhenvieh“.

Rudi hat blaue Augen: Isabella findet Rudi einfach toll.Foto: rjm
Rudi hat blaue Augen: Isabella findet Rudi einfach toll.Foto: rjm

Stamsried.Stefan Haas bietet am Troidlhof nicht nur ausgedienten Maschinen, Gerätschaften und Werkzeugen aus der Landwirtschaft eine Heimat, sondern jetzt auch Tieren, die vom Aussterben bedroht sind. Neben Hasen, Ziegen und Hühnern sind seit rund drei Jahren zwei Muttertiere der Rasse „Rotes Höhenvieh“ am Troidlhof eingezogen. Alle Tiere des roten Höhenviehs erhielten Namen, „Rita“ und „Gundel“ heißen die beiden Färsen, die Stefan Haas vor rund drei Jahren erworben hat. Von „Rita“ stammen zwei weibliche Nachkommen, „Rapunzel“ und „Rania“. Jetzt kam vor rund drei Wochen ein Stierkalb von „Rita“ auf die Welt. Ihm gab man den Namen „Rudi“. Rudi, der einzige männliche Nachwuchs des Roten Höhenviehs am Troidlhof, steht jetzt nicht nur bei Tochter Isabella im Mittelpunkt, sondern bei der ganzen Familie Haas. Im September wird von dem Muttertier „Gundel“ Nachwuchs erwartet. Sie hat bereits vor einem bzw. zwei Jahren mit „Greta“ und „Gabi“ für weiblichen Nachwuchs gesorgt. Die Freude am Troidlhof ist groß, alle kümmern sich fürsorglich um den kleinen „Rudi“. Er ist der Mittelpunkt, vermutlich auch bei den Gästen. Von nun an hat der Troidlhof wieder jeden ersten Sonntag im Monat für Besucher geöffnet. Das Rote Höhenvieh, die traditionelle Rinderrasse der deutschen Mittelgebirge, war in den 1980er Jahren fast ausgestorben. Im letzten Moment gelang es engagierten Züchtern, die Rasse aus noch vorhandenen Restbeständen neu zu beleben und sie als landwirtschaftliche Genreserve für die Nachwelt zu erhalten. Diese Tierart hat jetzt auch auf dem Troidlhof eine Heimat. Ein Stück Kulturgeschichte auf vier Beinen wird so vor dem Vergessen bewahrt. Seit ältester Zeit war der mitteleuropäische Raum Verbreitungsgebiet eines einfarbig roten Rindes, dem Höhenvieh. Bis weit in das 20. Jahrhundert hinein spielten Rinder und insbesondere das „Rote Höhenvieh“ eine wichtige Rolle für die Landwirtschaft bei uns. Sie dienten als Zugtiere und als Milch- und Nahrungsquelle. Mit zunehmender Verbreitung von Traktoren waren in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Zugqualitäten des Roten Höhenviehs nicht mehr gefragt. Das Rote Höhenvieh hat seine Wurzeln in den illyrischen und keltischen Rindern. Bereits seit der Jungsteinzeit wurden Rinder domestiziert. Rinder spielten in vielen vorchristlichen Religionen eine zentrale Rolle. Der Mensch war in vorindustrieller Zeit gänzlich von Umwelteinflüssen abhängig. Zum Schutz vor ernte- und existenzzerstörenden Unwettern hingen Landwirte Wetterkreuze auf, stifteten Votivtafeln, um für das Wohl der Rinder zu bitten. Auf Oberpfälzer Votivtafeln finden sich immer wieder Darstellungen von roten und rotbraunen Rindern, die vermutlich das Rotvieh darstellten. (rjm)

Rund ums Rind

Kreuzung: Das „Rote Höhenvieh“ entstand durch eine Kreuzung einheimischer und österreichischer Rinder.

Merkmale: Besondere Merkmale sind das rote Fell und ein hagerer Knochenbau. Vorreiter zur Rettung des Roten Höhenviehs war die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Tierhaltung Almesbach.

Verkauf: Es wurde sogar bis nach England verkauft. (rjm)

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