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Politik

Schinderbuckel-Erweiterung nimmt Form an

Gegen die Erweiterung des Schinderbuckel für Bauwillige gab es eine Bürgerinitiative. Nun ist klar, wie das Gebiet aussieht.
Von Stefan Weber

Dem Stadtrat wurden die ersten Pläne für die geplante Erweiterung des Baugebietes am Schinderbuckel präsentiert – gebaut werden wird aber frühestens ab Mitte kommenden Jahres.  Foto: S. Weber
Dem Stadtrat wurden die ersten Pläne für die geplante Erweiterung des Baugebietes am Schinderbuckel präsentiert – gebaut werden wird aber frühestens ab Mitte kommenden Jahres. Foto: S. Weber

Bad Kötzting.Die letzte Stadtratssitzung des Jahres 2019 hatte - neben den üblichen zahlreichen Bauanträgen - gleich drei weitere große Punkte auf der Tagesordnung, mit denen sich die Stadtväter zu beschäftigen hatten. Wie vorab berichtet, sind die Pläne für den Abriss der ehemaligen Stahlbaufirma Aschenbrenner an der Westumgehung weiter gediehen, und auch die Umgestaltung des Erdgeschosses im Rathaus schreitet voran. Der dritte und bis zum Dienstagabend der Öffentlichkeit noch völlig unbekannte Tagesordnungspunkt, der bei vielen Bad Kötztingern auf Interesse stoßen dürfte, war die Aufstellung des Bebauungsplanes für die Erweiterung nach Westen auf dem Schinderbuckel.

Es gab vorab Widerstand

In Zeiten des Mangels an Bauplätzen, niedriger Zinsen und vieler Bauwilliger hatte ein Investor das große Wiesengrundstück unterhalb des sogenannten Jägerkreuzes gekauft, um daraus Bauland werden zu lassen. Dagegen hatte sich eine Bürgerinitiative ausgesprochen und eine Unterschriften-Aktion gestartet. Neben dem Naherholungswert des Areals, der durch die Bebauung nach Meinung der Bürgerinitiative nicht nur für die Anlieger verloren gehen würde, ging es ihnen auch um Flächenversiegelung und mögliche Folgen für die Unterlieger bei Starkregen-Ereignissen.

Ab Mitte Januar sollen die Gebäude der ehemaligen Stahlbaufirma Aschenbrenner abgerissen werden, bis 2021 wird dann gebaut. Foto: wf
Ab Mitte Januar sollen die Gebäude der ehemaligen Stahlbaufirma Aschenbrenner abgerissen werden, bis 2021 wird dann gebaut. Foto: wf

Die Stadträte diskutierten in ihrer Sitzung im Oktober das geplante Bauvorhaben ungewöhnlich ausführlich und sprachen sich letzten Endes einstimmig dafür aus – und versprachen, dass sehr genau auf die Vorschriften geachtet werden würde, um den Bedenken der Gegner Rechnung zu tragen.

Befürwortete Bauangelegenheiten

  • Buchberg:

    Für den Ortsteil wurde nach der Behandlung der entsprechenden Stellungnahmen eine Abrundungssatzung auf den Weg gebracht.

  • Liebenstein:

    Neubau eines Wohnhauses mit Doppelgarage und Neubau eines Holz- und Geräteschuppens

  • Traidersdorf:

    Bauantrag auf Errichtung eines Lagerschuppens

  • Bad Kötzting:

    Stattgegeben wurde auch dem Antrag auf Verlängerung der Geltungsdauer eines Vorbescheides auf Nutzungsänderung in Wohnen für das Erdgeschoss eines Wohn- und Geschäftshauses.

  • Wettzell:

    Auch der Antrag auf Erteilung eines Vorbescheides über die Bebaubarkeit eines Grundstückes auf Errichtung einer Scheune mit Garagen als Ersatzbau wurde vom Stadtrat abgesegnet. (wf)

Wie das genau aussehen soll, präsentierte Bauamtsleiter Christian Kopf anhand der ersten Pläne zur Aufstellung des Bebauungsplanes. Die Zufahrt werde über den Gehstorfer Hochweg erfolgen, erkärte er. Neu war, dass anstatt der bislang vorgesehenen 14Parzellen nun 21 erschlossen werden sollen. Das liege allerdings daran, dass die Stadt direkt an die Erweiterung angrenzend noch drei Grundstücke besessen habe, die nun mit erschlossen werden sollen und bereits an einen weiteren Investor verkauft worden seien. Darüber hinaus sei schon heute klar, dass auf den vier Parzellen unterhalb des Jägerkreuzes wohl nur ein Gebäude entstehen werde, wie Kopf aus Gesprächen mit dem Investor weiß.

Gute Nachrichten auch für alle, die sich gerne am Jägerkreuz aufhalten: Da die nahe Baumgruppe ein schützenswertes Biotop ist, muss ein Abstand von 25 Metern eingehalten werden. „Bei einer maximalen Gebäudehöhe von gut sieben Metern und einem Höhenunterschied von zwölf Metern sollte es nicht möglich sein, die Aussicht darauf zu verbauen“, erklärte er.

Hier geht es zum detaillierten Plan der Erweiterung

Zum Vergleich: Das Gebäude des ehemaligen Amtsgerichtes (r.) und ein Vorschlag, wie das neue Rathaus aussehen könnte. Foto: H. Haslsteiner
Zum Vergleich: Das Gebäude des ehemaligen Amtsgerichtes (r.) und ein Vorschlag, wie das neue Rathaus aussehen könnte. Foto: H. Haslsteiner

Eine weitere Vorgabe sehe vor, dass maximal 35 Prozent von den insgesamt 2,54 Hektar Fläche verbaut werden dürfen. An den Randbereichen des Baugebietes werden Häuser mit maximal drei, im Innenbereich mit höchstens sechs Wohneinheiten genehmigt – die Gebäudelänge darf 25 Meter in keinem der Fälle überschreiten.

Abwasser darf nicht in Kanal

Wo Flächen etwa mit Pflaster zusätzlich versiegelt werden, werden ebenfalls Vorgaben gemacht, damit das Wasser versickern kann. Entsprechende Test seien bereits durchgeführt worden, erklärte Kopf. Regenwasser dürfe nicht in den Kanal geleitet werden, sondern müsse ebenfalls komplett auf dem Grundstück versickern. Dafür würden Regolen benötigt, eine Art „Rohr mit Löchern“ im Boden, wie Kopf erklärte. „Danach versickert ziemlich sicher noch mehr Wasser als bis jetzt im Grund“, erklärte er. Die Schritte machten auch weitere Maßnahmen wie ein Regenrückhalte-Becken überflüssig.

Ein ökologischer Ausgleich für die zu erschließenden Flächen – übrigens alles auf Kosten des Investors – müsse auch noch geschaffen werden, und zwar in etwa im Flächenumfang dessen, was bebaut werden soll: rund 2330 Quadratmeter. Die werde der Investor auf einer derzeit als Güllewiese genutzten Fläche am Regenstein schaffen. Sie gehöre ihm bereits und soll künftig wildwachsend werden. Außerdem sollen die maroden Randfichten an dem angrenzenden Wald im Westen durch niedrigere Laubbäume ersetz werden, was einer ökologischen Aufwertung gleichkomme. Vorteil für den Investor: Er muss dann auch keine 35 Meter Abstand mehr zu den Bäumen halten.

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