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Sanierung des Haus des Gastes geht voran

Aus der energetischen Modernisierung ist ein Großprojekt geworden. Das kostet deutlich mehr, als ursprünglich gedacht.
Von Alexander Ziereis

Der Gemeinderat informierte sich über den Fortschritt der HdG-Sanierung. Foto: Alexander Ziereis
Der Gemeinderat informierte sich über den Fortschritt der HdG-Sanierung. Foto: Alexander Ziereis Foto: Alexander Ziereis

Blaibach.Das Blaibacher Gemeindegremium fand sich zu Beginn seiner jüngsten Sitzung beim Haus des Gastes (HdG) ein. Bürgermeister Wolfgang Eckl bat Markus Weber und Richard Richter vom Architekturbüro Schnabel & Partner, den Räten einen Bau- und Kostenbericht zur Baumaßnahme zu geben. Auch die Fachplaner Stefan Schmid (Elektro) und Reinhold Schiefeneder (HLS) standen dem Gemeinderat für Fragen zur Verfügung.

Markus Weber erläutert den Anwesenden, dass die Gemeinde Blaibach im Jahr 2016 für die die energetische Sanierung des Haus des Gastes Fördermittel des Bundes bewilligt bekommen hat. Damals war geplant, die Fenster zu tauschen, einen Vollwärmeschutz anzubringen, die Lampen auf LED umzurüsten und die Heizung zu erneuern. Die Kosten wurden damals mit 698000 Euro berechnet.

Sanierung kostet 1,6 Mio. Euro

Zudem wurde das Gebäude mittlerweile statisch ertüchtigt, ein leichteres Dach und ein neuer Blitzschutz wurden angebracht. Dies verursachte zusätzliche Kosten in Höhe von etwa 370000 Euro. Des Weiteren entschied sich der Gemeinderat für die Kompletterneuerung der WC-Anlage inklusive einem Behinderten-WC und einer öffentlichen Toilette. Dies verursachte wiederum Kosten in Höhe von 250000 Euro. Auch dem Wunsch nach Lagerräumen und Umkleidekabinen für den Sport wurde nachgekommen, Kostenfaktor: circa 85000 Euro.

Weiter sagte Markus Weber, dass auch der vermietete Bereich, für den es keine Fördermittel gibt, entgegen der ursprünglichen Meinung energetisch mit neuen Fenstern und Vollwärmeschutz saniert wird, was mit Kosten in Höhe von etwa 50000 Euro zu Buche schlagen wird. Die Elektroinstallationen wurden erheblich verbessert, was zu Mehrkosten in Höhe von über 100000 Euro führt, so der Architekt. In Summe werde die Sanierung des Haus des Gastes somit Kosten in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro verursachen. Dem gegenüber stehen jedoch Zuwendungen des Bundes in Höhe von etwa 600000 Euro, sagte Bürgermeister Eckl.

Markus Weber stellte noch die Frage in den Raum, wie mit der Innenverkleidung an der Westwand und dem Boden in der großen Halle verfahren werden soll. Auch stelle sich die Frage, ob die Decke gestrichen werden soll. Auf Nachfrage von Mitgliedern des Gemeinderats gaben die Architekten zudem die Auskunft, dass der Neubau einer Halle in dieser Größenordnung rund 3,3 Millionen Euro kosten würde. Hinzu kämen die Grunderwerbs- und Abbruchkosten. Die sanierte Halle habe einen Wert von circa 2,8 Millionen Euro, eine Halle in dieser Größenordnung gebe es im Landkreis Cham kein zweites Mal.

Die optische Sanierung der westlichen Innenfassade belaufe sich auf etwa 18000 Euro, der Anstrich der Decke auf etwa 7000 Euro und die komplette Erneuerung des Holzbodens in der großen Halle würde circa 65000 Euro kosten – das Ausbessern und Lackieren des jetzigen Bodens etwa 15000 Euro.

Eine Lüftungsanlage werde nur in den Toiletten installiert, das Gutachten bezüglich der feuchten Stellen im Deckenbereich habe ergeben, dass nur kleinere Nachbesserungsarbeiten notwendig sind. Grundsätzlich, so der abschließende Hinweis, finden die Arbeiten im geplanten zeitlichen Rahmen statt.

Nach der Besichtigung wurde die Sitzung im Pfarrheim fortgeführt, wo Bürgermeister Eckl einen kurzen Bericht über verschiedene Themen gab. So informierte er, dass sich die Mitglieder des Kommunikationsausschusses der Gemeinde Blaibach am 17. Juni mit den Vertretern des Eigenbetriebs Digitale Infrastruktur im Landkreis Cham treffen werden. Dabei würden der Ausbau des Landkreisnetzes in Blaibach und die Möglichkeiten im Bereich Gigabit-Ausbau des Freistaats Bayern besprochen.

Auftrags-Vergabe

  • Bayernwerk Netz GmbH:

    Auftrag für den Austausch von sieben Straßenlampen und einer Schalteinheit im Kirchen- und Leichenhausbereich

  • Strabag AG:

    Auftrag für Flickasphaltierungsarbeiten auf mehreren Straßen

  • Hartmann GmbH:

    Auftrag für die Trockenbauarbeiten bei der Sanierung des Haus des Gastes (khu)

Weiter sagte Eckl, dass im 1. Quartal 2020 aus den Verkehrsmessungen ein Überschuss von 778 Euro erzielt wurde. Dazu kam der Vorschlag eines Gemeinderats, weitere Messstellen einzurichten, und zwar in der Schulstraße, in Pulling rechts des Regens sowie an der Umgehungsstraße. Eckl sagte, dass sich der Bauausschuss die vorgeschlagenen Messstellen ansehen solle. Die Frage, ob auch für die Messungen des Zweckverbandes der neue Bußgeldkatalog gelte, bejahte er.

Der Bürgermeister gab bekannt, dass zwei Hundetoiletten bestellt wurden. Diese werden beim Friedhof und an der Kreuzung Hill-Gsteinet aufgestellt. Für E-Bike-Ladestationen gebe es keine staatlichen Zuwendungen, für Auto-Ladestationen gebe es Zuwendungen bis zu 40 Prozent.

Asphaltierung wurde abgelehnt

Beim nächsten Tagesordnungspunkt, dem Bauantrag auf Einbau einer Dachgaube in das bestehende Dachgeschoss in Untergschaidt gab der Gemeinderat seine Zustimmung. Den Antrag zweier Bürger auf Asphaltierung der Zufahrtswege zu ihren Grundstücken im hinteren Gsteinet lehnte das Gremium ab, da es sich bei dem einen Weg um einen öffentlichen Weg und beim anderen Weg um einen Privatweg handelt. Der Bauausschuss hatte sich bei seiner letzten Sitzung mit den Anträgen beschäftigt und sich gegen die Asphaltierung ausgesprochen, da sonst für viele ähnliche Grundstückszufahrten ein Präzedenzfall geschaffen würde. Eckl sprach sich dafür aus, den Antragstellern zumindest immer wieder Frostschutz zur Verfügung zu stellen.

Im Anschluss sagte Eckl, dass die Jagdgenossenschaft Kreuzbach die öffentlichen Feld- und Waldwege zum Anwesen Kreuzbach 42 und im Wald „Kötztinger Berg“ saniert. Sie habe beantragt, dass die Gemeinde die Maßnahme mit 2000 Euro bezuschusst. Die Gemeinderäte lehnten ab, da den Unterhalt der öffentlichen Feld- und Waldwege die Anlieger zu tragen haben. Die Gemeinde solle sich jedoch mit zwei Lkw-Ladungen Frostschutz beteiligen, da auch die Gemeinde mit einem Grundstück Anlieger an dem Weg zum Anwesen Kreuzbach 42 ist.

Über den Wunsch einer Familie, dass die nicht mehr benötigte Milchabholstelle in der Mühlgasse entfernt werden solle, werde sich der Bauausschuss beraten. Ein Punkt für dieses Gremium war der Wunsch eines Gemeinderates, dass der Gehweg in der Schulstraße in Augenschein genommen werden solle, da das Pflaster Abplatzungen aufweist. (khu)

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