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Ausflug

Senioren besuchten Kalkofen

Altbürgermeister Egid Hofmann zeigte den Teilnehmern seinen Geburtsort. Auch die Expositurkirche St. Ägidius wurde besichtigt.
Von Helga Brandl

Viel Wissenswertes erfuhren die Neukirchener Senioren in der Expositurkirche St. Ägidius. Foto: Helga Brandl
Viel Wissenswertes erfuhren die Neukirchener Senioren in der Expositurkirche St. Ägidius. Foto: Helga Brandl

Neukirchen b Hl Blut.Kalkofen war das erste Etappenziel der Überraschungsfahrt mit Altbürgermeister Egid Hofmann, der den Neukirchner Pfarrsenioren im Rahmen ihrer Erkundungstour seinen Geburtsort sowie seine Heimat – die Altgemeinde Zenching – näherbrachte. Seniorenbegleiterin Helga Brandl hieß 50 Fahrgäste willkommen, die den interessanten Ausführungen des versierten Reiseleiters folgten.

Dem „Kalkofener Bauernbuben“, wie Hofmann sich nicht ohne Stolz bezeichnet, ging förmlich das Herz auf, als er aus seiner Kinderzeit und den damit verbundenen Erinnerungen an seinen früheren Lebensmittelpunkt erzählte. Schon während der Busfahrt durch das Freibach- und Seligental sowie die ehemalige Gemeinde Schwarzenberg wusste er einiges zu berichten, ehe sich den Ausflüglern ein Blick in die Further Senke und zur Nordseite des Hohenbogens bot. Vorbei am Grafenwald, dem berüchtigten „Katzenloch“ und an Madersdorf näherte sich die Reisegruppe Kalkofen. Der Ort war das einzige Urgesteinskalk-Abbaugebiet im weiten Umkreis, bis später in Hinterhelmhof und in der Tschechoslowakei Kalk über Tage abgebaut wurde.

Bis 1912 wurde das Kalkwerk betrieben, ehe durch den Eisenbahnbau der Kalkabbau zunehmend unrentabel wurde. Letztmals konnte 1945 abgebaut werden. Sieben Häuser, in denen rund 50 Leute wohnten, zeichneten den kleinen Ort Kalkofen aus.

Verbindung zum Adel

Hofmann informierte über die Vorgeschichte zum Kapellenbau neben seinem Elternhaus. Fast genau an derselben Stelle, an der heute die neue Kapelle steht, stand früher eine kleine Kapelle, die man 1974 abgerissen hatte. Seit die neue Kapelle 1988 eingeweiht wurde, findet jährlich am 15. August das Patrozinium der Ortskapelle Maria Himmelfahrt statt.

Nächste Anlaufstelle war die Expositurkirche St. Ägidius in Zenching. Die Seniorengruppe erfuhr bei einer Kirchenführung durch den neuen Diakon Thomas Bauer viel Wissenswertes zur Historie der Expositur und des Gotteshauses. Er ging zunächst auf die Geschichte der Kirche St. Ägidius ein, die früher Burgkapelle war und deren Patronat des Bauernheiligen andeutet, dass diese Region sehr bäuerlich war. Als Besonderheiten gelten die Kornbilder mit kirchlichen Symbolen zu Festtagen im Kirchenjahr und Kapellen der Expositurgemeinde sowie zwei Figuren als wahre Schätze. Die geschichtliche Verbindung zu adeligen Familien sei nicht nur schriftlich belegt, sondern auch durch eine Grabtafel hinter dem Hochaltar, die darüber Aufschluss gibt, dass 1623 Kunigunde Nothaftin, Freyin von Wernberg auf Runding, in Zenching begraben wurde, weil Runding damals noch nicht katholisch war.

Der Grabstein besteht aus dem gleichen Kalkofener Marmorkalk wie die Steinplatte im Eingangsbereich des Neukirchener Begegnungszentrums. 1729/30 wurde die Zenchinger Kirche neu gebaut und 1786 renoviert. Nach dem Ersten Weltkrieg war das Gotteshaus in einem äußerst maroden Zustand. Während der Kirchenerweiterung im Geburtsjahr 1939 wurde Egid Hofmann in der nebenstehenden Seelenkapelle getauft. Dieses Seelenhaus holte bei näherer Betrachtung prägende Momente wieder ins Gedächtnis zurück.

Moderne Innenausstattung

Der legendäre Totentanz im Beinhaus besteht aus acht Ölgemälden des Malers Rudolf Schmalzl. Ein besonderer Keltenstein am Eingang zum Seelenhaus verwies auf eine weitere Besonderheit – die Keltenschanze am Blumbauernbach. Das von den Senioren bestaunte Missionskreuz mit dem etwa 300 Jahre alten Christus-Korpus hat an der Ostseite der Expositurkirche nach seiner Restaurierung einen würdigen Platz gefunden.

Abschließend führte die Tour nach Tretting. An der gläsernen Giebelseite der Kapelle erkannte man die Darstellung der Patrona Bavariae als Schutzmantelheilige, geschaffen in der Technik der „verlorenen Formen“. Eine moderne Innenausstattung und ein Kreuzweg mit 14 Reliefplatten aus unglasierter Keramik luden zum stillen Gebet ein, ehe die Senioren den Herrn im Gesang lobten. Eine Einkehr im Gasthof „zur Linde“ in Tretting rundete den aufschlussreichen Nachmittag ab.

Nächste Termine

  • Vortrag:

    Wichtige Informationen zum Krankheitsbild der Demenz erhalten die Senioren am 19. September um 15 Uhr im Landratsamt Cham (Großer Sitzungssaal) unter dem Motto „Nur vergesslich oder bin ich schon dement?!“. Zwecks der Bildung von Fahrgemeinschaften können sich Interessenten bei Hans Kerscher oder bei Helga Brandl anmelden.

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