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Glaube

Segen für das neue Pilgerkreuz

Alle zwei Jahre machen sich die Neukirchener zur Wallfahrt auf. Jetzt haben sie ein neues Kreuz. Es ist leicht und handgearbeitet.
Helga Brandl

Das neue Wallfahrerkreuz erhielt durch Pfarrer Georg Englmeier den kirchlichen Segen. Foto: Helga Brandl
Das neue Wallfahrerkreuz erhielt durch Pfarrer Georg Englmeier den kirchlichen Segen. Foto: Helga Brandl

Neukirchen b Hl Blut.Zwei Jubiläen und ein besonderes Ereignis werden in der Marktgemeinde sicherlich in guter Erinnerung bleiben: 600 Jahre Gnadenbild und 300 Jahre Wallfahrtskirche Neukirchen b. Hl. Blut. Diese zwei kirchliche Anlässe, fielen mit der Segnung eines neuen Pilgerkreuzes anlässlich der Jubiläums-Wallfahrt nach Loucim zusammen.

Die Wallfahrt bot Gelegenheit, das speziell angefertigte Vortragekreuz seiner Bestimmung zu übergeben. Die Idee stammte vom Rinchnacher Pilgerführer Josef Loibl, der ein Prozessionskreuz 31 Jahre lang aus Rinchnach nach Neukirchen b. Hl. Blut getragen hat. Dabei legte er stets großen Wert darauf, dass der Herrgott am mitgeführten Pilgerkreuz immer nach vorne blickt.

Weil dies aufgrund des runden Stabes des bisherigen, schweren Kreuzes der Neukirchner nicht immer möglich war, unterbreitete Josef Loibl dem ehemaligen Pfarrgemeinderatssprecher Hans Kerscher seine Idee. Und so schenkten die „Klousterer“ aus Rinchnach – wie sich die begnadete Pilgergruppe ehrfurchtsvoll nennt – den Neukirchnern nun ein neues Kreuz, dessen Senkrechtbalken in einen nach unten verjüngten Tragestab mündet.

Kreuz ist liebevoll gefertigt

Weil das aus extrem leichter Spessart-Eiche gefertigt ist, kann der Kreuzträger es auch mit einer Hand tragen. Das in Handarbeit von Johann Marchl gemachte Kreuz erhielt einen geschnitzten Christuskorpus aus Lindenholz aufgesetzt, den Alois Betz aus Hohenwarth mit viel Liebe zum Detail herstellte. Der inzwischen hochbetagte Holzschnitzer fertigte diese gewachste Christusfigur als Modell für die Familie Neumeyer in Neukirchen. Nach rund 50 Jahren in deren Besitz, wurde dieser Jesus nun für das neue Pilgerkreuz gespendet. So bleibt der Sinn der Wallfahrt immer wieder aufs Neue gewährleistet.

Pfarrer Georg Englmeier segnete vor zahlreich versammelten Gläubigen dieses neue Prozessionskreuz. Es sei Zeichen des Sieges über den Tod, und beschütze alle, die hinter ihm gehen. Sie seien im Schutz des Gekreuzigten geborgen, der sie geleitet, sagte Englmeier. Nach dem Pilgersegen wünschte Hans Kerscher dieser besonderen Wallfahrt einen segensreichen Verlauf und dankte Alois Vogl für die Übernahme des Amtes als Kreuzträger, ehe die lange Pilgerschar bei anhaltendem Regen „in Gottes Namen“ ins Nachbarland aufbrach und dabei dem in Folie gehüllten Kreuz folgten.

Während des Marsches betete das Team um Hans Kerscher, Brigitte Mauerer, Josef Staudacher und Karlheinz Köppelle neben den üblichen Rosenkranzgeheimnissen zusätzliche Gesätze zur Wallfahrt: „Jesus, der uns auf unserem Weg begleiten wolle, … der unsere Pfarrgemeinden segnen wolle, … der uns den Frieden auf Erden schenken wolle, … der uns immer beistehen wolle, … der unsere Bitten erhören wolle.“

Gnadenbild reiste mit

Zur gleichen Zeit brachten Mitglieder der Feuerwehr Neukirchen b. Hl. Blut das Gnadenbild, das tags zuvor gemäß der Tradition aus ihrem Schrein im Hochaltar genommen und sicher verpackt wurde, in den Mannschaftsraum des Feuerwehrfahrzeugs, wo es von Pfarrer Georg Englmeier, Kommandant Bernhard Bachl und Mesner Thomas Schmatz eskortiert wurde und die Fahrt ins benachbarte Loucim in Tschechien antrat – ihren Ursprungsort.

Ein äußerst ungewöhnlicher Anblick präsentierte sich derweil den Besuchern in der Wallfahrtskirche, wo der angestammte Platz im Hochaltar leer blieb – aber nur für einen Tag. Dann kehrte sie wieder dorthin zurück, wo sie seit 600 Jahren über „ihre Kinder“ wacht und dem Ort seine unvergleichliche Note gibt, denn sie ist die Quelle der Wallfahrt – die Madonna vom Heiligen Blut … (kbr)

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