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Natur

Schüler pflanzen Hecke für Artenvielfalt

Im Hoferauer Weg sollen auf einerm Gebiet von zehn auf 100 Metern Bäume und Sträucher für eine bunte Ausgleichsfläche sorgen.
Von Evi Paleczek

Schüler der Landwirtschaftsschule pflanzten im Hoferauer Weg Bäume und Sträucher. Foto: Paleczek
Schüler der Landwirtschaftsschule pflanzten im Hoferauer Weg Bäume und Sträucher. Foto: Paleczek

Furth im Wald.2019 und 2020 sollen Jahre der Biodiversität sein. Das wünscht sich Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber und hat entsprechende Schwerpunkte festgelegt und Gelder für Projekte zur Verfügung gestellt. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten im Landkreis hat das aufgegriffen.

20 Studenten der Landwirtschaftsschule haben im Hoferauer Weg in Furth im Wald auf einem Gebiet von etwa zehn auf 100 Metern eine Hecke aus 130 Pflanzen angelegt, um Ausgleichsflächen zu schaffen.

Damit will die Stadt Anreize zur Nachahmung für Landwirte und andere Grundstücksbesitzer schaffen sowie im Hinblick auf etwa die Anlage von kommenden Gewerbegebieten in Vorleistung gehen, erklärt Bauamtsleiter Josef Beer.

Wildrosen und Weißdorn

In der Hecke aus hauptsächlich Wildrosen, Weißdorn, Liguster, Hainbuchen, Schneeball und Hartriegel sollen Insekten und Niederwild wie Hasen Unterschlupf und mit den Beeren auch Nahrung finden, sagt Stadtgärtner Stefan Ege.

Der Platz im Hoferauer Weg eigne sich, weil es dort bereits seit Jahren Streuobst- und Ausgleichsflächen gebe. Der Wert des Gebiets solle mit der neuerlichen Pflanzung noch erhöht werden.

Auf einer Fläche von etwa zehn auf 100 Meter soll eine bunte Hecke entstehen. Foto: Paleczek
Auf einer Fläche von etwa zehn auf 100 Meter soll eine bunte Hecke entstehen. Foto: Paleczek

Etwa 500 Euro hat das Pflanzenmaterial gekostet, finanziert aus dem Topf des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums. Und die Schule ist bereits auf der Suche nach weiteren Flächen, um das Projekt im kommenden Jahr fortzuführen, sagt Claudia Hierstetter, Lehrerin im Bereich „Naturschutz und Landschaftspflege“.

Öffentlicher Grund sollte es am besten sein, da dort die Besucherfrequenz höher ist. Die Aktionen sollen ja nach außen wirken. Das war auch in Roding und Altenmarkt das Ziel, wo in den vergangenen zwei Wochen ebenfalls Streuobstbäume gepflanzt wurden.

Gut frequentierter Standort

Der Standort im Hoferauer Weg ist gut frequentiert, dort sind viele Spaziergänger und Sportler unterwegs, sagt Josef Beer. Die Wildhecke werde also bestimmt registriert von den Bürgern. Claudia Hierstetter, eine Furtherin, war auf Stadtgärtner Ege zugekommen, der hatte den Platz empfohlen.

130 Pflanzen haben die jungen Leute eingesetzt. Foto: Paleczek
130 Pflanzen haben die jungen Leute eingesetzt. Foto: Paleczek

Mit dem bayernweiten Volksbegehren Artenvielfalt „Rettet die Bienen!“ hat die Aktion übrigens nicht wirklich etwas zu tun, informiert Schulleiter Heribert Semmler. Michaela Kaniber hatte die Beratungsschwerpunkte zur Biodiversität inklusive Förderprogramme für die bayerischen Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bereits 2018 festgelegt.

Das Ganze beziehe sich also nicht nur auf die Rettung der Bienen und das Anlegen von Streuobstwiesen, es gehe um Biodiversität im Allgemeinen. Bayernweit solle etwas für die Artenvielfalt getan werden. Und das sei natürlich ein bereits weit zurückreichendes Anliegen und schon immer Thema gewesen.

Ökologie und Ökonomie

Ökologie und Ökonomie in Einklang zu bringen, dahingehend sei Bewusstseinsbildung wichtig, betont Semmler. Es gelte also auch, die Landwirte und ihre Sorgen zu sehen. In Zeiten der Düngeverordnungen breche viel auf die Bauern herein.

Man spüre gerade immer wieder schlechte Stimmung bei den Landwirten, obwohl ihr Hauptanliegen, der Milchpreis, derzeit eigentlich in Ordnung sei. Es seien die Gesellschaft und ihr kritischer Blick, mit dem sich die Bauern nicht immer leicht täten, meint der Leiter der Landwirtschaftsschule.

Deshalb wolle die Schule mit solchen Aktionen auch dazu beitragen, gute Stimmung zu schaffen und mit positiven Nachrichten zu punkten.

Biodiversität

  • Begriff:

    Biodiversität oder biologische Vielfalt ist die Anzahl aller Tier- und Pflanzenarten und der vorhandenen Ökosystemvielfalt eines bestimmten Gebiets.

  • Natur:

    Sie ist ein Maß für die qualitative, quantitative und funktionelle Vielfalt des Lebens auf allen Organisationsebenen in einem Gebiet.

  • Wert:

    Damit ist Biodiversität ein wichtiges Kriterium für die Beurteilung der Schutzwürdigkeit eines Gebiets im Naturschutz, aber auch seiner nachhaltigen Bedeutung für den Menschen.

Das Ziel von Michaela Kaniber sei, das Thema Biodiversität noch stärker als bisher zu einem Anliegen der gesamten Bevölkerung zu machen, erklärt Semmler. Die Anpflanzung der Hecke solle also zum Nachahmen anregen, es sei aber auch einfach wichtig, dem Nachwuchs der Bauern, den Landwirtschaftsschülern, die vielfältigen Funktionen einer Hecke in der Kulturlandschaft theoretisch und praktisch näherzubringen.

Die Landwirte bewirtschafteten im Landkreis ja einen Großteil der Flächen, deshalb komme es bei dem Thema auf sie in besonderer Weise an.

Die zukünftigen „Ökonomen“ sollten die Ökologie als unverzichtbaren Partner für ihren langfristigen und nachhaltigen ökonomischen Erfolg verstehen, und nicht als Gegner. Bereits im Sommer waren sie im Zuge des auf die Schule vorbereitenden Jahres angehalten worden, auf dem elterlichen Betrieb für Blühflächen zu sorgen.

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