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Gesundheit

Rund um Pflege

Der Vortrag über Pflegeberatung war gut besucht.
Heinz Pletl

Familienbeauftragte Benita Vogl (links) dankte der Referentin Dagmar Kneip für ihren interessanten Vortrag. Foto: Heinz Pletl
Familienbeauftragte Benita Vogl (links) dankte der Referentin Dagmar Kneip für ihren interessanten Vortrag. Foto: Heinz Pletl

Grafenwiesen.Der Familienbeauftragten der Gemeinde Grafenwiesen, Benita Vogl, war es gelungen, einen Vortrag über Pflegeberatung zu organisieren. Sie konnte dabei Dagmar Kneip von der AOK Bayern als Referentin gewinnen. Im voll besetzten Pfarrheim begrüßte Vogl auch Bürgermeister Josef Dachs, dritten Bürgermeister Josef Häring und Pfarrgemeinderatssprecher Joachim Bauer.

Dagmar Kneip stellte zunächst die Grund- und Leitsätze bei der Pflegeberatung vor. Dabei ist die Berücksichtigung der Angehörigen genauso wichtig wie die der Pflegebedürftigen. Die Pflegeberatung muss ressourcenwahrend und -fördernd sein, der freie Entscheidungswille des Hilfebedürftigen ist oberstes Gebot und die Pflegeberatung wirkt unterstützend und begleitend. Die Beratung ist unabhängig.

Zunächst wird ein Versorgungsplan erstellt, bei dem der Abschluss einer Vorsorgevollmacht das A und O ist. Die ineinandergreifenden Kräfte bei der Pflege verstehen sich als Netzwerk, die Pflegeberaterin der AOK ist hierbei als Lotse tätig. Der Maßstab für die Pflegebedürftigkeit ist in erster Linie die Selbstständigkeit, das Alter des Patienten ist dabei nicht ausschlaggebend. Der Datenschutz bei der Pflege ist sehr streng, darum ist die Vorsorgevollmacht so wichtig, um Rechtsgeschäfte und dergleichen für den Bedürftigen durchführen zu können. Bei der Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) ist es enorm wichtig, den ersten Termin einzuhalten. Sollte dies nicht der Fall sein, sind Verzögerungen von mehreren Wochen oft die Folge bei der Antragstellung auf Pflege.

Die wichtigsten Module bei der Begutachtung sind die Mobilität, die kognitiven und kommunikativen Fähigkeiten und die Verhaltensweisen und psychische Problemlagen. Natürlich spielt auch die Selbstversorgung eine große Rolle. Für die Gewichtung der einzelnen Module ist ein Punktesystem eingeführt worden. Die Einteilung der Module erfolgt immer in vier Stufen, beispielsweise beim Treppensteigen mit „selbstständig, überwiegend selbstständig, überwiegend unselbstständig oder unselbstständig“.

Die Referentin führte aus, dass es für ambulante Pflege mehr Geld gibt als für stationäre Pflege. Bei der Verhinderungspflege können Privatleute statt dem Pflegedienst eingesetzt werden, hierfür gibt es im Jahr eine Pauschale von 2418 Euro. Natürlich müssen die pflegenden Personen der Kasse gemeldet werden. Ab Pflegegrad 2 können für Teilzeitkräfte, die nicht mehr als 30 Stunden in der Woche arbeiten, Rentenpunkte beantragt werden. Nachgewiesen werden müssen dabei zehn Stunden Pflege innerhalb von zwei Werktagen pro Woche. Bei Pflegegrad 2 und 3 werden alle sechs Monate Beratungseinsätze durchgeführt.

Ein Zuhörer wollte wissen, wie viel Geld es für Umbaumaßnahmen an der Wohnung gibt und ab welchem Pflegegrad. Laut Dagmar Kneip werden solche Maßnahmen mit bis zu 4000 Euro gefördert, die Förderung wird ab Pflegegrad 1 gewährt. (khp)

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