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Schorndorf bringt Baugebiet in die Spur

Die Gemeinde wird in Radling Neubauten möglich machen und hat – noch – sehr gute und solide Finanzen vorzuweisen.
Von Leo Schmidbauer

Für die rund 40 Parzellen des Radlinger Baugebietes „Auf dem Sattel“ hat der Gemeinderat nun die Weichen gestellt.  Foto: csa
Für die rund 40 Parzellen des Radlinger Baugebietes „Auf dem Sattel“ hat der Gemeinderat nun die Weichen gestellt. Foto: csa

Schorndorf.Schorndorf Mit dem Satzungsbeschluss für die erste Änderung des Bebauungsplans „Radling – Auf dem Sattel“ sowie der Billigung für die geplante Erweiterung des gleichen Baugebiets, hat der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung noch wichtige Entscheidungen auf den Weg gebracht.

Im neuen Radlinger Baugebiet „Auf dem Sattel“ gilt als Bezugspunkt künftig nicht mehr das Urgelände, sondern die Straßenhöhe. Damit kann das Urgelände aufgefüllt, die maximal zulässige Wandhöhe von drei Metern bei Grenzgaragen eingehalten und die Garagenzufahrt bezogen auf das Straßenniveau angehoben werden. Davon unverändert bleiben die bisherigen Gebäudehöhen bzw. die Anzahl von maximal zwei Wohnungen je Gebäude. Der Geltungsbereich des Bebauungsplans ist durch die Änderung nicht betroffen.

Der Gemeinderat hat den geänderten Bebauungsplanentwurf einstimmig als Satzung beschlossen. Damit können die Baubewerber, die bisher blockiert waren, ab sofort ihre Vorhaben im Genehmigungsfreistellungsverfahren umsetzen.

Das Baugebiet „Radling – Auf dem Sattel“ soll vom Ort her in Richtung Cham bzw. Pfahl erweitert werden. Es ist beabsichtigt, auch für diesen Bereich zur Staatsstraße hin einen Lärmschutzwall anzulegen. Entlang der Staatsstraße (WA 1) sollen maximal sechs Wohnungen je Wohngebäude zulässig sein, im übrigen Erweiterungsbereich (WA 2) maximal vier Wohnungen je Parzelle. Generell sind von der Bauweise her nur Einzel- und Doppelhäuser mit maximal zwei Vollgeschossen vorgesehen.

Fragen zur Erschließung

Ein Anwohner aus Radling auf der gegenüberliegenden Seite der Staatsstraße gab im Rahmen der vorgezogenen Öffentlichkeitsbeteiligung eine Stellungnahme mit Anmerkungen und Anregungen ab. Bürgermeister Schmaderer nahm zu den Anliegen des Bürgers, der an der Sitzung auch als Zuhörer teilnahm, ausführlich Stellung. Die Vorgabe von maximal vier Wohnungen je Parzelle (im WA 2) sei leider rechtlich nicht haltbar, daher nun der Bezug auf vier Wohnungen je Gebäude. Die sechs Wohnungen seien ausschließlich an der Staatsstraße erlaubt und es bleibe auch hier bei nur zwei Vollgeschossen. Außerdem sei die Begrenzung auch durch die Vorgabe der zu schaffenden Stellplätze gegeben.

Schmaderer verwies auf den künftig sparsamen Umgang mit Flächenverbrauch sowie die Forderung auf Nachverdichtung. „Das Gelände gibt es her“, so Schmaderer weiter, „der Trend geht nun einmal zu Doppel- bzw. Reihenhäusern und Eigentumswohnungen“.

Was die Erschließung mit Ferngas bzw. Fernwärme betrifft, „sind im Umfeld leider keine entsprechenden Leitungen vorhanden“. Er habe sich schon mit dem Neubau des Geh- und Radweges von Cham-Süd aus nach Radling um eine Ferngasversorgung bemüht und mit der Stadt Cham bezüglich des Anschlusses an das städtische Fernwärmenetz gesprochen, aus Wirtschaftlichkeitsgründen allerdings ohne Erfolg. Aktuell sei für den Erweiterungsbereich „Auf dem Sattel“ von einem Interessenten in Richtung eines Hackschnitzel-BHKW angefragt worden, eine Entscheidung hierzu stehe allerdings noch aus. Eine zwingende Vorgabe von PV-Anlagen auf Dächern sei als rechtswidrig eingestuft worden. Der Lärmschutzwall dürfe sich natürlich die Anlieger auf der anderen Straßenseite nicht nachteilig auswirken. Das Schallschutzgutachten gemäß dem vorhandenen Urgelände liegt vor und wird auch ein Bestandteil der zweiten öffentlichen Auslegung sein.

Natürlich habe der Altbestand die volle Verkehrsbelastung, weil er damals bei der Bebauung als Mischgebiet eingestuft worden sei. „Den höheren Lärmwerten sind aber auch alle Anlieger entlang der Ortsdurchfahrt ausgesetzt“, so Schmaderer dazu. Eine weitere Versetzung des Ortschildes in Richtung Pfahl bzw. Cham sei schon des Öfteren abgelehnt worden. „Wir werden aber einen erneuten Versuch unternehmen, nachdem dann künftig eine beidseitige Bebauung entlang der Staatsstraße gegeben sein wird“.

Laut dem Zweckverband zur Wasserversorgung der Chamer Gruppe ist eine neue Hauptleitung notwendig. Der Investitionskostenzuschuss von Seiten der Gemeinde in Höhe von ca. 50 000 Euro darf nicht zu Lasten der allgemeinen Gebührenzahler gehen, sondern ist über die Erschließungskosten umzulegen.

Noch erfreuliche Zahlen

Gemeinderat Hermann Schwarzfischer, stellvertretender Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses, informierte über die durchgeführte örtliche Prüfung. Schwarzfischer zusammenfassend: „Es gibt keine negativen Feststellungen, es ist gut gewirtschaftet worden“. Dem Vorschlag der Entlastung wurde vom gesamten Ratsgremium uneingeschränkt zugestimmt.

„Das sind noch erfreuliche Zahlen, mit denen wir wohl in Zukunft nicht mehr rechnen können“, merkte 1. Bürgermeister Max Schmaderer mit Blick auf Corona und voraussichtlich sinkendes Gewerbesteueraufkommen bzw. niedrigere Einkommensteuerbeteiligung an. Als positiv wertete Schmaderer aber die Rücklagen sowie die niedrige Verschuldung.

Für den Ausbau der Ortsdurchfahrt Thierling nahm der Rat in der nichtöffentlichen Sitzung die Auftragsvergabe für die Erneuerung der Straßenbeleuchtung an die Bayernwerk AG vor, die Kosten für zehn neue LED-Leuchten betragen 20.260 Euro netto. (csa)

Jahresrechnungen

  • Für 2019:

    Der Verwaltungshaushalt liegt bei: 5 340 388,03 Millionen Euro; Der Vermögenshaushalt schließt mit 5 218 508,17 Millionen Euro; Rücklagen: 1 051 632,68 Millionen Euro; Schulden: 520 000 Euro. (csa)

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