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Schilder mahnen zur Ruhe

Ein Chamerauer Bürger hatte die Idee, Hinweise an den Eingängen der Friedhöfe aufzuhängen. Sie seien ein Ort der Besinnung.
Von Hermann Schropp

Mitarbeiter des Bauhofs haben am Mittwoch an den Eingangsbereichen zu den Friedhöfen neue Hinweisschilder angebracht.
Mitarbeiter des Bauhofs haben am Mittwoch an den Eingangsbereichen zu den Friedhöfen neue Hinweisschilder angebracht. Foto: Hermann Schropp

Chamerau.Mitte der 70er Jahre wurden die Grabstätten im Alten Friedhof immer knapper, woraufhin sich die Gemeinde entschloss, einen neuen Friedhof anzulegen. Nachdem die Grundstücksverhandlungen mit Vitus Wanninger abgeschlossen waren, erteilte am 13. April 1976 das Staatliche Gesundheitsamt die Erlaubnis zum Bau des Neuen Friedhofes. Ab Herbst 1980 konnte der Friedhof an der Schulstraße für Beerdigungen genutzt werden. Der neue gemeindliche Friedhof werde einer der schönsten im Landkreis, meinte damals Bürgermeister Herbert Treml. Im November 1980 fand dann auch schon das erste Begräbnis statt.

Die Anlage wurde so gebaut, dass sie für Jahrzehnte den Anforderungen genügt. Der alte Pfarrfriedhof wurde dann nach Inbetriebnahme des Neuen Friedhofes für Bestattungen geschlossen – eine Entscheidung, die damals auf heftige Kritik stieß. Der gemeindliche Friedhof kostete 365 420 Mark. Der Friedhof verfügt über 148 Einzelgräber, 363 Doppel- (Familiengräber) und 32 Urnengräber. Ein Einzelgrab kostete 351, ein Doppel- und ein Urnengrab jeweils 702 Mark.

Genauer Belegungsplan

Die beiden Chamerauer Friedhöfe werden von der Gemeinde verwaltet und beaufsichtigt. Der Belegungsplan wird von der Gemeinde so geführt, dass jederzeit festgestellt werden kann, wer wann in welchem Grab beerdigt wurde, wer der Grabnutzungsberechtigte ist und für welchen Zeitraum das Nutzungsrecht erworben wurde.

Jetzt hat der Bauhof in beiden Friedhöfen im Eingangsbereich sowie am Leichenhaus neue Hinweisschilder angebracht. Der Text lautet: „Unser Friedhof ist eine ehrwürdige Gedenkstätte – Bitte um Ruhe und Ordnung“. Die Toten hatten und haben einen – oft strafrechtlich geschützten – Anspruch darauf, an einer ihnen vorbehaltenen Stätte in Frieden ruhen zu können.

Ein Gemeindebürger ist Initiator und Spender für die Hinweisschilder. Er sowie die Gemeinde übernahmen die Kosten für die Schilder zu gleichen Teilen. Der Initiator, der nicht genannt werden will, bittet um einen würdevollen Umgang mit den Friedhöfen. Diese zu pflegen, sollte eine Selbstverständlichkeit eines jeden gläubigen Christen sein. Es könne nicht sein, dass jeder mit dem Auto, Mofa oder Fahrrad hineinfahre oder gar seinen Hund mitbringe. Den Zamperl könne man ganz einfach draußen anbinden. Zum Transportieren schwerer Schalen und Ähnlichem stünden Schubkarren zur Verfügung. Auch, dass Kinder herumlaufen, schreien und fetzen dürften, sei seiner Meinung nach nicht in Ordnung.

Frieden und Abstand

Bürgermeister Stefan Baumgartner, der die Aktion positiv aufnahm, ersucht alle Besucher der Friedhöfe, sich an die Friedhofsordnung zu halten. „Manchmal sind es die kleinen Maßnahmen, die eine große Wirkung haben.“ Dadurch würden Friedhöfe zu einem Ort der Ruhe und Besinnung, des Abstand-Nehmens und des Friedens.

Die Schilder sollen in ihrer dezenten Erscheinung, einfach beim Betreten der Friedhöfe, an die Besonderheit des Ortes erinnern. Es soll auf keinen Fall der erhobene Zeigefinger sein, sondern lediglich ein Denkanstoß. Die Schilder sind aus Emaille, 40 mal 30 Zentimeter groß mit grauem Untergrund und weißer Schrift (im neuen Friedhof), im alten Friedhof hängen grüne Emailleschilder.

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