MyMz
Anzeige

Einweihung

Segen für das Haus der Zandter Wehr

Es waren festliche Tage rund um das Gerätehaus, das bei dieser Gelegenheit auch gleich den kirchlichen Segen erhielt.
Von Rosi Stelzl

Dicht gedrängt saßen die Teilnehmer beim Gottesdienst vor dem neuen Gerätehaus.  Fotos: Rosi Stelzl
Dicht gedrängt saßen die Teilnehmer beim Gottesdienst vor dem neuen Gerätehaus. Fotos: Rosi Stelzl

Zandt.Zandt Mit dem Einholen der Ehrenschirmherren Bürgermeister Ludwig Klement und Martin Holzapfel sen. und des Schirmherren Alexander Kermer mit zünftiger Musik von der „Schorndorfer Blechmuse“ durch den Festverein, wurde am Samstag das dreitägige Fest der Feuerwehr Zandt eingeleitet. Um 18.30 Uhr wurden die Ehrengäste und die Gastvereine, die sich in der Manfred Zollner-Straße aufgestellt hatten, ins Festzelt geleitet. Es folgte der Bieranstich durch Alexander Kermer, und Führungskräfte sowie Ehrenpersonen stießen auf das neue Gerätehaus und auf ein gutes Gelingen der dreitägigen Feier an.

Anstoßen auf ein schönes Fest.
Anstoßen auf ein schönes Fest.

Mit Musik der Festkapelle „d‘Urwaidler“ schloss sich ein zünftiger Abend an. Die Feuerwehr Zandt feierte mit ihren vielen Gästen fröhlich ihr neues Gerätehaus und den Auftakt des Festes. Am Sonntag wurden erneut die Gastvereine und die Ehrenpersonen mit Musik der Kapelle „Weiß Blau Königstreu“ abgeholt und um 9.30 Uhr formierte sich ein langer Kirchenzug hin zum Gerätehaus, bei dem um 10Uhr der Festgottesdienst – bei dem das Gerätehaus den kirchlichen Segen erhielt – gefeiert wurde, zelebriert von Pater John und Diakon Martin Peintinger.

Ein großer Tag für die Wehr

Es sei ein großer Tag für die Feuerwehr Zandt, so Pater John. Bei der Gabenprozession wurden Gegenstände, die Wehrleute bei Einsätzen brauchen, zum Altar gebracht: Einen Gurt, einen Schutzanzug, Stiefel, einen Schlauch und einen Helm. Diakon Peintinger stellte in seiner Predigt die Frage: „Warum überhaupt heute so ein Gottesdienst bei der Feuerwehr?“ Man hätte auch so ein schönes Fest feiern können. Das möge zwar auf dem ersten Blick so sein, meinte er, aber „wenn wir uns die Mühe machen, näher hinzuschauen, werden wir sehr schnell merken, dass Feuerwehr und Glaube doch viele Gemeinsamkeiten aufweisen.“

Bürgermeister und Ehrenbürger im Oldtimer vor dem Festverein
Bürgermeister und Ehrenbürger im Oldtimer vor dem Festverein

Es gehe darum, Menschen zu retten und Leben zu erhalten. Beide hielten ihre Ausrüstung in Stand und versuchten den Alltag so zu organisieren, dass sie bereitstünden, wenn der Alarm geht. „Unser Dienst bringt uns immer wieder in Situationen, in denen es sprichwörtlich ,um Leben und Tod# geht.“ Oft nage die Frage: „Hab’ ich alles richtig gemacht?“ Aber noch weitere Ereignisse belasteten die Feuerwehrleute.

Das Gerätehaus

  • Lage:

    Es steht direkt am Ortseingang von Zandt aus Richtung Miltach kommend, direkt gegenüber vom Zollner-Betriebs-Gelände.

  • Kosten:

    Rund 2,8 Millionen Euro hat der Bau gekostet, der über vier Stellplätze verfügt.

  • Architektur:

    Auffallend ist nicht zuletzt die hoch moderne Architektur mit ihrer Mischung aus Beton und Holz und viel Glas auf zwei Stockwerken. (wf)

Etwa, wenn sie an einen Unfallort kämen und trotz allem jede Hilfe zu spät sei. Wenn man vielleicht das Todesopfer sogar persönlich gut gekannt habe, oder wenn man nicht verstehen könne, warum Gott zulässt, was wir gerade erlebt wird. „Doch wir sind wir uns sicher: Unser Gott ist nicht irgendwo weitab von der Welt, sondern er ist bei uns. Manchmal sogar so nah, dass wir ihn spüren, ihm begegnen, ihn hören können – wie damals, als er Mensch geworden ist“, so der Diakon.

„Anderen helfen – ohne Wenn und Aber. Das heißt: Auch dem helfen, den ich nicht kenne. Für alle da sein, die Hilfe brauchen. Helfen, auch wenn es den Tagesablauf durcheinanderbringt oder Zeit kostet, auch wenn es schwer fällt und dreckig macht. Helfen, auch wenn es kostet, oder mir dafür Geld durch die Lappen geht. Helfen, auch wenn es das eigene Leben und die eigene Gesundheit in Gefahr bringt. Helfen, auch wenn mich andere manchmal dumm anmachen, es meinen besser zu wissen. Oder wenn sie nicht verstehen, warum ich mich engagiere oder für meine Arbeit nichts übrighaben. Wer so handelt, der ist dem ewigen Leben ein ganzes Stück nähergekommen, weil er damit Gott die Ehre erweist“, sagte Peintinger. „Erkennen wir hier nicht viele Gemeinsamkeiten mit der Arbeit bei der Feuerwehr? Wie oft geht ihr großes Risiko im Leben ein, verzichtet auf Freizeit und vielleicht sogar auf Geld.“

Wird der Dienst gesehen?

Pater John erteilte den Segen.
Pater John erteilte den Segen.

Ja, und man möchte meinen, für diesen Dienst werde man überall hoch angesehen. Doch weit gefehlt. So wie vielerorts über die Kirche gelästert werde, gehe es auch denen, die in Hilfsorganisationen tätig seien. Vielfach würden sie von Passanten sogar noch belästigt und dumm angemacht, weil vielleicht gerade eine Straße gesperrt werden müsse. Doch auch da müssten sie lernen, einen dicken Schutzanzug überzuziehen; aber man dürfe auch mal miteinander feiern und lachen, dies gehöre auch dazu, und hin und wieder ein tolles Fest zu feiern, so wie eben. Gott mache ein Leben möglich, das über den Tod hinausreiche, ein Leben, das größer sei als das Jetzt und Heute.

„Gott zur Ehr, den Nächsten zur Wehr – in diesem Sinne euch allen Gottes Segen für euer neues Heim, euren Dienst und euer Leben!“ Nach dem Gottesdienst segnete Pater John das Gerätehaus und Architekt Markus Weber überreichte an Bürgermeister Ludwig Klement sowie an die Kommandanten und Vorstände den Schlüssel des Gerätehauses. „Nun gehört er euch“, so Weber, und wünschte der Wehr alles Gute für die Zukunft.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht