MyMz
Anzeige

Infrastruktur

Schöne neue und alte gefährliche Straßen

Die Fertigstellung dreier wichtiger Projekte erfreut den Waldmünchner Bauausschuss. Die Roßhof-Abzweigung gerät in den Fokus.
Von Petra Schoplocher

So machen Ortstermine und Flanieren Spaß: Bürgermeister Markus Ackermann (links) und Bauunternehmer und Ausschussmitglied Siegfried Wagner im Gespräch in der komplett neu aufgebauten Straße „Am Schützenbründl“ – ganz ohne Bordsteinkante. Foto: Schoplocher
So machen Ortstermine und Flanieren Spaß: Bürgermeister Markus Ackermann (links) und Bauunternehmer und Ausschussmitglied Siegfried Wagner im Gespräch in der komplett neu aufgebauten Straße „Am Schützenbründl“ – ganz ohne Bordsteinkante. Foto: Schoplocher

Waldmünchen.Gäbe es im Straßen- und Brückenbau Noten, der Bauausschuss hätte am Dienstagabend dreimal eine Eins mit Stern vergeben. Sowohl der Neubau der Schlesierstraße und der Am Schützenbründl als auch die Sanierung der Gemeindeverbindungsstraße Untergrafenried–Ringberg und die neue Brücke in der Neusiedlerstraße sind „hervorragend gelungen“, schwärmte Bürgermeister Markus Ackermann.

Der Bauausschuss hatte sich Zeit genommen, um sich ein Bild von den drei größten städtischen Tiefbauprojekten des laufenden Jahres zu machen. In der Schlesierstraße/Am Schützenbründl wurden Fahr- und Gehstreifen komplett neu aufgebaut, informierte Bauamtsleiter Rainer Röhrl. In diesem Zuge hat die Stadt Wasser- und Kanalleitungen ersetzt sowie neue Stromleitungen und Glasfaserkabel verlegen lassen.

„Eine Top-Situation“

„Da haben wir eine Top-Situation“, urteilte Markus Ackermann, der sich freute, dass so „die Siedlung nach und nach ertüchtigt wird“. Das Stadtoberhaupt wies auf die abgesenkten Bordsteinkanten hin, die „Homburger Kante“. Diese sei zum einen optisch gefälliger, zum anderen ermögliche sie einfacheres Ausweichen.

Bauingenieur Sebastian Riedl vom gleichnamigen Büro ergänzte die Kosten von 390 000 Euro. „Hier sind wir jetzt erst einmal so ziemlich durch“, erklärte Rainer Röhrl und verwies auf die Vorgehensweise der Stadt, Straßen und Brücken nach einer Prioritätenliste zu sanieren. Motto: „Wo die Straßenschäden am größten sind und sich die Wasserrohrbrüche häufen, wird zuerst gebaut.“

Noch schöner als die über einen Kilometer lange, sanierte Straße von Untergrafenried nach Ringberg war die Aussicht Richtung Tschechien. Elisabeth Hutterer konnte einiges berichten, (von links) Markus Ackermann, Karl-Heinz Hendl und Egon Mühlbauer hörten zu. Foto: ps
Noch schöner als die über einen Kilometer lange, sanierte Straße von Untergrafenried nach Ringberg war die Aussicht Richtung Tschechien. Elisabeth Hutterer konnte einiges berichten, (von links) Markus Ackermann, Karl-Heinz Hendl und Egon Mühlbauer hörten zu. Foto: ps

„Super gemacht“, lautete das Urteil auf der nagelneu schimmernden Straße in Nähe des Finkenhofs. Auf 1345 Metern hat die Stadt die Straße von Untergrafenried nach Ringberg saniert. „Asphaltoberbauverstärkung“, erklärte Röhrl. Markus Ackermann zeigte sich überzeugt, dass Anlieger, aber auch Wanderer und Radler dankbar wären. Weil Waldmünchen Stabilisierungshilfen erhalte, konnte für die 370 000 Euro teure Maßnahme ein Fördertopf „angezapft“ werden, erklärte er.

Lesen Sie hier: Die Brückenprojekte der Stadt

Auch die Brücke in der Neusiedlerstraße, die zwischen der Sand- und der Weißlohstraße den Schaufelbach überquert, fand Gefallen beim Bauausschuss, 170 000 Euro ließ sich die Stadt die Sanierung kosten. Die muss sie komplett aus eigener Tasche berappen, für den Brückenbau gibt es keine Zuschüsse.

Egon Mühlbauer mahnte an, dass in puncto Sicherheit zwischen Katzbach und Geigant auf Höhe Roßhof noch nichts passiert sei. Mehr als die durchgezogene Linie und die Pfeile auf der Fahrbahn wird es aber nicht geben. Foto: ps
Egon Mühlbauer mahnte an, dass in puncto Sicherheit zwischen Katzbach und Geigant auf Höhe Roßhof noch nichts passiert sei. Mehr als die durchgezogene Linie und die Pfeile auf der Fahrbahn wird es aber nicht geben. Foto: ps

„Das ist lebensgefährlich!“, Egon Mühlbauer bemühte sich erst gar nicht, die Gefahr, die seiner Meinung nach von der Einmündung Roßhof in die Straße Geigant–Katzbach ausgeht, zu verharmlosen. Bereits vor einem Jahr habe er auf das Problem aufmerksam gemacht, es sei ihm auch zu Ohren gekommen, dass bereits Maßnahmen beschlossen wurden. „Nur, wann werden die umgesetzt?“, fragte er.

Die Stelle gehöre unbedingt entschärft, meinte der Geiganter, der befürchtet, dass es „erst noch gscheit scheppert“. Der Bürgermeister berichtete von einer Verkehrsschau, als deren Ergebnis ein ganzes Maßnahmenpaket beschlossen wurde. Dies sei in Vorbereitung, so sein Wissensstand.

Fahrbahn ist schon markiert

Die Nachfrage beim Landratsamt ergab, dass die entsprechende verkehrsrechtliche Anordnung in der Tat schon Ende März ergangen und die Umsetzung ebenso erfolgt sei. Diese sieht „nach einer sorgfältigen Abwägung“ ein Überholverbot vor, das im Bereich der Kuppe über die Kurve hinaus als durchgängige Fahrstreifenbegrenzungsmarkierung sichtbar gemacht wird, teilt Pressesprecher Friedrich Schuhbauer mit.

Je Fahrtrichtung wurde zudem vor dem Beginn des Überholverbots eine 120 Meter lange Linie mit Vorankündigungspfeilen markiert. Durch Warnlinie und Pfeile wird der Kraftfahrer auf rechtzeitiges Einscheren vor dem Überholverbot hingewiesen, gleichzeitig werde die Aufmerksamkeit geschärft. „Durch das Überholverbot wird die dort bestehende Gefahrensituation wesentlich entschärft“, fasst Schuhbauer zusammen. Mühlbauer dazu: „Das kann’s nicht sein, da werde ich noch einmal nachhaken.“

Auch die neue Brücke in der Neusiedler Straße überzeugte auf der ganzen Linie, die massiven Betonelemente ebenso wie die Geländer. Kosten: 170 000 Euro. Foto: ps
Auch die neue Brücke in der Neusiedler Straße überzeugte auf der ganzen Linie, die massiven Betonelemente ebenso wie die Geländer. Kosten: 170 000 Euro. Foto: ps

Unter den Bauanträgen, die weitestgehend geringe Befreiungen von Bebauungsplänen und Gestaltungssatzung zum Thema hatten, war auch der der Stadt für den Neubau der Kindertagesstätte im Stadtpark. Nach vieler Hintergrundarbeit kann es nun konkret losgehen, freute sich Markus Ackermann. Gut vorstellen kann sich das Gremium die Umnutzung des ehemaligen Saunatoriums in drei Wohneinheiten. Der entsprechenden Bauvoranfrage eines potenziellen Käufers jedenfalls wurde zugestimmt.

Ärger über Breitenwiesweg

Ein anderes Ärgernis brachte Elisabeth Hutterer zur Sprache: Der Breitenwiesweg gebe über weite Strecken hinweg einfach kein gutes Bild ab. Grundsätzlich schon nicht und insbesondere nach dem Brand nicht. Immer noch würden Ziegel und andere Überbleibsel herumliegen. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite seien eher Müll und eine „üble Parksituation das Problem.

Lesen Sie hier den Bericht vom Großbrand

Hutterer bat die Verwaltung, Lösungen zu suchen. Schließlich sei die Straße durch die Sperrung der Durchfahrt vom Marktplatz Richtung Osten das „Tor zur Stadt“, insbesondere zur Jugendbildungsstätte und zum Festspielgelände und somit alles andere als eine Nebenstraße. Bürgermeister Ackermann gab zu, dass die Situation unbefriedigend ist, wies aber zugleich darauf hin, dass die Einflussnahmemöglichkeiten äußerst gering seien.

Siegfried Wagner bat in dem Zusammenhang darum, die Einbahnstraßenregelung in der Frankstraße auch nach Abschluss der Baumaßnahmen in der Innenstadt aufrecht zu erhalten. Im Begegnungsverkehr habe man beim Ausweichen die Wahl „zwischen Pfarrhof, Gehweg oder Hecke“.

Weitere Nachrichten aus Cham und der Region lesen Sie hier.

Erhalten Sie täglich die aktuellsten Nachrichten bequem via WhatsApp auf Ihr Smartphone. Alle Infos dazu finden Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht