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Geschichte

Schilder gegen das Vergessen

In Bad Kötzting werden frühere Gebäude mit neuen Schildern wieder zum Leben erweckt – mit QR-Code und Hintergrund-Infos.
Von Rainer N. Heinrich

Diese Historische Aufnahme zeigt die Marktmühle. Sie steht heute nicht mehr, gehört aber zu den bekannteren Gebäuden in der Stadt und wird als erstes mit einer Tafel wieder ins Gedächtnis gerufen. Foto: Archiv der Stadt/Fotograf: Schwarz
Diese Historische Aufnahme zeigt die Marktmühle. Sie steht heute nicht mehr, gehört aber zu den bekannteren Gebäuden in der Stadt und wird als erstes mit einer Tafel wieder ins Gedächtnis gerufen. Foto: Archiv der Stadt/Fotograf: Schwarz

Bad Kötzting.Marktmühle, Kommunebrauhaus, Chamauer Tor oder Gschwandhof – all das waren Häuser und Gebäude im historischen Kötzting, die heute nicht mehr existieren, oder deren Reste – soweit sie heute noch bestehen – einem ganz anderen Zweck dienen. Es wäre schade, wenn sie ganz in Vergessenheit gerieten. Diesen Gedankten eines Bad Kötztinger Bürgers hat nun der Verein Stadtmarketing aufgegriffen. Die Bauwerke sollen in den kommenden Jahren wenigstens virtuell wieder entstehen, finanziert durch den Verein.

Mit Clemens Pongratz und Ludwig Baumann holte die Vorsitzende Carola Höcherl-Neubauer zwei Personen mit ins Boot, die sich wie keine anderen in der Geschichte des alten Kötzting auskennen. Ergänzend zu dieser neuen „Tafelaktion“ wird auch die Wald-Vereinssektion Bad Kötzting die Vorstellung der berühmten Kötztinger Persönlichkeiten wieder aufgreifen, die vor einigen Jahrzehnten begonnen wurde, und durch einige Tafeln ergänzen.

Erster Entwurf ist fertig

Bei einer Zusammenkunft am Mittwoch im Stadtarchiv wurde der Sachstand und die weitere Vorgehensweise besprochen. Erich Fuchs, der in bewährter Weise sein große Erfahrung und Kompetenz bei der Herstellung, Gestaltung und Beschriftung von Informationstafeln einbringt, stellte den ersten Entwurf für die Infotafel „Marktmühle“ vor.

Stadtmarketings-Vorsitzende Carola Höcherl-Neubauer stellte zusammen mit Heimatforscher Clemens Pongratz (r.) den Entwurf von Erich Fuchs (Mitte) für die neuen Schilder vor. Foto: Heinrich
Stadtmarketings-Vorsitzende Carola Höcherl-Neubauer stellte zusammen mit Heimatforscher Clemens Pongratz (r.) den Entwurf von Erich Fuchs (Mitte) für die neuen Schilder vor. Foto: Heinrich

Die Rohlinge, die von der Firma Schierer aus Aluminiumplatten geschnitten werden, werden digital mit schwarzer Farbe auf einen hellblauen Hintergrund bedruckt, wobei besonders auf eine lesefreundliche Schriftgröße geachtet wurde. Durch ihre blaue Einfärbung heben sie sich deutlich von den grünen Gebäudetafeln der Wald-Vereinssektion ab. Auf der Tafel ganz oben steht der Name des Objekts, ergänzend darunter die alte Hausnummer. Die entspricht der Liste des Urkatasters aus dem Jahre 1833. Die Marktmühle erhielt damals die Nummer 69. Es folgt eine kurzer „Lebenslauf“ des Gebäudes mit den wesentlichen Daten und über die Nutzung oder den Zweck. Ein Ausschnitt aus dem historischen Plan, der das Gebäude und dessen Umgebung zeigt, rundet Sofort-Information dann auch noch ab.

Zeitlicher Ablauf

  • Beginn:

    Beabsichtigt ist, über einen längeren Zeitraum ab 2018 jeweils vier bis fünf Tafeln pro Jahr aufzustellen.

  • Vier Gebäude:

    Als erstes sollen die Marktmühle, das Kommunebrauhaus, der obere Bader (Kellner-Haus in der Herrenstraße) und der Gschwandhof in Erinnerung gerufen werden.

  • Eine Person:

    Als Persönlichkeit steht Wolfgang Samuel Luckner an.

  • Präsentation:

    Die Schilder werden Rahmen einer Abendveranstaltung, ähnlich der Historischen Einkehr, aufgestellt. Zwischen Speis und Trank wird Clemens Pongratz dann Häusergeschichten erzählen. (kni)

Im Zeitalter der Digitalisierung werden die Tafeln aber auch mit einem sogenannten QR-Code versehen. So kann sich der interessierte Betrachter, der noch mehr über das Gebäude wissen will, direkt den Bad Kötztinger Blogspot von Clemens Pongratz auf sein Smartphone oder Tablet laden und sich so noch weiter umfassend informieren. Clemens Pongratz hat dort die Häusergeschichte aufgeschrieben und mit Plänen und Zeichnungen illustriert. Ergänzend dazu hat er auch noch einige „Histörchen“ festgehalten, die dem Ganzen nicht nur einen informativen, sondern auch äußerst unterhaltenden Charakter verleihen.

Wer hat noch Material?

In der Planung ist auch, die Persönlichkeitstafeln mit einem QR-Code zu versehen. Der soll dann ebenfalls auf den Bad Kötztinger Blogspot verweisen, wo Heimatforscher Ludwig Baumann die jeweilige(n) Persone(n) umfassend vorstellt. Über die Gebrüder Prälisauer und den Grafen von Armansperg kann man sich hier bereits jetzt informieren, auch wenn an den Tafeln der QR-Code noch fehlt.

Bekannte Personen sind bereits mit grünen Schilder verewigt worden. Foto: S. Weber
Bekannte Personen sind bereits mit grünen Schilder verewigt worden. Foto: S. Weber

In diesem Zusammenhang bat Pongratz die Bad Kötztinger Bürger, sofern sie noch Pläne und/oder andere Unterlagen über die Häuser Alt-Kötztings besitzen, diese für Kopien für das Stadtarchiv zur Verfügung zu stellen. Ein großes Dankeschön richtete er hierbei an Herbert Amberger, der alle seine Unterlagen über die Marktmühle gerne bereitstellte und so einen wertvollen Beitrag für die Öffentlichkeit leistete.

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