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Soziales

Schüler können jetzt im Notfall helfen

An der Realschule in Waldmünchen wurde ein Schulsanitätsdienst eingerichtet. 29 Schüler haben die Ausbildung absolviert.
Von Ingrid Milutinovic

29 frischgebackene Schulsanitäter der Realschule Waldmünchen freuen sich auf ihre Aufgabe.  Foto: Ingrid Milutinovic
29 frischgebackene Schulsanitäter der Realschule Waldmünchen freuen sich auf ihre Aufgabe. Foto: Ingrid Milutinovic

Waldmünchen.Seit ihrem Bestehen ist die Realschule eine Erfolgsgeschichte. Jetzt kam ein weiterer Erfolgs-Punkt hinzu. Ein großer Anlass war es, zu dem Schulleiter Josef Mühlbauer am Montag in die Aula eingeladen hatte – und entsprechend lang auch die Liste der Ehrengäste, die er begrüßen konnte. Nicht nur BRK-Mitarbeiter aus Waldmünchen – hier waren es Nikolaus Scherr als Instruktor für den Sanitätsdienst, Bereitschaftsleiter Dieter Müller, Andreas Urban für die Breitenausbildung und Wachleiter Walter Urban - waren zahlreich vertreten, auch Vertreter aus dem Landkreis und den verschiedenen Aufgabengebieten und Theo Zellner, Präsident des Bayerischen Roten Kreuzes waren der Einladung gefolgt.

Anlass war nichts Geringeres als die Einrichtung eines Schulsanitätsdienstes an der Realschule. Mit einem musikalischen Rahmenprogramm sorgten die Bläserklasse der Realschule und die Schulband für einen ganz besonderen Rahmen. Die ganze Schulfamilie war in der Aula zusammen gekommen – ein grandioser Beweis dafür, wie wichtig diese Aufgabe genommen wird.

Engagierte Ersthelfer vor Ort

Neben Cham, Chamerau, Furth im Wald, Bad Kötzting, Mitterdorf, Stamsried-Pösing, Roding und Runding verfügt jetzt die Realschule Waldmünchen über den inzwischen 18. Schulsanitätsdienste im Landkreis und damit über engagierte Ersthelfer vor Ort. 29 Schülerinnen und Schüler hatten an der Realschule die entsprechende Ausbildung absolviert. Das entspräche fast der Hälfte eines Schuljahrgangs, freute sich Schulleiter Josef Mühlbauer. Unter Anleitung von Lehrgangsleiterin Stefanie Guldan lernten sie in der Zeit vom 7. Oktober bis 16. Dezember in zwölf Unterrichtseinheiten altersentsprechend alles, was sie für ihren anspruchsvollen Job brauchen und dürfen sich jetzt Schulsanitäter nennen.

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Entsprechend begeistert war Mühlbauer. Hohe Anforderungen würden an die Absolventen gestellt: Hilfsbereitschaft, Zuverlässigkeit, Einfühlungsvermögen und das Eingehen auf die Bedürfnisse der hilfebedürftigen Personen gehörten unverzichtbar dazu. Verantwortung übernehmen, kritische Situation oder Gefahren erkennen – dadurch profitierten nicht nur diejenigen, die die Hilfe brauchen, auch für jeden Helfer sei es eine Bereicherung. Wer diesen anspruchsvollen Job ausfülle, der verdiene höchste Anerkennung, fasste Mühlbauer seine Begeisterung zusammen.

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Waldmünchen sei stolz auf die Erfolgsgeschichte Realschule, freute sich auch Bürgermeister Markus Ackermann. Die Einrichtung eines Schulsanitätsdienstes sei ein Grund zum Feiern, betonte er. Dass dies möglich ist, sei das Verdienst der jungen Leute, die diese Aufgabe angenommen haben und sich ihrer Verantwortung bewusst seien. Sie seien ein Garant dafür, dass in Zukunft bei Verletzungen, Krankheiten oder notwendiger psychologischer Betreuung mit ihnen ein erster kompetenter Helfer vor Ort ist. Ihr Einsatz sei ein erster Schritt in ein „mündiges staatsbürgerliches Leben“, wurde er nicht müde, zu betonen. Um noch hinzuzufügen: „Ihr seid Vorbilder und werdet es sicher weit bringen.

Schulsanitätsdienst im Landkreis

  • Die Ausbildung:

    Sie erfolgt über qualifizierte Ausbilder des Jugendrotkreuzes. Für die Realschule Waldmünchen hat Stefanie Guldan die Aufgabe übernommen. In zwölf Unterrichtseinheiten vom 7. Oktober bis 16. Dezember lernten die 29 Schüler altersentsprechend alles, was sie für ihre Aufgabe benötigen. Sie können jetzt bei Notfällen wie Unfällen, Erkrankungen oder auch psychischen Problemen als erste Ansprechpartner helfen. Auch für die Weiterbildungen steht das BRK der Schule zur Verfügung.

  • Standorte:

    Im Landkreis Cham gibt es inzwischen neben Waldmünchen weitere Schulsanitätsdienste in Cham (St. Gunther, Johann-Brunner-Mittelschule, Maristen-Realschule, Gerhardinger Realschule, Robert-Schumann-Gymnasium), Chamerau (Grundschule), Furth im Wald, (Mittelschule), Bad Kötzting (Karl-Obermaier Mittelschule, Realschule der Pfingstrittstadt), Mitterdorf (Grundschule), Stamsried-Pösing (Grundschule), Roding (Realschule, Grundschule), Runding (Grundschule) und Tiefenbach (Grundschule).

Theo Zellner weiß aus Erfahrung um die Verantwortung der Aufgabe. „Ihr könnt Euch nicht nur in der Schule aktiv einbringen“ betonte er. „Ihr könnt Euch auch außerschulisch engagieren, zum Beispiel bei Vereinsveranstaltungen aktiv werden – und vielleicht findet Ihr ja über diese Aufgabe auch Euren Traumberuf“, gab er den frischgebackenen Schulsanitätern diese Ermunterung mit auf den Weg. Und auch wenn es nicht zum Hauptberuf werde, ergänzte er, ein Einsatz beim Jugendrotkreuz sei immer eine wichtige Aufgabe.

Kooperation unterzeichnet

Schulleiter Josef Mühlbauer und BRK-Präsident Theo Zellner (3. und 4. v.re) unterschreiben den Kooperationsvertrag.  Foto: Ingrid Milutinovic
Schulleiter Josef Mühlbauer und BRK-Präsident Theo Zellner (3. und 4. v.re) unterschreiben den Kooperationsvertrag. Foto: Ingrid Milutinovic

Für die weitere Arbeit wurde von Theo Zellner und Josef Mühlbauer ein Kooperationsvertrag unterschrieben. Wichtige Dinge wie dieser Schulsanitätsdienst müssen in einem Vertrag festgehalten werden, sagte Zellner. Der Vertrag beinhalte die Verpflichtung zur engen Zusammenarbeit. Die Schule biete den Rahmen, das BRK den Bereich Aus- und Fortbildung. Das große Ziel beschrieb er so: Stärkung des Selbstbewusstseins, Erziehung zur Menschlichkeit und letztendlich auch außerschulische Mitwirkung.

Zum Abschluss erhielten alle frischgebackenen Helfer aus den Händen von Theo Zellner ihre wohl schon heiß ersehnten Zertifikate. Gemeinsam mit Bürgermeister Markus Ackermann, Konrektorin und Kooperationslehrerin Julia Firsching gratulierte er und gab ihnen mit auf den Weg: „Die Gemeinschaft braucht Euch“.

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