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Justiz

Seniorin klaut Kleidung „aus Kummer“

Eine 63-Jährige entwendete zwei Hosen und eine Bluse für 200 Euro. Jetzt musste die Frau vor den Chamer Richter treten.

Eine Seniorin musste sich vor dem Chamer Amtsgericht wegen Diebstahls verantworten.  Foto: Andreas Gebert/dpa
Eine Seniorin musste sich vor dem Chamer Amtsgericht wegen Diebstahls verantworten. Foto: Andreas Gebert/dpa

Cham.Wegen des Diebstahls von zwei Hosen und einer Bluse im Wert von knapp 200 Euro stand eine 63-Jährige vor dem Amtsgericht. Nach ihren Angaben wollte sie sich in dem Modegeschäft nur die neueste Kollektion ansehen und wusste nicht, wieso sie sich die Kleidung in ihre Tasche gesteckt hat. Das Geld, um die Ware zu bezahlen, hätte sie dabeigehabt, erzählte sie. Sie befindet sich seit mehreren Jahren in psychiatrischer Behandlung.

Als Zeuge trat der Polizeibeamte auf, der sie nach der Tat befragte. Sie wirkte emotional aufgewühlt, erinnert er sich. Die Angeklagte erzählte von ihrer schwierigen häuslichen Situation und den familiären Konsequenzen, die ihre Tat nach sich zog. „Die Kinder haben den Kontakt abgebrochen und den Kontakt zu den Enkeln verboten“, sagte sie betroffen. Ein Facharzt für Psychiatrie verlas sein Gutachten und ging auf ihren Lebenslauf ein.

Angeklagte habe Verhaltensauffälligkeit

Die Angeklagte sei ängstlich und weise Verhaltensauffälligkeiten auf. „Kleptomanie ist jedoch nicht erfüllt“, meinte er. Ihr Verteidiger sagte: „Dass sie schuldfähig ist, erschließt sich mir, aber dass sie mit diesen psychischen Problemen anders handelt als ein strukturierter Mensch, ist zu berücksichtigen“. Die 63-Jährige war dreimal wegen Diebstahls vorbestraft.

Der Staatsanwalt beantragte eine Freiheitsstrafe von vier Monaten zur Bewährung mit einer Bewährungszeit von drei Jahren sowie einen Bewährungshelfer und eine Geldauflage von 1000 Euro. „Stehlen aus Kummer – so sehe ich das, was sie betreibt.“ Richter Lecker verurteilte die Frau zu vier Monaten auf Bewährung mit einer Bewährungszeit von drei Jahren und einem Bewährungshelfer. Zudem muss sie ihre Behandlung fortsetzen und 600 Euro an die Staatskasse zahlen. (cat)

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