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Schorndorf investiert in den Bauhof

Die umfangreichen Arbeiten kosten der Gemeinde rund 900 000 Euro. Neue Streuguthalle wurde 2019 bereits fertig.

  • Die neue Streuguthalle konnte noch Ende 2019 mit Salz und Splitt gefüllt werden, wenngleich der milde Winter kaum Bedarf ergab. Foto: cls
  • Im Anschluss an die bestehende Bauhofhalle, die nun saniert statt neu gebaut wird, entstehen eine neue Werkstatt und ein neuer Waschplatz. Foto: cls

Schorndorf.„Eigentlich erhalten wir einen komplett neuen Bauhof, absolut zeit- und funktionsgerecht“, so Schorndorfs Gemeindeoberhaupt Max Schmaderer zu den laufenden Umbau-, Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten. Rund 900 000 Euro dürften am Ende einschließlich der neuen Streuguthalle, die noch Ende 2019 fertiggestellt werden konnte, zusammenkommen.

Die Redensart „Gut Ding braucht Weile“ beschreibt auch die Planungen der Gemeinde Schorndorf in Bezug auf den Bauhof. Die ersten 100 000 Euro für die Maßnahme sind bereits in den Haushalt 2017 eingestellt worden, weitere 200 000 Euro in den darauffolgenden. Im März 2018 wurde vom Ratsgremium generell Grünes Licht gegeben: für den Neubau einer Streuguthalle in einem ersten Bauabschnitt, den Abriss der bestehenden Bauhofhalle samt Neubau für Werkstatt, Magazin und Technik in einem zweiten Bauabschnitt sowie Sanierung des bestehenden Bauhofgebäudes (Büro, sanitäre Anlagen) in einem dritten Bauabschnitt.

Vorhaben war zu teuer

Doch diese Planungen wurden von der Verwaltung und vom Gemeinderat wieder über den Haufen geworfen, nachdem sich die Ausschreibungsergebnisse insgesamt in Richtung 1,6 Millionen Euro bewegten. Als absolute „Schmerzgrenze“ war nur gut die Hälfte dieser Summe veranschlagt.

Die Neuausrichtung sah vom Abriss der bestehenden Bauhofhalle ab, da sie die Hauptfunktion der Unterstellung der Fahrzeuge und Gerätschaften auch durch eine Sanierung erfüllen kann. Und das bisherige Problem von Salz und Fahrzeugen bzw. Maschinen unter einem Dach konnte durch den Neubau der Streuguthalle bereits gelöst werden. Rechtzeitig zur aktuellen Wintersaison wurde die neue Streuguthalle mit einem Ausmaß von 15,50 auf neun Meter noch im November 2019 in Betrieb genommen und gut 100 Tonnen Streusalz und etwa 40 Tonnen Streusplitt eingelagert.

„Davon haben wir noch nichts gebraucht“, stellt 1. Bürgermeister Max Schmaderer zum milden Winter fest, für den bisherigen Bedarf von höchstens zehn Tonnen Streusalz haben noch die Altbestände in der Bauhofhalle ausgereicht. Für den kommenden Winter 2020/2021 musste somit weder Streusalz noch Streusplitt geordert werden. Neben der Kostenersparnis kam noch ein wichtiger Zeitfaktor hinzu, war doch das Bauhofpersonal kaum für den Winter- und Streudienst gebunden. „Stattdessen haben wir am Bauhofgelände rund sechs Wochen nur gegraben“, so Bauhofleiter Matthias Brummer, denn alle notwendigen Leitungsverlegungsarbeiten wurden nun in Eigenregie durchgeführt.

Am Bauhof selber sind Schmutzwasserkanal (150 Meter inklusive fünf Schächte) und Regenwasser (130 Meter inklusive drei Schächte) getrennt worden. Denn bisher floss das Oberflächenwasser in das Kanalnetz und musste vom Pumpwerk weiterbefördert werden. Jetzt läuft es über einen Graben in den Rothbach. „Das ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll“, betont der Bürgermeister. Doch damit nicht genug: Vom Bauhof ebenfalls verlegt wurden neue Strom- und Telefonkabel (125 Meter), ein neuer Gasanschluss (50 Meter) und insgesamt 600 Meter Leerrohre, auch für die künftige Glasfaser. „Wenn es kommt, muss es nur noch eingeblasen werden“, so Bauhofleiter Brummer.

Auch das benachbarte Sportheim wurde auf einer Strecke von 60 Metern mit einer Fernwärmeleitung an den neuen Gasbrennwertkessel angeschlossen und bereits mit einer Glasfaserleitung ausgerüstet. Nicht zuletzt haben die Bauhofarbeiter auf 60 Metern neue Leistensteine gesetzt. Die neue Stromleitung ist bereits darauf ausgerichtet, künftig über weitere PV-Anlagen auf den Dächern des Bauhofs und der Streuguthalle das angrenzende Abwasserpumpwerk mit Eigenstrom zu betreiben.

„Der Bauhof hat hier in Eigenregie eine Mammutaufgabe ganz exzellent bewältigt“, so Schmaderer, „diese Manpower von absoluten Bauprofis hat der Kommune mit Sicherheit 100 000 Euro eingespart.“

Was den Kanal betrifft, hätte es durch den Wurzeleinwuchs in naher Zukunft ohnehin Probleme gegeben. Der Bauhof habe nicht nur mit Hochdruck und Akribie gearbeitet, „es wurde der Verlauf der Leitungen auch sauber dokumentiert“.

Ein Ölofen als Heizung

Nach 35 Jahren sei der Umbau des Bauhofs dringend notwendig geworden, so Schmaderer weiter, im Bauhofbüro etwa stand nur ein Ölofen als Heizung zur Verfügung. Und auch die Sanitär- und Waschräume haben alles andere als dem Zeitgeist entsprochen.

Die Arbeiter am Recyclinghof werden für die Annahme der Wertstoffe künftig ebenfalls eine feste und temperierte Behausung erhalten. Der neue Gasbrennwertkessel versorgt künftig auch das SSV-Sportheim über eine Leitung mit Wärme. Weil die Bauhofhalle nicht abgerissen und stattdessen erneuert wird, kann auch die Garage für den Vereinsbus des Sportvereins im Bestand erhalten bleiben.

Bauhofleiter Matthias Brummer freut sich mit seinem Bauhofteam über die Generalsanierung. „Der neue Ölabscheider-Waschplatz etwa ist dringend notwendig.“ (cls)

Der Umbau

  • Kosten:

    Baumeister-, Zimmerer- und Dachdeckerarbeiten: 332 526,23 Euro (brutto); Heizung, Sanitär und Lüftung: 107 178,28 Euro; Elektroarbeiten: 63 427,62 Euro; Lieferung von zwei Industriesektionaltoren: 9409 Euro; Asphaltierungsarbeiten am Gemeindebauhof nach der Verlegung der Leitungen: 9202,75 Euro

  • Auftragsvergaben:

    Weitere Auftragsvergaben müssen noch vorgenommen werden. Bereits abgewickelt wurde der Neubau der Streuguthalle für rund 190 000 Euro.

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