MyMz
Anzeige

Gleißenberg/Ried

Schlauchwagen war bei Übung im Einsatz

Die Landkreisführung der Feuerwehr entwickelt derzeit neue Strategien für die Brandbekämpfung in entlegenen Ecken der Region.
Michael Riederer

Starker Rauch machte bei der Übung den Zutritt nur unter Atemschutz möglich. Foto: Michael Riederer
Starker Rauch machte bei der Übung den Zutritt nur unter Atemschutz möglich. Foto: Michael Riederer

Gleißenberg.Gerade die Herausforderungen abgelegener Anwesen mit schlechter Wasserversorgung stehen da im Fokus. Erkenntnisgewinne bieten da Übungen wie jene am Freitagabend in Ried bei Gleißenberg. Beim inspektionsübergreifenden Probelauf von etwa 150 Feuerwehrleuten aus 13 Feuerwehren standen am Ende fast vier Kilometer Schlauchleitung unter Druck, um Anwesen und Wald zu retten.

Dichter Rauch drückt aus dem Fenster des Bauernhofs am Waldrand bei Ried. Zwei Personen gelten als vermisst. Schnell rücken die Kräfte der Gleißenberger Wehr an, Atemschutztrupps dringen ein und können die Gesuchten schnell retten. Nach zehn Minuten war das erledigt. Doch der Brand wütet weiter und die Situation vor Ort ist bezüglich Wasser prekär. Bis auf die Löschmittel in den Fahrzeugtanks gibt es für die Einsatzkräfte kaum Möglichkeiten in der Nähe, an das kühle Nass zu kommen. Zum Glück war es nur ein Übungsszenario, das am Freitagabend die Möglichkeiten für genau so einen Fall ausloten sollte.

Mehrere Ideen gibt es für die Brandbekämpfung an derart abgelegenen Orten. Pendelverkehr, mehr Tankfahrzeuge ordern oder der Einsatz eines Schlauchwagens. Die Einsatzführung um zweiten Kommandanten Josef Mühlbauer und Kreisbrandinspektor Mario Bierl entschied sich für Letzteres. Der Alarm ging an den Schlauchwagen aus Waldmünchen. Der sollte die weit über einen Kilometer lange Versorgungsleitung vom Rußmühlenbach legen. Der Höhenunterschied stellte eine zusätzliche Herausforderung dar, die mittels Mann- und Maschinenpower aus dem Hohenbogenwinkel überbrückt werden sollte.

An den Wehren aus Kleinaign, Schwarzenberg und Vorderbuchberg lag es, Pumpen zwischenzuschalten für die Förderung des Wassers über die 72 Höhenmeter. Mit Anfahrt der auswärtigen Wehren dauerte der Aufbau dieser Leitung gut eine Stunde. In dieser Zeit mussten die anderen Einsatzkräfte das Feuer mit dem vorhandenen Nass in Schach halten.

Die alarmierten Wehren aus den näher am Übungspunkt gelegenen Orten – unter anderem aus dem Chamer Inspektionsbereich – mussten dafür Leitungen vom Rieder Dorfweiher legen. Eine dritte Leitung ergab sich aus einem verhältnismäßig nahe gelegenen Hydranten. So speisten sich die Angriffstrupps aus Gleißenberg, Arnschwang und Weiding mit dem am Hof raren Löschmittel. Nach 1,5 Stunden gab die Einsatzleitung die Befehle „Wasser halt!“ und „Rückbauen“. Kreisbrandinspektor Mario Bierl bedankte sich bei der Abschlussbesprechung bei allen Beteiligten für ihre Teilnahme und die geleistete Arbeit. Die bei dieser Übung gewonnenen Erkenntnisse sollen nun in die Planung für Abarbeitung derartiger Szenarien fließen. (fmi)

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht