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Region Cham
Dienstag, 19. Juni 2018 24° 3

Soziales

Segen für die Tiefenbacher Helfer vor Ort

Die HvO-Gruppe ist erfolgreich gestartet – und für Bürgermeister Prögler ist ein langgehegter Wunsch in Erfüllung gegangen.

  • Gruppenbild mit den aktiven Helfern von BRK und MHD (v. l.): Bürgermeister Ludwig Prögler, Rettungsdienstleiter Michael Daiminger, Landrat Franz Löffler, Josef Brandl, MHD Rötz, BRK-Präsident Theo Zellner, Kreisgeschäftsführer Manfred Aschenbrenner und Nikolaus Scherr Fotos: wik
  • Nach der Segnung der Helfer wurde das Einsatzfahrzeug unter den Schutz Gottes gestellt.
  • Bürgermeister Prögler übergab die Fahrzeugschlüssel an das HvO-Team Renate Scherr/Petra Engl-Erhart.
  • Dr. Rainer Tichy vom MHD rief die Aktiven auf, oft Dienst zu übernehmen, um Erfahrung zu sammeln.
  • Zahlreiche Ehrengäste waren zur Indienststellung des HvO- Standortes Tiefenbach gekommen. (

Tiefenbach.Mit Gottes Segen und vielen guten Wünschen ist die Helfer-vor-Ort-Gruppe in Tiefenbach gestartet. Bürgermeister Ludwig Prögler begrüßte dazu im Sitzungssaal der Gemeinde Pfarrer Albert Hölzl, Landrat Franz Löffler, die Bürgermeisterstellvertreter Josef Königsberger und Nikolaus Scherr sowie Altbürgermeister Johann Müller. Vonseiten des Malteser Hilfsdienstes sagte Prögler Dr. Rainer Tichy, stellvertretender Diözesanleiter des MHD aus Regensburg, und Josef Brandl, Geschäftsführer des MHD in Rötz, seine Willkommensgrüße. Ebenso willkommen hieß der Bürgermeister mit Präsident Theo Zellner, Kreisgeschäftsführer Manfred Aschenbrenner und Rettungsdienstleiter Michael Daiminger die Vertreter des BRK.

Intakte (Dorf-)Gesellschaft

Der Einladung gefolgt waren weiter die Allgemeinärzte Dr. Birgitt Weinhold und Michael Montaser, Notarzt-Sprecher Dr. Klaus Hör, Zahnarzt Hans Joachim Turban und Apotheker Christian Lacher.

Mit einem Zitat ging Prögler auf die wichtigsten Personen des Abends, der aktiven Truppe der Helfer vor Ort ein. „Hilfsbereitschaft ist für jede intakte Gesellschaft eine unabdingbare Tugend“, stellt doch die Helfer-vor Ort Gruppe Tiefenbach, die nun offiziell ihren Dienst aufnehmen wird, das beste Beispiel für Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe dar – und eben für eine intakte (Dorf-)Gesellschaft, so Prögler.

Für ihn gehe ein langgehegter Wunsch in Erfüllung, sagte der Bürgermeister und er verwies auf die Trend- und Strukturanalyse für den Rettungsdienst, in der in der Gemeinde Tiefenbach einige „weiße Flecken“, also Bereiche, die nicht in der Hilfsfrist von zwölf Minuten erreicht werden können, bestehen. Jetzt sei es mit dem Helfer-vor-Ort gelungen, diese lange Zeit bis zum Eintreffen des ersten Rettungsmittels zu überbrücken. Eine Einrichtung, die sich auch schon woanders bestens bewährt hat.

Neu sei jedoch in Tiefenbach, dass diese HvO-Gruppe in Kooperation mit den beiden in der Nähe beheimateten Rettungsorganisationen Malteser Hilfsdienst und Rotes Kreuz auf die Beine gestellt werden konnte. Ein Pilotprojekt, von dem Prögler überzeugt ist, dass es funktioniert, und dem er viel Erfolg wünscht.

Prögler bat die federführenden hauptamtlichen Rettungsdienstler Josef Königsberger und Nikolaus Scherr um einige Ausführungen zum HvO Tiefenbach. Scherr erwähnte, dass es diese ehrenamtliche Hilfe schon Jahrzehnte in zahlreichen Gemeinden gebe. Dabei können mitunter sehr belastende Einsätze auf die Helfer zukommen und eventuelle psychische Nachwehen auslösen. Denen gelte es, frühzeitig entgegenzuwirken. Für den Start wünschte Scherr allen Helfern erfolgreiches Helfen und unfallfreie Fahrt.

Josef Königsberger stellte sich als Ansprechpartner für die MHD Helfer zu Verfügung und meinte, dass mit dem Einsatzfahrzeug, einem Audi A4 mit Allrad, ein absolut passender Pkw von der Gemeinde angeschafft wurde. Er wünschte ebenso allzeit gute Fahrt und den Helfern alles Gute und weiterhin guten Zusammenhalt.

Als ein ganz hohes Gut bezeichnete Landrat Franz Löffler die Sicherheit der Bürger und diese Sicherheit fordern viele zu Recht vom Staat. Hier hat sich in den letzten Jahrzehnten in der Medizintechnik viel getan und doch steht das vielfach bewährte Rettungssystem oft in der Diskussion. Zwölf Minuten auf qualifizierte Hilfe zu warten sei eben eine lange Zeit und diese verkürze nun der Helfer vor Ort Standort in Tiefenbach auf sehr effektive Weise.

Hut ab vor dieser Leistung

„Hut ab vor dieser Leistung“. Mit diesen Worten würdigt Löffler den ehrenamtlichen Einsatz der Helfer, denn diese sind die ersten am Notfallort. Beim Herzinfarkt, beim Verkehrsunfall, eben bei jedem Notfall in diesem Bereich. Dank sagte er abschließend, verbunden mit dem Wunsch immer helfen zu können.

Der Präsident des BRK, Theo Zellner, nannte zwei Gedanken, die ihm an diesem Abend in den Sinn kamen. Bei Großschadensereignissen wie sie jetzt im Juni bei Chamerau geübt werden, arbeiten viele Rettungsorganisationen Hand in Hand zusammen. Diese Zusammenarbeit gibt es ab heute in Tiefenbach bei jedem Notfall mit dem Helfer vor Ort Standort. Die Beschenkten sind die Bürger in der Gemeinde. Zum anderen sieht Zellner den HvO als Antwort auf die Fläche im Landkreis Cham, die es erforderlich macht, zusätzliche ehrenamtliche Helfer neben der hauptamtlichen Rettung zu installieren. Zellner gratuliere zur hervorragenden Zusammenarbeit, die in den oberen Führungsebenen ebenso gut klappt wie hier in Tiefenbach.

Über eine jahrzehntelange Erfahrung als Notarzt verfüge Dr. Rainer Tichy aus Regensburg und diese habe ihn gelehrt, dass es für die Helfer in Tiefenbach jetzt sehr wichtig sei, oft Dienst zu machen und jede Möglichkeit der Fortbildung zu nutzen. „Ihr seid die Ersten am Notfallort“, fasst Tichy die Situation zusammen, und hier sei Erfahrung sehr wichtig. Ebenso wie Scherr sprach er die psychische Belastung an, die es zu bewältigen gilt. Nachbesprechungen sind hier Gold wert. Für die Blaulichtfahrten gab er den Rat, vorsichtig zu fahren. Ankommen sei das Ziel bei jedem Einsatz.

Der HvO ist oft gefordert

Rettungsdienstleiter Michael Daiminger beleuchtete die rund 16 000 Einsätze pro Jahr im Landkreis Cham. Bei etwa 10 Prozent davon sind Helfer vor Ort Gruppen mit eingebunden und als erste am Notfall. Dies geschieht alles ehrenamtlich, obwohl hier oft ein Spagat zwischen Recht und medizinischer Hilfe vonnöten ist.

Der BRK Kreisverband werde die bevorstehende Novellierung des Rettungsdienstgesetzes mit Argusaugen begleiten und wünschte natürlich den Helfern hier in Tiefenbach alles erdenklich Gute.

Zur Segnung sprach Pfarrer Albert Hölzl den Funkrufnamen des Einsatzfahrzeuges Johannes Tiefenbach 79/1 an. Johannes bedeute Gott ist gnädig und somit stelle Gott die Helfer mit diesem Fahrzeug unter den Schutz des Allmächtigen. Nach dem sehr persönlichen Segensgebet für die Helfer besprengte der Geistliche das Einsatzfahrzeug. Gott möge alle Helfer und diejenigen die der Hilfe bedürftig sind, beschützen. (wik)

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