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Werkausschuss

Schnelles Internet für die Chamer

Der Landkreis Cham errichtet ein eigenes Breitbandnetz – noch dieses Jahr will der Eigenbetrieb mit dem Bau beginnen.
Von Sophia Bösl

Ein aufwendiges Projekt: Die Verlegung von Breitbandkabeln erfordert hohe Investitionen und eine Vielzahl von Aufgaben. Foto: Patrick Pleul/ dpa
Ein aufwendiges Projekt: Die Verlegung von Breitbandkabeln erfordert hohe Investitionen und eine Vielzahl von Aufgaben. Foto: Patrick Pleul/ dpa

Cham.Bei der sechsten Sitzung des Werkausschusses für den Eigenbetrieb „Digitale Infrastruktur“ am Dienstagnachmittag ist die weitere Vorgehensweise zur Errichtung eines eigenen Breitbandnetzes im Landkreis Cham besprochen worden.

Die Sitzung wurde trotz Corona-Krise und der daraus folgenden Vorsichtsmaßnahmen abgehalten. „Wir müssen uns jetzt auf die Zeit nach Corona vorbereiten – deswegen ist unser Treffen heute wichtig“, sagte Landrat Franz Löffler.

Corona überschattete Sitzung

Die wichtigsten Tagesordnungspunkte waren der Situationsbericht über das Projekt, die weiteren Planungsschritte, ein Zwischenbericht über die Entwicklung der Erträge und Aufwendungen sowie über die Abwicklung des Vermögensplans 2019. Außerdem stellte Werkleiter Klaus Schedlblauer den Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs für das Jahr 2020 vor.

Überschattet wurde die Sitzung von der allgemeinen Corona-Krise. Der Landrat appellierte zunächst an das Gewissen der anwesenden Fraktionsvorsitzenden und Kreisräte, um eine weitere Ausbreitung des Virus einzudämmen. „Wir müssen uns jetzt einschränken und Kontakte so weit wie möglich vermeiden“, sagte er. Löffler richtete seinen Dank an die Zivilgesellschaft und an die Unternehmen im Landkreis für ihr Verständnis. Es sei eine Hotline eingerichtet worden, die die Betriebe nutzen könnten, um sich zu informieren.

Breitband

Der Landkreis Cham als Kabelleger

Der Landkreis Cham beginnt mit der Glasfaserverlegung in Eigenregie und der Suche nach einem Telekommunikations-Anbieter.

Vodafone als Anbieter

Klaus Schedlbauer und Sachgebietsleiter Stefan Wieser erklärten, dass der Eigenbetrieb die Feinplanung und Wegesicherung für die ersten Baucluster teilweise abgeschlossen habe. Der Eigenbetrieb teilt den Landkreis in verschiedene Fördergebiete ein – diese werden wiederum in Cluster untergliedert. Die Wegesicherung erfolgt mithilfe von Kamera-Befahrungen oder durch Vor-Ort-Begehungen. Bei den Städten oder Kommunen müssen Baugenehmigungen für die Trassen und Kabelverzweiger beantragt werden.

Landrat Franz Löffler (links, Mitte) will den Chamern auch in abgelegeneren Gebieten ein schnelles Internet bieten. Foto: Sophia Bösl
Landrat Franz Löffler (links, Mitte) will den Chamern auch in abgelegeneren Gebieten ein schnelles Internet bieten. Foto: Sophia Bösl

Mit Vodafone habe der Landkreis einen leistungsfähigen Telekommunikationsanbieter gefunden. Zukünftig solle so in den abgelegenen Ortsteilen im Landkreis ein schnelles Internet garantiert werden. Das Ausbaugebiet umfasst alle Anwesen, die bisher mit weniger als 30 Megabit pro Sekunde von einem Telekommunikationsanbieter versorgt wurden. Der Baustart wird noch im Jahr 2020 erfolgen.

Das Projekt soll durch die Zuwendung von der Bundesrepublik, des Freistaats und durch Kostenbeteiligungen der Gemeinden sowie durch Eigenmittel des Landkreises finanziert werden. „Wir wollen den Ausbau regional umsetzen – das ist uns wichtig“, sagte Löffler. Die Trassenfestlegung zur Erschließung der weißen Flecken im Landkreis wurde im Oktober gemeinsam mit den Kommunen abgeschlossen.

Versorgung

Breitband: Löffler sieht schon Gräben

Der Chamer Landrat sagt, dass hinter den Kulissen die Planungen laufen und es genug Interessenten für Bau und Betrieb gibt.

Beim Zwischenbericht ging Schedlbauer kurz auf die personelle Situation des Eigenbetriebs (kommunales Unternehmen) ein und erklärte, dass nicht alle Stellen aus dem Arbeitsmarkt besetzt werden konnten. So wurde der Bauleiter etwa zum Netzplaner umgeschult. Derzeit arbeiten in dem Betrieb 13 Mitarbeiter.

Ausgaben von etwa 56 Millionen Euro

Anschließend wurde der Vermögensplan des letzten Jahres erläutert und der Wirtschaftsplan für das Jahr 2020 vorgestellt. „Wir haben den Plan anhand von Erfahrungswerten erstellt“, sagte Schedlbauer. Beim Wirtschaftsplan könnten sich noch Änderungen ergeben, sagte der Betriebsleiter. Auch die Gemeinden müssen sich an den Kosten beteiligen. Der Zahlungstermin wurde in der Sitzung vom 30. Juni auf den 31. Dezember 2020 verschoben.

Dazu werde jede Gemeinde ein Schreiben erhalten, sagte Franz Löffler. Bei den zu erwartenden Ausgaben für das Projekt im Jahr 2020 wird es sich um circa 56 Millionen Euro handeln. Die Ausgaben für die neu zu schaffende Infrastruktur sollen teilweise mit Fördermitteln des Bundes und des Freistaates finanziert werden.

Glasfaserverlegung im Landkreis

  • Der Eigenbetrieb:

    Mit Beschluss des Kreistages vom 12. April 2019 wurde der eigenständige Betrieb „Digitale Infrastruktur“ gegründet, um im Landkreis Cham ein eigenes Breitbandnetz zu errichten. Betriebsleiter ist Klaus Schedlbauer, Stefan Wieser ist der Sachgebietsleiter des Projekts. Derzeit sind 13 Mitarbeiter im Betrieb tätig.

  • Ziel des Projekts:

    Ziel ist eine flächendeckende Versorgung bis in die letzte Einöde. Der Kreistag erhofft sich über seine Eigeninitiative den Anschluss von circa 7000 weiteren Haushalten, dazu 12 000 Betriebe und entlang der Trassen liegender Schulen, Gewerbegebiete und Sendemasten.

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