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Einweihung

Segen für die Schöpfung von Blaibach

„Juwel“, „Sternstunde“, „Wunder“: Es wurde nicht gespart mit Lobeshymnen bei der Eröffnung des Konzert- und Kulturhauses Blaibach am Freitagabend.
Von Roman Hiendlmaier, MZ

  • Dekan Augustin Sperl segnete am Freitagabend vor rund 100 geladenen Gästen den neuen Konzertsaal von Blaibach. Foto: Hiendlmaier
  • Viel gefragt war Initiator Thomas E. Bauer. Foto: Hiendlmaier
  • Bauer klärte auch Politik- und Behördenvertreter auf. Foto: Hiendlmaier
  • Lounge-Atmosphäre im Foyer: Hier wurde wenige Minuten vor Veranstaltungsbeginn noch gearbeitet. Foto: Hiendlmaier

Blaibach.„Juwel“, „Sternstunde“, „Wunder“ – Es wurde nicht gespart mit Lobeshymnen Freitagabend bei der offiziellen Eröffnung des Konzert- und Kulturhauses Blaibach. Und passend dazu wurde als Premierenstück kein geringeres gewählt als Haydns „Schöpfung“ zum Auftakt des Kulturwald-Festivals am Wochenende.

Doch bevor Ilse Eerens (Sopran), Sebastian Kohlhepp (Tenor) und Thomas E. Bauer (Bariton) zusammen mit der Capella Augustina die Erschaffung von Himmel und Erde in dem einmaligen Betongebäudes preisen konnten, freuten sich die politischen Verantwortlichen über den Glücksfall für die 2000-Einwohner-Gemeinde.

Blaibachs Haydn heißt Haimerl, Peter Haimerl, seine Schöpfung „Konzerthaus und Bürgerhaus“ steht kurz vor Vollendung. Zusammen mit dem Deggendorfer Konzertsänger Thomas Eduard Bauer gelang es dem Viechtacher, nach einigem Hin und Her die Mehrheit der Gemeinde für das Projekt zu begeistern. Der „dickschädelige Architekt und der renommierte Bariton“, wie ein Fachmagazin schrieb, überzeugten auch die Verantwortlichen für die Zuschüsse, die ein mit rund 2,5Millionen-Euro-Ensemble nun mal benötigt. Quasi ganz nebenbei kaufte und restauriert Bauer ein jahrhundertealtes Bauernhaus neben der neuen Dorfmitte.

Staunen über das Ergebnis

In der dezent indirekt beleuchteten Konzerthalle war am Freitagabend das Ergebnis der beiden Visionäre zu sehen, oder, wie es Kulturstaatssekretär Bernd Sibler ziemlich passend beschrieb: „Stehen bleiben, schauen und staunen“.

Die Fahrzeuge der Handwerker waren erst wenige Minuten vor Veranstaltungsbeginn abgezogen, als die rund 100 Ehrengäste in den Treppen hinunter zum Foyer des gekippten Betonblocks mit der Granitschotter-Fassade verschwanden, um den Reden und dem Ritus zu lauschen.

Sibler als Repräsentant der Bayerischen Staatsregierung sagte ohne Umschweife, dass diese in Blaibach rund 1,3 Millionen Euro investiert habe, um ein Zeichen gegen die Abwanderung in die Zentren zu setzen.

Ein sichtlich gerührter Bürgermeister

Damit traf er den richtigen Ton. Sichtlich gerührt sprach Bürgermeister Wolfgang Eckl von der „Ehre“, das politische Werk seines Vorgängers Ludwig Baumgartner vollenden zu können. Eckl sprach deutlich die Lage der Gemeinde an, in die vor drei Jahren die Idee geplatzt kam: Freibad weg, Grundschule weg, Gaststätten weg, klamme Kasse – und dann zwei Visionäre, die in das triste Dorf-Zentrum ein einzigartiges Ensemble stellen wollten. Eckl: „Das war unsere Wiederbelebung“.

Mit Dekan Augustin Sperl – in Konzelebration mit dem evangelischen Pfarrer Jürgen Bauer-Störch – segnete schließlich ein Geistlicher das Haus, der als Moderator zwischen Kritikern und Befürwortern des Konzepts maßgeblich zu dessen Umsetzung beigetragen hatte. „Des Herren Ruhm, er bleibt in Ewigkeit“, heißt es am Ende von Haydns Schöpfung. Dekan Sperl war an disem Abend mit weniger zufrieden: Er wünschte „lange, lange Freude an dem Gebäude.“

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