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Schutzmasken aus dem 3D-Drucker

Chamer Firmen und das BRK entwickeln Gesichtsmasken für das Rettungswesen. Minister Albert Füracker nimmt sie in Augenschein.
Von Luis Münch

Auch Staatsminister Albert Füracker (2. v. l.) sah sich die Masken an. Foto: Luis Münch
Auch Staatsminister Albert Füracker (2. v. l.) sah sich die Masken an. Foto: Luis Münch

Schorndorf.Einweghandschuhe, Mund-Nasen-Schutz oder Desinfektionsmittel: Schutzausrüstung ist in der Corona-Krise gefragter denn je. Deshalb entwickelten sechs Firmen aus dem Landkreis Cham nun ein Gesichtsvisier, das im 3D-Druck-Verfahren hergestellt wird. Staatsminister Albert Füracker und Landrat Franz Löffler machten sich am späten Dienstagnachmittag ein Bild von der Produktion. In der Halle der Firma Muhr GmbH in Schorndorf wurde das Ergebnis des Gemeinschaftsprojekts der Firmen, des Technologie Campus und des Bayerischen Roten Kreuzes Cham gezeigt.

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Eine zusätzliche Barriere

Laut Tobias Muhr, BRK-Landesfachdienstleiter für Bedrohungen durch chemische, biologische, atomare und Explosiv-Waffen, kommen die Gesichtsvisiere zum Einsatz, wenn intensiv-medizinisch oder invasiv, also nah am Patienten, gearbeitet wird. Die Gesichtsvisiere stellen eine zusätzliche Barriere dar, die vor einer Tröpfcheninfektion schützt, sagte der Ideengeber des Projekts. In Arztpraxen, Intensivstationen und Rettungswagen wird die sogenannte Behilfsmaske getragen. „Überall dort, wo man direkten und indirekten Kontakt zu infizierten Personen hat“, sagte Landrat Franz Löffler.

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Jetzt gelte es, sagte er weiter, diejenigen mit Schutzmaterial auszustatten, bei denen es besonders notwendig sei. Dieses Beispiel zeige, dass es durchaus Sinn mache, Zukunftstechnologien im ländlichen Bereich zu etablieren. „Die Gesichtsvisiere erfüllen innovativ den Schutzzweck der Menschen in diesen Zeiten“, sagte er. Seinen Worten nach halten die Gesichtsvisiere sogenannte Aerosole von den Atemwegen anderer fern. Aerosole sind ein Gemisch aus Schwebeteilchen und Luft, das durch Atmen oder Sprechen ausgestoßen wird.

„Dieses Beispiel zeigt, dass es durchaus Sinn macht, Zukunftstechnologien im ländlichen Bereich zu etablieren.“

Landrat Franz Löffler

Die Firmen CR-3D, 3D-Bavaria, NG Printec, Trovus Tech, 3D Kugler, Vitesco Technologies und der Technologie Campus Cham drucken den Grundträger der Schilder. Die Endfertigung folgt dann bei der Firma Muhr GmbH. Gelochte Folien von Tageslichtprojektoren dienen als Visier, das so konstruiert wurde, dass es auch Brillenträger nutzen können.

Lernen aus der Krise

Mit Haltegummis und einem Schweißband wird das Visier an dem Grundträger aus PLA, einem 3D-Druckmaterial, befestigt. Insgesamt 2440 Exemplare können die 3D-Drucker der Betriebe und des Technologie Campus pro Woche herstellen. Allein in Schorndorf seien sieben Drucker rund um die Uhr im Einsatz, sagte Franz Löffler.

Die Abnehmer

  • Bestellungen:

    Insgesamt wurden bisher 3199 Gesichtsvisiere bestellt: 100 Stück vom BRK Cham, zehn von der Uniklinik Erlangen, 50 von der Uniklinik Regensburg und 39 von Praxen und Laboren. Weitere 3000 Stück wurden vom Lagestab Corona des BRK Bayern angefragt.

  • Zertifizierung:

    Die Gesichtsvisiere sind nicht zertifiziert. Sie sind kein medizinisches Produkt. (lm)

Albert Füracker, Staatsminister der Finanzen und für Heimat (CSU), betonte, dass die Entwickler der Gesichtsmaske nicht erst seit der Krise innovativ tätig seien. „In der Krise bewährt sich, dass man bereit ist, zusammenzuarbeiten“, sagte er. Die Entwicklung des Gesichtsvisieres sei ein Beispiel für viele Initiativen dieser Weise. „Und dafür, dass wir ein Land sind, das aus der Corona-Krise lernt“, sagte Füracker.

Für Max Schmaderer, Bürgermeister in Schorndorf, zeigt dieses Projekt die „Strahlkraft, Power und Inovation“, die aus dem ländlichen Raum hervorgehe. Entscheidend sei, dass die Menschen gesund seien. Dazu trügen die Firmen mit „Willen und Wissen“ bei.

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