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Saubere Hände wichtiger denn je

An der Klinik in Cham wacht Jürgen May über die Handhygiene und ist in Corona-Zeiten ein gefragter Mann.
Von Martin Hladik

Der heutige 5. Mai beschäftigt sich mit dem richtigen Händewaschen. Foto: Marijan Murat/dpa
Der heutige 5. Mai beschäftigt sich mit dem richtigen Händewaschen. Foto: Marijan Murat/dpa

Cham.Noch vor einem Jahr war der Welttag der Handhygiene der Weltgesundheitsorganisation einer von vielen Aktionstagen. Mit der Corona-Krise dürfte sich auch das geändert haben. Wir alle waschen uns täglich so oft die Hände, dass es kaum einen gibt, der nicht über trockene Haut und Reibeisen-Hände klagt.

Erster Ansprechpartner in der Region für Hygiene und damit auch für die Hände ist Jürgen May. Bei den Sana Kliniken im Landkreis Cham kümmert er sich leitend um die Hygiene. Ein gefragter Mann in Corona-Zeiten, oder? „Wir waren vorher auch schon sehr gefragt, aber jetzt hat das eine andere Schlagzahl!“, sagt der Hygieneexperte.

Jürgen May ist bei den Sana-Kliniken für die Hygiene zuständig. Das Bild entstand vor der Coronakrise. Foto: Kai Loges + Andreas Langen
Jürgen May ist bei den Sana-Kliniken für die Hygiene zuständig. Das Bild entstand vor der Coronakrise. Foto: Kai Loges + Andreas Langen

Am Anfang der Coronakrise seien hauptsächlich Fragen an ihn herangetragen worden. Zum Eigenschutz der Ärzte und Pfleger, zu den Übertragungswegen des Virus und ähnliches. Die Fragen zur ausreichenden Schutzausrüstung und zu Desinfektionsmitteln seien sehr gut lösbar gewesen, sagt May. Die Klinik sei auf „eine Infuenza-Pandemie vorbereitet“ gewesen und habe entsprechende Vorräte gehabt, die auch bei Corona genutzt werden konnten.

Desinfektionsmittel-Verbrauch gestiegen

Hygiene, insbesondere Handhygiene, habe an den Sana Kliniken im Landkreis schon immer eine große Rolle gespielt, berichtet May: „Seit 2009 nehmen wir an der Aktion >Saubere Hände< teil!“ Mittlerweile haben die Kreiskliniken sogar schon den Status eines goldenen Zertifikats. Bewertet wird unter anderem die Schulung der Mitarbeiter, die Kontrolle der Umsetzung der Handhygiene und der Verbrauch von Desinfektionsmittel, der sogar über Bronze, Silber oder Gold mitentscheidet.

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Am Montag ist Hände-Waschtag

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In Coronazeiten „wird schon mehr Desinfektionsmittel verbraucht“, sagt May. Wie viel genau habe er noch nicht ausgerechnet. „Es ist aber spürbar mehr!“ Im Übrigen nutze das Krankenhauspersonal öfter Desinfektionsmittel, als sich die Hände zu waschen. Seine Empfehlung sei, Händewaschen vor und zu Ende des Dienstes und immer wenn man sich sichtbar kontaminiert habe. Ansonsten sei Händedesinfektionsmittel wegen der hautpflegenden Inhaltsstoffe die hautschonendere Lösung, sagt der Hygieniker. „30 Sekunden, drei Milliliter Desinfektionsmittel, und das Handwerkszeug ist sauber!“, sagt May flapsig. Für Menschen, die sich jetzt häufig die Hände waschen, aber nicht mit Desinfektionsmittel nutzen können, empfiehlt der Experte Handcreme, möglichst eine ohne Öl. Nur so ließen sich raue und rissige Hände vermeiden.

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„Händedesinfektion ist bei uns immer ein Thema!“ Das gelte vor Corona-Zeiten, in Coronazeiten und danach. Schon vor Coronazeiten habe bei Patientenkontakt die Händehygiene beachtet werden müssen, aber auch das Schützen der Kleidung und die hygienische Abfallentsorgung. Bei Kontakt mit Patienten, die multiresistente Keime haben oder Covid-19-Patienten oder Corona-Risikopatienten sind, kämen weitere Schutzmaßnahmen hinzu. Neben Handschuhen und Schutzkittel eben auch Schutzbrille oder Visier und eine normale FFP-2-Maske. Nur bei OP, Endoskopie oder Abstrich sei eine FFP-3-Maske erforderlich, die einen höheren Eigenschutz bietet.

Empfehlungen zum Händewaschen

  • Warum:

    In einer Pressemitteilung der Johanniter zum Tag der Handhygiene heißt es: Sorgfältige Handhygiene ist wichtig. Damit schützen wir uns selbst sowie alle anderen um uns herum und leisten der Gemeinschaft einen Dienst. Das kommt nicht zuletzt denen zugute, die ein besonderes Risiko tragen, schwer an Covid-19 zu erkranken: etwa chronisch kranken oder anderweitig geschwächten Menschen.

  • Wann:

    Daher die Hände unbedingt bei jeder Rückkehr ins Haus waschen, etwa nach der Arbeit, dem Einkaufen oder einem Ausflug. Und natürlich gleich nach dem Naseputzen oder falls in die Hand gehustet oder geniest wurde. Nach dem Toilettengang, einem Windelwechsel, Kontakt mit Abfällen und Tieren ist Händewaschen sowieso Pflicht; ebenso vor dem Zubereiten von Nahrung und vor dem Essen. Auch vor dem Aufsetzen der Gesichtsmaske die Hände waschen. Das verhindert, dass Keime auf die Maske gelangen.

  • Wie:

    Hände mindestens 20 Sekunden lang mit reichlich Seife waschen. Gute Handhygiene bedeutet, die Hände mindestens 20 Sekunden lang zu waschen. Zuerst unter fließendem Wasser anfeuchten und mit reichlich Seife Schaum bilden. Dann alle Bereiche gründlich reinigen: Handinnenflächen und Handrücken, Fingerzwischenräume, Fingerspitzen und Knöchel. Daumen und Handgelenke nicht vergessen! Zuletzt die Hände gut abspülen und sorgfältig abtrocknen. Das heimische Händehandtuch täglich auswechseln!


Auch Patienten müssen Masken tragen

Zudem werden Coronapatienten isoliert. Das Krankenhaus in Roding sei im bereits vorbereiteten Pandemieplan für Influenzapatienten vorgesehen gewesen. Dort würden jetzt Coronapatienten behandelt. Im Kontakt mit nicht infizierten Patienten genüge ein normaler Mundschutz. Die Patienten selbst müssen, sobald sie ihr Zimmer verlassen, ihre Alltagsmasken tragen. Dies gelte für Patienten – soweit möglich – auch dann, wenn Pflegepersonal oder Ärzte im Patientenzimmer seien. Martin Stoiber

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In diesem Zusammenhang schaltet sich der Pressesprecher der Sana-Kliniken im Landkreis, Alexander Schlaak, ein. Er sagt, dass es Patienten gebe, die aus Angst vor Ansteckung das Krankenhaus meiden würden. Notfallpatienten sollten dies auf keinen Fall tun. Dafür gebe es keinen Grund. Platz gebe es genügend. Schlaak: „Unsere Häuser sind relativ leer!“ In Cham fehle über die Hälfte der Auslastung in Bad Kötzting liege die Auslastung bei einem Viertel.

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