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Sport

Schnitzelgrube war Attraktion

Die ASV-Trainingsgruppe kam im Parkour-Abenteuerland in Regensburg gehörig ins Schwitzen.

  • Die ASV-Trainingsgruppe aus Cham besuchte die Parkour-Halle in Regensburg. Fotos: Benjamin Franz

Cham.Seit dem Frühjahr gibt es in Cham eine Parkour-Gruppe. Noah Franz hat für den ASV Cham die Trainerausbildung absolviert und organisiert wöchentlich eine Trainingsmöglichkeit. Bis aus Bad Kötzting oder Prackenbach bringen Eltern die jungen Sportler in die Chamer Zweifachturnhalle. Die Jüngsten sind zehn Jahre alt, einige der Chamer Parkour-Sportler sind schon erwachsen.

Am vergangenen Wochenende besuchten 13 Jungs und ein Mädel mit Noah Franz das Parkour-Zentrum in Regensburg. Da machten die Besucher aus Cham große Augen, denn in der Halle ist alles aufgebaut, was Parkour-Sportler lieben: Mauern, auf die man klettern darf, Stangen zum Hangeln, Trampoline, eine riesige Airtrack-Bahn und eine Schnitzelgrube. Doch bevor die Sportler ihrem Bewegungsdrang freien Lauf lassen durften, brachte Ellen Burkhardt, Trainerin in Regensburg, die Gäste erst mal auf Touren. Mit dem schweißtreibenden Aufwärmprogramm wird die Verletzungsgefahr reduziert. Liegestützen, Situps oder Standsprünge bringen die Power.

Beweglichkeit ist aber auch ein Schlüssel zum Parkour-Erfolg. Die Trainerin zeigte, wie flexibel sie ist, und die Chamer versuchten, es ihr gleich zu tun. Die Stretch-Akrobatik machte auch sofort die Schwachpunkte deutlich, die der Bewegungsmangel bei vielen mit sich bringt. Grundtechniken wie der Monkey-Walk oder die Schulterrolle folgten, und als auch das letzte Gesicht vor Schweiß glänzte, gab Ellen Burkhardt die Halle zum eigenständigen Training frei.

„Sowas brauchen wir auch“

Ein großer Anziehungspunkt war die Schnitzelgrube. Das ist ein Pool ohne Wasser, aber gefüllt mit Schaumstoff-Schnitzeln. Auch wenn das ein Bademeister vielleicht nicht gerne sieht, im Schwimmbad klappt der Rückwärts-Salto immer hervorragend. Die Schnitzelgrube erlaubt dasselbe Sicherheitsgefühl, ohne nass zu werden. Da können sich Akrobaten ausprobieren und an der Technik feilen, bis der Bewegungsablauf sitzt oder man kraftlos im Schaumstoff-Meer untergeht. „Sowas brauchen wir in Cham auch!“, waren sich schnell alle Sportler einig.

Noah Franz baut in der Chamer Mehrzweckhalle Reckstangen auf, um die Lust am Hangeln und Schwingen zu ermöglichen. In Regensburg könnte man sich hangelnd durch die ganze Halle bewegen, ohne die Füße zu benutzen. Das ist ein moderner Trimm-Dich-Pfad, der nicht nur Fitness bringt, sondern den jungen Sportlern auch unheimlichen Spaß bereitet. Der Wechsel von Geschicklichkeit, Kraft, aber auch die Portion Mut, die es braucht, um Hindernisse zu überwinden, bringen den großen Zulauf in der noch jungen Sportart.

Die Mutigsten wagten sich dann in Regensburg auf die Übungsmauer und sprangen über einen beachtlichen Abgrund. Vor dem Sprung noch ein kurzer Blick zur Mama, und dann schnell drüber. Noah Franz passte auf, gab Tipps und bremste zu ambitionierte Ziele. Balance, Tritt- und Sprungsicherheit trainierten die Chamer Parkour-Sportler auf dem Schwebebalken. Das Risiko, vom nur zehn Zentimeter breiten Balken zu fallen, ist recht hoch, Mut braucht aber es weniger. Umgekehrt ist es auf der Parkour-Übungsmauer. Vor dem spektakulärem Satz waren Noahs Schützlinge sehr fokussiert und nach dem gelungenen Sprung euphorisch. Das war eine Erfahrung fürs Leben: „Ich kann das!“

Verfolgungsspiel zum Schluss

Am Ende des Trainings gab es noch ein Verfolgungsspiel. Paarweise jagten sich die Parkour-Sportler durch das Abenteuerland, klatschen sich ab und wechseln die Partner. Das „Jump and Run“ verpasste den Gästen aus Cham dann noch den Rest.

Mit einem gemeinsamen Weihnachtsgeschenk bedankte sich die ASV-Parkourgruppe bei Trainer Franz. Der Ausflug nach Regensburg war eine aufregende Trainingsabwechslung vor der Weihnachtspause. Parkour- Training in der Chamer Mehrzweckhalle ist wieder samstagnachmittags nach den Schulferien. (cfy)

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