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Region Cham
Freitag, 20. Juli 2018 29° 2

Freizeitsport

„Rückenwind“ für den Chamer Radfrühling

E-Bikes sind nach wie vor der Renner im Verkauf. Das neue Jahr bringt stärkere Akkus, breitere Reifen und gestiegene Preise.
Von Alois Dachs

Ein Bild, das Appetit auf erste Frühlings-Radtouren in die grünende Natur macht Fotos: Christa Rabl-Dachs (1), Alois Dachs (4)
Ein Bild, das Appetit auf erste Frühlings-Radtouren in die grünende Natur macht Fotos: Christa Rabl-Dachs (1), Alois Dachs (4)

Cham.Wenig Neues auf dem Fahrradmarkt – das ist die Quintessenz der jüngsten Fachmessen vor dem Radlfrühling 2018. Auf einen kleinen Nenner gebracht, sind es vor allem integrierte Akkus für Pedelecs und E-Bikes, ein elektrisch gesteuertes, „intelligentes“ Automatik-Schaltsystem von Shimano, breitere Reifen für Mountainbikes und ein riesiges Angebot im Zubehörhandel, die zu vermerken sind. Fahrradhändler leiten daraus ab, dass vor allem seit Jahren Bewährtes weiterhin verbessert wird.

„Mehr eine Frage der Optik“, ist nach übereinstimmender Meinung verschiedener Fahrradhändler die Einführung integrierter Akkus bei Pedelecs und den schnellen E-Bikes. In den Fahrradwerkstätten, die jeder Händler betreibt, sind die aufgesetzten Stromlieferanten beliebter, denn bei den im Hauptrohr integrierten Modellen kann es zu schwierigen Fummeleien kommen, wenn mal ein Fehler gesucht werden muss.

Berge rufen nach Unterstützung

Fachgerechter Kundendienst sollte vor Beginn der Fahrradsaison erledigt werden. Viele Händler bieten Pauschalen für die Durchsicht an. Vor allem bei E-Bikes ist zu berücksichtigen, dass sich beispielsweise Bremsen schnell abnutzen können. Fotos: Christa Rabl-Dachs (1), Alois Dachs (4)
Fachgerechter Kundendienst sollte vor Beginn der Fahrradsaison erledigt werden. Viele Händler bieten Pauschalen für die Durchsicht an. Vor allem bei E-Bikes ist zu berücksichtigen, dass sich beispielsweise Bremsen schnell abnutzen können. Fotos: Christa Rabl-Dachs (1), Alois Dachs (4)

Regional unterschiedlich sind im Landkreis Cham die Anforderungen an Fahräder. Thomas Koller von der Firma Velotom in Lam macht sein Hauptgeschäft mit Mountain-Bikes und stellt fest, dass immer mehr junge Leute ein MTB mit Elektromotor kaufen. „Teilweise werden E-Bikes schon als Ersatz für die wesentlich teureren Mofas für Jugendliche gekauft“, erzählt der Fahrradhändler. Trotz Hang zur Elektromobilität ist in den Bergregionen des Lamer Winkels das klassische MTB – mit einer hochwertigeren Ausstattung – bei Sportfahrern noch erste Wahl. Sie nutzen einstellbare Federung, ABS-gestützte Scheibenbremsen und ähnlich hochwertige Ausstattungen, sagt Thomas Koller.

Die Reifen sind bei allen Fahrradarten ein Thema. Während Freizeitradler und Trekking-Fahrer vor allem auf „unplattbare“ Reifen Wert legen, spielen bei den MTB-Reifen Profil und Gummimischung die Hauptrolle. Fotos: Christa Rabl-Dachs (1), Alois Dachs (4)
Die Reifen sind bei allen Fahrradarten ein Thema. Während Freizeitradler und Trekking-Fahrer vor allem auf „unplattbare“ Reifen Wert legen, spielen bei den MTB-Reifen Profil und Gummimischung die Hauptrolle. Fotos: Christa Rabl-Dachs (1), Alois Dachs (4)

Für Karl-Heinz Luithard von Bike-Stop im Chamerauer Gewerbegebiet sind die von verschiedenen Firmen angebotenen integrierten Akkus bei E-Bikes die größte aktuelle Neuerung. Trekkingräder bilden das Hauptkontingent bei seinen Angeboten, die vom Kinderrad bis zum hochwertigen Sportgerät mit Spitzenausstattung reichen. Auch er verzeichnet eine kontinuierlich steigende Nachfrage nach Pedelecs, die Radler bis zu 25 Stundenkilometer per Elektromotor unterstützen. Der „Rückenwind aus dem Mittelmotor“ ist längst ein geflügeltes Wort in der Branche.

Waren es in der Anfangsphase noch Akkus mit 400 Wattstunden (wH) Leistung, so sind inzwischen schon Kraftpakete mit bis zu 650 wH verfügbar, das entlastet die geplagten Waden am Berg.

Der „Rückenwind aus dem Mittelmotor“ ist längst ein geflügeltes Wort in der Branche.

Auf eine Investition von mindestens 2000 Euro müssen sich Interessenten einstellen, wenn sie ein dauerhaft brauchbares Fahrrad mit Motorunterstützung kaufen wollen. Mit hochwertiger Ausstattung überschreiten auch viele Trekkingräder bereits die 3000-Euro-Grenze, und bei Mountain-Bikes mit Spitzentechnologie sind Preise zwischen 7000 und 12 000 Euro immer häufiger zu finden.

Nachfrage steigt deutlich

Teure Mountain-Bikes erreichen mit entsprechender, auf das Gewicht des Fahrers einstellbarer Federung, hochwertiger Schaltung und einem leistungsfähigen Motor Preisgrenzen zwischen 4000 und 7000 Euro, hier bei Zweirad-Diermeier in Cham. Fotos: Christa Rabl-Dachs (1), Alois Dachs (4)
Teure Mountain-Bikes erreichen mit entsprechender, auf das Gewicht des Fahrers einstellbarer Federung, hochwertiger Schaltung und einem leistungsfähigen Motor Preisgrenzen zwischen 4000 und 7000 Euro, hier bei Zweirad-Diermeier in Cham. Fotos: Christa Rabl-Dachs (1), Alois Dachs (4)

Andreas Ettl und Benjamin Rieder von Zweirad-Diermeier in Cham verzeichnen eine deutlich steigende Nachfrage nach hochpreisigen Rädern mit entsprechender Ausstattung. Für das E-Bike-Kompetenzcenter verweisen die beiden auf ein reichhaltiges Angebot in allen Preislagen, ergänzt durch eine breit gefächerte Zubehörpalette, die von Kleidung über Helme bis zu Gepäckträgern und Fahrradträgern für die Anhängerkupplung reicht.

Die „Helmfrage“ stellt sich kaum mehr. Wer häufig Rad fährt, will auf den möglicherwiese lebensrettenden Fahrradhelm nicht mehr verzichten. Die Nachfrage nach dem Kopfschutz steigt von Jahr zu Jahr. Fotos: Christa Rabl-Dachs (1), Alois Dachs (4)
Die „Helmfrage“ stellt sich kaum mehr. Wer häufig Rad fährt, will auf den möglicherwiese lebensrettenden Fahrradhelm nicht mehr verzichten. Die Nachfrage nach dem Kopfschutz steigt von Jahr zu Jahr. Fotos: Christa Rabl-Dachs (1), Alois Dachs (4)

„Mit dem E-Bike fahren viele größere Strecken“, weiß Rieder aus vielen Kundengesprächen, der „Rückenwind aus dem Akku“ ist längst nicht mehr nur bei Senioren beliebt, sondern wird auch von jungen Leuten gerne genutzt. Tagesstrecken von 70 und mehr Kilometern sind selbst für ungeübte Radfahrer zu leisten.

Breitere Reifen mit teilweise speziellen Gummimischungen für den Geländeeinsatz, automatische Schaltsysteme, die aus den Fahrgewohnheiten des Radlers „lernen“ und dementsprechend agieren, sind für Andreas Ettl die wichtigsten Neuheiten. Dazu kommen hochwertige Carbonrahmen, die vor allem das Radgewicht reduzieren, ergänzt Benjamin Rieder.

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