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Region Cham
Dienstag, 25. September 2018 13° 1

Erlebnis

Schlosspark: Bühne für Händel und Sissi

Das Torelli Orchester bereitete mit Musikerfreunden über 300 Zuhörern einen fulminanten Konzertabend in Waffenbrunn.
Von Petra Schoplocher

  • Das Torelli Kammerorchester Cham bescherte seinem Publikum am Samstag einen famosen Konzertabend in beeindruckender Kulisse. Fotos: Schoplocher
  • Die Böllerschützen aus Obernried ließen es zum Auftakt krachen. Fotos: Schoplocher
  • Beeindruckende Kulisse: Zum ersten Mal stellte die Adelsfamilie ihr Anwesen für eine derartige Veranstaltung zur Verfügung. „Die Location ist nicht zu toppen“, fand auch Susanne Melichar. Fotos: Schoplocher
  • Dr. Hartmut Holzinger (rechts) hatte den Kontakt zu Andreas Freiherr von Schacky auf Schönfeld hergestellt. Fotos: Schoplocher
  • Warm einpacken war in Anbetracht der Temperaturen angesagt. Fotos: Schoplocher
  • Zwei der vier Cellisten: Dr. Hartmut Holzinger und Beate Amberger Fotos: Schoplocher
  • Das Publikum dankte mit stehenden Ovationen für das Konzerterlebnis. Fotos: Schoplocher
  • Applaus und Blumen für die Dirigentin: Seit sechs Jahren leitet Susanne Melichar das Orchester. Fotos: Schoplocher
  • Sogar in der Pause gab es Musik. Gespielt wurde unter’m Baum. Fotos: Schoplocher
  • Die Schloss-Schützen Waffenbrunn sorgten für vorzügliche Bewirtung. Fotos: Schoplocher

Cham.Himmel und stehende Ovationen, nachdem der letzte Ton verklungen war: Das Torelli Kammerorchester Cham hat mit seiner Serenade im Schloss Waffenbrunn ein Glanzlicht an einem Sommerabend gesetzt.

Maßgeblichen Anteil an dem fulminanten Konzertabend hatte natürlich die „Location“, wie Dirigentin Susanne Melichar den Innenhof des Schlosses neumodisch bezeichnete. Diese sei „wohl kaum mehr zu toppen“. Die über 300 Zuhörer waren aber nicht nur von der Atmosphäre begeistert – ihnen bot sich als Hintergrund Himmel, Grün und das Schloss. Die Musikauswahl rund um Georg Friedrich Händels Feuerwerksmusik war in jeder Hinsicht stimmig. Um diese Suite aufzuführen, holten sich die „Torellis“ Verstärkung in Form von 14 Bläsern und Schlagwerkern, die das Klangerlebnis intensivierten und manches Mal die aufkriechende Kälte vergessen ließen.

Ob es laufe oder nicht, spüre sie beim ersten Ton, meinte Susanne Melichar nach dem Konzert. In Waffenbrunn lief es, so dass sich nach kürzester Zeit immer wieder ein Lächeln auf dem Gesicht der Dirigentin fand, was wiederum die Musiker noch mehr zu beflügeln schien.

Im Teil nach der Pause, den der Krönungsmarsch „Le prophète“ von Giacomo Meyerbeer einleitete, erläuterte Susanne Melichar, wie die Programmgestaltung vonstattenging: Sowohl Schloss als auch Schützen sollten als Geste des Danks musikalisch eingebunden werden. Aus der Titelmelodie zu einem Sissi-Film („Das Erste, was einem Mädchen wie mir einfällt“) wurde aber trotz intensiver Suche nichts.

So kam das Publikum in den Genuss einer „Elisabeth-Serenade“. Auch zum Tölzer Schützenmarsch gab es eine nette Anekdote: Der dortige Stadtarchivar hatte die originalen Notenblätter auf die entsprechende Anfrage unsortiert in Kopie nach Cham geschickt und gebeten, eine Aufnahme zu bekommen – das Stück selbst habe er nämlich noch nie gehört.

Mit Katy Perrys Pop-Ballade „Firework“ zeigte sich das Orchester dann gleich ein weiteres Mal (gekonnt) experimentierfreudig. Bei Johann Strauß‘ Kaiserwalzer zeigte es noch einmal seine ganze Virtuosität von schwungvoll bis sanft, ehe die geheimnisvoll begonnene Zugabe „Pomp and Circumstance“ vor mittlerweile zauberhaftem Licht für (erneute) Gänsehautmomente sorgte.

Atemberaubend und zugleich berauschend – von diesem brillanten Konzertabend inmitten einer perfekten Kulisse wird sicher noch lange gesprochen werden.

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