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Justiz

Schubkarren-Dieb muss in Haft

Der 37-jährige Angeklagte wurde nach zahlreichen Einbrüchen rund um Furth im Wald vom Gericht schuldig gesprochen.
Von Elisabeth Angenvoort

Der 37-jährige Angeklagte war für zahlreiche Einbrüche im Raum Furth im Wald verantwortlich. Nun muss er in Haft. Foto: David Ebener dpa
Der 37-jährige Angeklagte war für zahlreiche Einbrüche im Raum Furth im Wald verantwortlich. Nun muss er in Haft. Foto: David Ebener dpa

Furth im Wald.Über mehrere Monate hinweg fühlten sich die Bewohner im Grenzgebiet zwischen Neukirchen beim Heiligen Blut und Furth im Wald in ihren Anwesen nicht mehr sicher. Im Zeitraum von 13. Februar 2018 bis 21. Januar 2019 wurde jeweils nach Einbruch der Dunkelheit gewaltsam in vorwiegend landwirtschaftliche Gehöfte eingedrungen und vorgefundene Wertgegenstände wie Schubkarren oder Werkzeuge überwiegend hochwertiger Marken entwendet. Nun wurde der Täter am Amtsgericht Regensburg durch Richterin Dr. Cornelia Blankenhorn sowie zwei Schöffen schuldig gesprochen und zu einer Strafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt.

Der Angeklagte, ein 37-jähriger erwerbsloser Rumäne, nach deutschem Recht ledig und seit kurzem Vater eines Kindes, wurde von zwei Polizeibeamten in Handschellen in den Sitzungssaal geführt und dort von einem Dolmetscher sowie Rechtsanwalt Michael Frank in Empfang genommen. Zu Beginn der mehrstündigen Verhandlung verlas die Staatsanwältin die umfangreiche Anklageschrift.

Täter per europäischem Haftbefehl festgenommen

In 14 Fällen lautete die Anklage auf vollendeten, in neun Fällen auf versuchten Diebstahl. Der Täter habe sich gezielt abgelegene Gehöfte im Grenzgebiet zu Tschechien ausgesucht und Zutritt zu Scheunen, Garagen und Schuppen verschafft. Das Diebesgut habe er zu Fuß mit Schubkarren zu seinem Auto transportiert, das jenseits der grünen Grenze geparkt war. In der folgenden Beweisaufnahme zeigte sich der Angeklagte weitgehend geständig und bestätigte mit der Schilderung seiner Vorgehensweise die Darstellung der Staatsanwältin. Das Diebesgut habe ihm als Einnahme gedient, da er bei einem „Kredithai“ verschuldet sei.

Justiz

„Schubkarrendieb“ muss vor Gericht

Die Staatsanwaltschaft klagt den 37-jährigen Rumänen wegen 23 Fällen von Diebstahl im Raum zwischen Höll und Rittsteig an.

Als Zeuge trat der führende Ermittlungsbeamte der Polizeiinspektion Furth i. Wald, Michael Müller, auf und bestätigt die Aussagen des Angeklagten. Bereits im Oktober 2017 habe es erste Fälle von Einbruchdiebstahl im Grenzgebiet gegeben, die sich ab Februar 2018 gehäuft hätten. „Die Leute waren sehr verunsichert aufgrund der vielen Einbrüche, sie haben sich gefürchtet. Das darf man nicht vergessen“, betont Müller. Im Oktober 2018 wurde der Angeklagte auf tschechischer Seite verhaftet, doch in Ermangelung eines europäischen Haftbefehls kam er zunächst unter polizeiliche Beobachtung. Am 13. März 2019 wurde der europäische Haftbefehl zugestellt, noch am selben Tag konnte man den Angeklagten an der rumänischen Grenze festnehmen.

Schöffengericht

  • Schöffen:

    Ehrenamtliche Laienrichter, die gleichberechtigt mit dem Berufsrichter zusammenarbeiten.

  • Intention:

    Schöffen sind ein Ausdruck des Grundsatzes von Demokratie in Deutschland.

  • Aktueller Fall:

    Im Fall „Schubkarrendieb“ haben zwei Schöffen an der Entscheidungsfindung über das Urteil mitgewirkt.

Angeklagter wurde nach Festnahme wieder straffällig

In ihrem Strafantrag spricht die Staatsanwältin von der „hohen kriminellen Energie“ des Angeklagten. Er sei in Deutschland bereits vorbestraft inhaftiert gewesen. In Kenntnis des in vorliegender Angelegenheit bereits laufenden Ermittlungsverfahrens habe er weiterhin die Einbruchdiebstähle fortgesetzt begangen. Sie forderte drei Jahre und sechs Monate Freiheitsstrafe ohne Bewährung. Die Verteidigung stimmte mit der Anklage weitgehend überein und beantragte drei Jahre Freiheitsstrafe. Der Angeklagte hatte das letzte Wort und nutzte diese Gelegenheit, um sich ausdrücklich bei den von ihm Geschädigten zu entschuldigen: „Es tut mir sehr leid, was ich getan habe. Ich bedaure das sehr“.

Das Gericht folgte weitgehend der Anklage. Dass der Angeklagte trotz seiner Festnahme im Oktober 2018 weiterhin straffällig wurde, sei „eigentlich schon der Knaller“, sagte die Richterin wörtlich. Das „sehr werthaltige“ Geständnis habe andererseits eine ausführliche Beweisaufnahme erspart.

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