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Festakt

Schorndorf ist ein „Heimatdorf“

Der Kommune wurde das „Gütesiegel 2019“ verliehen – ein Verdienst der Bürger und aller Vereine, sagte der Bürgermeister.

Nach der Verleihung des „Gütesiegels Heimatdorf 2019“: Schorndorfs Bürgermeister Max Schmaderer (2. v. r.) mit Staatsminister Albert Füracker (2. v. l.), Thomas Unger, der die Laudatio für die Regierung der Oberpfalz übernahm (l.), sowie Bezirksheimatpfleger Dr. Tobias Appl (r.)  Fotos: csa
Nach der Verleihung des „Gütesiegels Heimatdorf 2019“: Schorndorfs Bürgermeister Max Schmaderer (2. v. r.) mit Staatsminister Albert Füracker (2. v. l.), Thomas Unger, der die Laudatio für die Regierung der Oberpfalz übernahm (l.), sowie Bezirksheimatpfleger Dr. Tobias Appl (r.) Fotos: csa

Schorndorf. „Das ist eine große Ehre und Auszeichnung für unsere Gemeinde“, so Bürgermeister Max Schmaderer zum „Gütesiegel Heimatdorf 2019“, das Finanz- und Heimatminister Albert Füracker am Dienstsitz Nürnberg des Staatsministeriums der Schorndorfer Kommune mit einer weiteren Gemeinde aus der Oberpfalz verliehen hat. „Diese Auszeichnung haben sich die gesamte Bürgerschaft und alle Vereine verdient“, stellte Schmaderer heraus.

Am Montag ging im Heimatministerium der Festakt über die Bühne, und die Schorndorfer Delegation durfte sich neben dem Gütesiegel über eine Geldprämie von 60 000 Euro freuen. Aus der Oberpfalz wurde neben Schorndorf noch die Gemeinde Schwarzenbach ausgezeichnet, ebenso ausgezeichnet wurden die jeweils zwei Gewinner aus den Regierungsbezirken Nordbayerns (Ober-, Mittel- und Unterfranken). Dabei waren beim Festakt auch die Regierungspräsidenten bzw. deren Vertreter sowie die Bezirksheimatpfleger, für die Oberpfalz Thomas Unger bzw. Dr. Tobias Appl.

„Heimat muss Zukunft haben“

Nach dem Festakt durfte ein Gruppenfoto mit der Schorndorfer Delegation nicht fehlen.   Fotos: csa
Nach dem Festakt durfte ein Gruppenfoto mit der Schorndorfer Delegation nicht fehlen. Fotos: csa

Ziel des Wettbewerbs sei es, so Staatsminister Füracker, Gemeinden mit höchster Lebensqualität und besonderem Engagement von Seiten der Kommunalpolitik, der Bürgerschaft sowie der Vereine auszuzeichnen. „Wir schauen aber auch auf pfiffige Ideen als nächsten Schritt mit Blick in die Zukunft“, sagte Füracker mit Verweis auf die zu verwendende Geldprämie. Mit dem Gütesiegel werde bewusst der ländliche Raum in den Fokus genommen, „damit Menschen gerne dort bleiben oder dort hinziehen.“

Im Sinne des in der bayerischen Verfassung verankerten Grundsatzes der „gleichwertigen Lebensbedingungen“ nehme die Heimatpolitik in Bayern einen hohen Stellenwert ein „und hat damit Vorbildcharakter gefunden bis hinauf zur Bundesebene“. Der ländliche Raum sei noch nie so attraktiv gewesen, unterstrich Füracker mit Verweis auf Geburtenboom, Zuzug und sinkende Arbeitslosenzahlen. Das Ministerium versuche, neue Akzente in der Heimatpolitik zu setzen, „Heimat muss Zukunft haben.“ Mit klugen Köpfen, engagierten Bürgern und Kommunalpolitikern sowie mutigen Unternehmen im ländlichen Raum sehe er dieser Aufgabe optimistisch entgegen, so der Redner.

Das Heimatministerium habe sich bewusst für ein aufwändiges, vierstufiges Auswahlverfahren entschieden, „weil wir objektiv sein wollen.“ Es habe nicht der Minister die Entscheidung getroffen, sondern eine Jury mit Fachleuten. Bayernweit nahmen 150 Bewerberkommunen teil. „Die Geldprämien werden rasch überwiesen werden“, versprach Füracker, „und wir unterstützen die Kommunen gerne beim nächsten Schritt“. Die Verwendung der Prämie solle zur weiteren unmittelbaren Verbesserung der Lebensbedingungen vor Ort einen Beitrag liefern. Fürackers Wunsch: „Motivieren Sie andere, es lohnt sich für die Heimat einzusetzen“.

Die Schorndorfer freuten sich mit ihrem Bürgermeister über den Sieg beim aufwändigen Wettbewerb.   Fotos: csa
Die Schorndorfer freuten sich mit ihrem Bürgermeister über den Sieg beim aufwändigen Wettbewerb. Fotos: csa

Im Auftrag des Oberpfälzer Regierungspräsidenten Axel Bartelt hielt Thomas Unger die Laudatio. „Die Gemeinde hat in den letzten zwei Jahrzehnten beispielhaft mit viel Eigeninitiative, Herzblut, Investitionsmut und Zukunftsvertrauen den Ausbau ihrer Infrastruktur und ihres Ortsmittelpunktes vorangetrieben“. Schorndorf könne als Musterbeispiel genannt werden, wie die Revitalisierung und Attraktivitätssteigerung von Ortszentren durch geschickte Verzahnung kommunaler und privater Projekte und Initiativen auch ohne große staatliche Fördermaßnahmen möglich sei.

Zum Wettbewerb

  • Premiere:

    „Gütesiegel Heimatdorf“ wurde 2019 erstmals durchgeführt, die Ausschreibung war 2018.

  • Bewerbung:

    Nach einer Online-Bewerbungsrunde sowie dem Besuch einer hochkarätigen Jury vor Ort im Mai 2019 schaffte es Schorndorf weiter in die Endrunde. Dafür qualifizierten sich aus jedem der sieben bayerischen Regierungsbezirke vier Kommunen. Davon wurden im Zuge der vierten und letzten Bewerbungsstufe zwei Gemeinden je Regierungsbezirk prämiert.

Deutlich werde dies u. a. anhand des Neubaus des Rathauses Anfang der 2000er-Jahre, welcher maßgeblich dazu beigetragen habe, die Aufenthaltsqualität in der Ortsmitte zu steigern. Bemerkenswert sei dabei auch das Konzept der Mehrfachnutzung des Gebäudes mit diversen Firmen und Dienstleistungsanbietern. „Gerade in Zeit der Diskussion um den zunehmenden Flächenverbrauch ein lobenswertes Konzept“, so Unger.

Während vielerorts versucht werde, viel befahrene Durchgangsstraßen aus den Orten hinaus in die Landschaft zu verlagern, „hat sich die Gemeinde Schorndorf bewusst gegen derartige Anstrengungen entschieden.“ In Schorndorf lebe man mit, aber auch von der Staatsstraße und schätze ihre Wirkung als Frequenzbringer für die örtlichen Einrichtungen und Gewerbetreibenden.

Die Anzahl an Einrichtungen und Angeboten des täglichen Bedarfs sei für eine Gemeinde mit knapp 3000 Einwohnern beeindruckend. Auch die zahlreichen Freizeiteinrichtungen und kulturellen Möglichkeiten sowie die umfassenden Angebote der Kinder- und Seniorenbetreuung machten Schorndorf zu einer Gemeinde mit überdurchschnittlicher Lebensqualität.

Attraktive Infrastrukturangebote

Nach dem Festakt war noch Zeit zu Gesprächen.  Fotos: csa
Nach dem Festakt war noch Zeit zu Gesprächen. Fotos: csa

Unger weiter: „Bemerkenswert ist auch, dass die Gemeinde seit Jahren durch Eigeninvestitionen bewusst überdurchschnittlich attraktive Infrastrukturangebote für ihre Bevölkerung schafft, die über die Standardvorgaben hinausgehen“. Die positive Entwicklung Schorndorfs und das überörtlich bedeutende Angebot an Einrichtungen der Daseinsvorsorge habe dazu geführt, dass die Gemeinde zusammen mit der Nachbarkommune Traitsching im Zuge der letzten Regionalfortschreibung als Grundzentrum hochgestuft werden konnte.

In der Gemeinde Schorndorf werde das Zusammenleben von Jung und Alt groß geschrieben, dies zeige sich einmal mehr bei der Verwendung der Prämie des Wettbewerbs. In direkter Nachbarschaft zur bestehenden Senioren-Wohnresidenz und barrierefreien Wohnanlage solle durch Abriss und Nachnutzung eines Gebäudeleerstandes inmitten des Ortes eine attraktive Freifläche mit Grünanlagen bzw. Parkbänken und ein Gebäude mit ambulanter Tagespflege sowie barrierefreien altersgerechten Mehrgenerationenwohnungen entstehen. Vorgesehen seien darin auch Gemeinschaftsräume, welche Bürgern und Vereinen für Veranstaltungen, Feiern oder regelmäßige Treffen zur Verfügung stehen. (csa)

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