MyMz
Anzeige

Prävention

Schutzkonzept wird Pflicht

Infoabend war für Menschen, die in der Pfarrei tätig sind, Pflicht. Konzept soll den Missbrauch von Kindern verhindern.

Die Referentin Rosa-Maria Roth während ihres Vortrags Foto: Franz Bucher
Die Referentin Rosa-Maria Roth während ihres Vortrags Foto: Franz Bucher

Rötz.Jede Pfarrei muss bis Ende 2021 ein Schutzkonzept zum „Missbrauch von Kinder und Jugendlichen“ erstellen. Die Pfarreiengemeinschaft Rötz-Heinrichskirchen wollte darauf reagieren und hat einen verpflichtenden Informationsabend für Pfarrgemeinderäte und Kirchenverwaltungsmitglieder, Mesner, Mitglieder des Familiengottesdienst-Teams, der Sachausschüsse und Personen, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, abgehalten. Die Präventionsbeauftragte und Gemeindereferentin Rosa-Maria Roth war Referentin des Infoabends am Donnerstagabend im Pfarrheim Heinrichskirchen.

Roth sagte, dass im Schutzkonzept Maßnahmen festgehalten sind, um den Missbrauch von Kindern und Jugendlichen weitgehend zu verhindern, zu erschweren oder im besten Fall sogar unmöglich zu machen. Die Erkenntnisse über den sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche hätten viel Selbstverständnis ins Wanken gebracht und Verunsicherung hervorgerufen. Ziel müsse es sein, den Blick nach vorne zu richten und dafür zu sorgen, dass Missbrauch in der Kirche keinen Nährboden mehr finde.

Es solle eine „neue Kultur des achtsamen Miteinanders“ entstehen, so die Referentin. Dieses soll durch klare, durchschaubare Strukturen und das Schutzkonzept in kirchlichen Einrichtungen erreicht werden. Vereinbarte und verbindliche Regeln schaffen Sicherheit und helfen dabei, dass sich Missbrauch nicht auf leisen Sohlen breitmachen könne. Mitarbeitende sollen informiert sein und aktiv werden, wenn sie Grenzüberschreitungen wahrnehmen oder Missbrauch vermuten. Verdachtsfälle müssen gemeldet und weitergeleitet werden.

Missbrauch kann aber auch außerhalb der Kirche vorkommen, sagte Roth. Gerade in Pfarreien und kirchlichen Einrichtungen sollte der Schutz der Kinder und Jugendlichen an oberster Stelle stehen, forderte die Referentin. Der schwierigste Teil für die Erstellung eines Schutzkonzeptes werde vermutlich die Überzeugungsarbeit für die Notwendigkeit desselben sein. Reden und Informieren seien hier besonders wichtig. Diskutieren und Erstellen seien die eigentliche Arbeit. Je mehr Zeit und Mühen investiert würden, desto besser werde das Schutzkonzept angenommen und umgesetzt.

Die Gemeindereferentin ging auf den Verhaltenskodex und das Beschwerdemanagement ein. Im Verhaltenskodex werden die in der Pfarrei/Einrichtung geltenden Regeln im Umgang miteinander festgeschrieben. Verbotene Verhaltensweisen und Umgangsformen sollen aufgelistet werden. Der Verhaltenskodex ist die konkrete Aufstellung, welcher Umgang in der Pfarrei erwünscht oder unerwünscht ist. Der Verhaltenskodex solle aber nicht einengen und die Mitarbeitenden an einem fröhlichen Umgang miteinander hindern. Er soll Handlungssicherheit und Orientierung schaffen. Jeder, der mit Kindern und Jugendlichen zu tun hat, beantragt ein Führungszeugnis und legt es vor. (wbf)

Seine Meinung sagen

  • Zentraler Satz:

    Jede Form von Missständen, Mängeln, Beschwerden und Problemen muss erfasst werden. „Das mag ich nicht“ sollte der zentrale Satz werden. Kinder und Jugendliche müssen die Möglichkeit haben, Dinge zu benennen, die sie nicht mögen. (wbf)

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht